Ein Star in Puschen

Lange schon wollte ich euch Sohnemanns Weihnachtshose zeigen (die in der Nacht zu Heiligabend ratzfatz fertig wurde und auch weit im neuen Jahr viel und gerne getragen wird). Nun habe ich auch einen aktuellen Anlass. Denn Sohnemann hat, nachdem er aus seinen Turnschuh-Puschen endgültig herausgewachsen ist, ein neues Paar Schläppchen bekommen. Und als sie fertig waren, merkte ich, wie wunderbar sie sich in ihrem sternenverzierten roten Leder schon unterm Weihnachtsbaum gemacht hätten – und wie schön sie nun zum Sternchen-Jeansstoff besagter Hose passen:

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Ein wenig sehen die neuen Schuhe noch nach Entenfüßen aus, weil ich mir nicht die Mühe gemacht habe, Sohnemanns Füße exakt zu vermessen und den Schnitt anzupassen. So ist gerade noch ein bisschen Luft, aber er läuft trotzdem flott und fröhlich darin herum.

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Was die Schnittmuster angeht, wird das hier ein kleiner Werbepost für Klimperklein, wie ich gerade merke. Denn die Latzhose aus Sternchenjeans vom Stoffmarkt Holland habe ich zum zweiten Mal nach dem E-Book-Schnitt „Strampelhose“ genäht, den ich hier schon einmal ausprobiert hatte (damals aber leider so knapp zugeschnitten, dass ich statt Knöpfen mit leich verlängerten Klemm-Schnallen an den Trägern arbeiten musste – die ständig abfielen, weshalb die Hose letztlich nicht allzu oft im Einsatz war). Und die Hausschuhe aus meinen einst online georderten Lederrest-Vorräten sind ebenfalls nach einem Klimperklein-Schnitt entstanden: dem „Puschen“-E-Book, das wunderbar viele Variationsmöglichkeiten bietet.

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Zwischenzeitlich hatte ich übrigens auch schon mal ein weiteres Puschen-Paar verschenkt. Die sahen so aus:

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Da es noch gar keine März-Linkparty beim Kiddikram gibt, verlinke ich heute erstmal nur beim Creadienstag und bei Made4boys.

 

Verschenkter Regenbogen

Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich ja andauernd schöne Dinge verschenken. Und vor allem nur noch Selbstgemachtes. Zu jeder Geburt, jedem Geburtstag und jedem auch zu Weihnachten. Ideen habe ich so viele im Kopf, alleine es fehlt die Zeit zur Umsetzung.

Und so kriegt nicht jeder liebe Mensch zu jedem Anlass ein selbstgemachtes Geschenk – aber irgendwann trifft es dann doch fast jeden in meinem engeren Umfeld.

Zu Weihnachten waren es dieses Mal meine Nichte und meine Patentochter, beides Mädchen im Kindergartenalter, denen ich eine Regenbogen-Stifterolle genäht und befüllt habe. Die tolle Anleitung von „Das mach‘ ich nachts“ hatte ich mir schon lange abgespeichert. In den letzten Tagen vor Weihnachten habe ich dann endlich mal meine Stoffvorräte geplündert, bunte Ballen auf dem Fußboden hin- und hergeschoben und Stifteregenbögen hin- und hergerollt, bis ich mich schließlich für eine schöne Auswahl und Reihenfolge entschieden hatte. Der blaue Grundstoff kam eher zufällig dazu – ich hatte nichts passendes Neutrales mehr im Schrank, zumindest nicht in schön fest-stabiler Qualität und das Stoffgeschäft um die Ecke war auch nicht gut mit z.B. festem Leinenstoff o.ä. bestückt. Grau, weiß, schwarz sahen irgendwie nicht schön kinderfröhlichbunt aus als Grundstoff und so wurde es dieses strahlende Blau.

Die Anleitung habe ich leicht abgewandelt, weil ich dicke Buntstifte genommen und deshalb die Streifen breiter zugeschnitten habe. Insgesamt ist eine Stiftemappe im ausgerollten Zustand am Ende knapp über einen Meter lang geworden …

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Ab damit zum Creadienstag. Und eine schöne Woche euch!

 

Ein Weihnachtskleid im Januar

Ich habe es versprochen, euch noch Bilder meines allerersten Weihnachtskleides nachzuliefern, nachdem ich es nicht mehr rechtzeitig zum Weihnachtskleid-Sewalong-Finale vorzeigen konnte. Und hier sind sie, sogar noch mit Weihnachtsbaum, rustikal in Szene gesetzt, ehe die Müllabfuhr die letzten Nadeln eingesammelt hat.

Viele Worte zum Kleid brauche ich eigentlich nicht mehr verlieren, den Entstehungsprozess könnt ihr hier nachlesen, der Schnitt stammt aus der Burdastyle.

Aber ein kleines Fazit möchte ich doch noch ziehen:

  • Stoff und Schnitt passen eigentlich überhaupt nicht zusammen: der Stoff ist so dünn, dass er eigentlich hätte unterfüttert werden müssen, was beim Schnitt aber nicht vorgesehen (und mir zu umständlich) war.
  • Die Rückseite ist grandios gescheitert: das asymmetrische Rockunterteil verträgt sich nicht mit den Karos und ich hatte nicht genug Stoff, um das Riesenteil wenigstens so zuzuschneiden, dass Ober- und Unterteil unauffällig aufeinandertreffen. Beste Lösung wäre es gewesen, die Rückseite vertikal in einem Stück zuzuschneiden, ohne die schräge Trennung.
  • Ob die Raffung jetzt richtig/optimal sitzt, ich weiß es nicht: ich habe die entsprechende Stelle, wo der Riegel an der Seite eingezogen wird ungefähr dreimal getrennt, das Drappé-Detail mal strammer, mal weniger stramm gezogen. Jetzt lasse ich es einfach so.
  • Ich muss dringend lernen, Schnitte auf meine Figur anzupassen. So richtig, richtig gut haben die selbstgenähten Teile bislang leider nie gesessen – und bei diesem vertrackten Schnitt wüsste ich im Nachhinein auch gar nicht, wo ich was anpassen sollte, um die Passform zu verbessern.
  • Who cares: irgendwie gefällt mir das Teil ja doch. Und vielleicht lässt es sich sogar als Sommerkleid umfunktionieren – dünn genug ist es ja.

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So, nun wird das gute Stück noch zum MeMadeMittwoch geschickt. Da ist heute das Motto „Meine Lieblingskleidung in 2015“ – und da ich für mich selbst im vergangenen Jahr tatsächlich nur das Weihnachtskleid genäht habe, passt es da ganz prima rein. 🙂

Und was war mit dem Weihnachtskleid?

… Das ist tatsächlich (fast) fertig geworden.

Aber erstmal ein wunderschönes Neues, euch allen!

Dass es zu Jahresende so still hier im Blog wurde und ich mich gar nicht zum letzten Termin des Weihnachtskleid-Sewalongs zu Wort und Bild gemeldet habe, lag an einer verdammt stressigen Vorweihnachtswoche, in der ein kränkelndes Sohnemännchen die dicht getaktete To-Do-Liste entgültig über den Haufen geworfen hat.

Trotzdem habe ich es aber noch irgendwie geschafft, das Weihnachtskleid noch einigermaßen fertigzustellen. Nicht zum 20.12., aber so, dass ich es Heiligabend unterm Baum tragen konnte – zwar ungesäumt, aber das hat eh nur der Liebste gesehen, Sohnemanns Aufmerksamkeit war restlos von seiner neuen Spielküche in Beschlag genommen. Vor lauter trauter Familienglückseligkeit im Kerzenlichte habe ich ganz vergessen Fotos zu machen (oder machen zu lassen) und dann waren wir auch schon auf und davon im (grünen) Winterurlaub.

Der tapfer vor sich hinnadelnde Weihnachtsbaum hat uns zuhause wieder begrüßt und darf die Tage dann noch als Kulisse für nachträgliche Weihnachtskleid-Fotos herhalten. Und dann kriegt ihr auch gleich noch Bilder von Sohnemanns Weihnachtshose und ein paar DIY-Geschenken nachgeliefert.

Bis dahin, lebt euch gut ein in 2016!

WKSA 2015 Teil 4: Verschwommene Vorfreude

Einen schönen dritten Advent allerseits! Von mir gibt’s heute nur ein wenig verschwommene Vorfreude aufs Weihnachtskleid zu sehen. Es nimmt langsam Form an, auch wenn der Riegel, mit dem man die seitliche vordere Raffung in eine Naht reinschiebt, noch in den Wahnsinn treibt. Habe ihn jetzt schon zum zweiten Mal festgenäht und bin immer noch nicht sicher, ob die Raffung jetzt perfekt sitzt oder ob ich den Riegel weiter oder weniger weit ins Kleid schieben müsste …

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Aber immerhin: die Seitennähte sind geschlossen, die Schulternähte dito, hinten ist auch alles zu. Es sieht so langsam nach einem einigermaßen passenden Kleid aus, auch wenn es sich eher wie ein Unterkleid anfühlt (wahnsinnig dünn der Stoff…), hinten glaube ich alles ganz fürchterlich sitzt (aber das sehe ich ja wenigstens nicht) und außerdem noch viel zu tun ist:

In Anbetracht dieser Tatsachen und mit Blick auf meine wenig fortgeschrittenen Weihnachtsvorbereitungen, glaube ich nicht, dass ich nächsten Sonntag schon ein fertiges Kleid zum Finale präsentieren kann. Denn vermutlich werde ich erst in den drei Tagen vor Weihnachten, wenn ich schon frei habe, zu den Endarbeiten kommen und vorher auch niemanden für ein Tragefoto bei Tageslicht gewinnen können. Aber schauen wir mal …

Die vielen anderen, zum Teil schon beneidenswert fertigen tollen Weihnachtskleider des Sewalongs findet ihr wie immer beim MeMadeMittwoch. Dort lautete die vorgegebene „Aufgabenstellung“ für heute übrigens:

– Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
– Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
– Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.

Haha. Ein Jäckchen kriege ich auch bis nächstes Jahr Weihnachten nicht gestrickt und Kekse habe ich dieses Jahr erstmals noch gar nicht gebacken. Aber, immerhin: die kniffelige Stelle (Drappierung) scheint geschafft.

WKSA 2015 Teil 3: Chaotische Karos

– Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
– Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
– Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Ganz so fix bin ich ja nicht. Aber das Weihnachtskleid wächst buchstäblich zentimeterweise. Eine Naht am einen Abend, ein Rückenabnäher während des Wochenendmittagsschläfchens (von Sohnemann, nicht von mir – nähen im Schlaf, das wär’s!).

Heute wachte Sohnemann just auf den letzten Zentimetern des Reißverschlusses auf, deshalb konnte ich ihn (also den Reißverschluss) gerade erst im schummrigen Adventsabendlicht ungebügelt fotografieren:

 

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Ohne zu wissen, wie es dann am Ende sitzt, finde ich, dass es sich von hinten schon ganz gut macht und Abnäher und Reißverschluss ganz ordentlich geworden sind. Rot ist der Reißverschluss übrigens aus ganz pragmatischen Überlegungen geworden: es war der einzige passende 60-Zentimeter-Reißverschluss, den ich noch im Hause hatte. Es fehlt noch das Rockunterteil, dann ist das Rückenteil fertig.

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Vor allem aber treffen die Karo-Querlinien ziemlich exakt aufeinander, das hat beim Zuschnitt ganz gut hingehauen.

Beim Vorderteil mit seinen letztes Mal gezeigten asymmetrischen Schnittteilen, den diversen Falten und Raffungen, sieht das anders aus. Um nicht zu sagen, es ist ein ziemliches Karo-Chaos. Zum Glück versteckt es sich wenigstens teilweise im Faltenwurf und hinter der seitlichen Raffung.

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Mal schauen, wie weit die anderen beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch schon sind. Schönen zweiten Advent!

 

WKSA 2015, Teil 2: Schnittpausen

Huch, ja  bin ich denn zu früh? Hatte fest damit gerechnet, dass der Weihnachtskleid-Sewalong am Samstag weitergeht und sehe nun bei den MeMadeMittwoch-Damen, dass es diese Woche erst Sonntag weihnachtet. Lade ich diesen Blogpost halt erst Sonntag hoch – aber schreiben muss ich ihn ohnehin jetzt, Sonntag wird gearbeitet.

– Stoff- und Schnittvorstellung
– Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
– Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
– Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
– Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

So lautet der Arbeitsauftrag für diese Woche, da bin ich ja schon fast zu flott dabei. Schnitt und Stoff hatte ich euch ja vergangene Woche schon vorgestellt. Und nachdem ich so grandious viel Zuspruch und hilfreiche Tipps in euren Kommentaren erhalten habe, habe ich mich entschlossen, es wie geplant mit dem gerafften Karokleid zu versuchen, es wird hier also gar nicht erst irgendetwas verworfen, sondern gleich losgelegt.

Die vergangenen Werktagsfeierabende habe ich auf den Dielen vor dem Fernseher herumkrauchend verbracht und das Schnittmuster abgepaust. Und pausiert. Und wieder gepaust. Wer die Schnittteile sieht, muss denken, ich hätte einfach willkürlich irgendwelche Linien übers Papier gezogen. Entsprechend lange habe ich gebraucht, die seltsam geformten Teile mit feierabendmüden Augen im schummrigen Herbstabendlicht von dem Liniengewirr der Schnittbögen zu unterscheiden. Das Schnittpausen ging immer wieder nahtlos über in die Schnittpausen, aber nach zwei Abenden hatte ich die Teile dann doch parat. Erstaunlicherweise hat Sohnemann (16 Monate), der sonst alles in der Wohnung ein-, aus- und umpackt einen erstaunlich wohlgesitteten Bogen um die wundersame Wohnzimmerboden-Dekoration aus Schnittbogen, Butterbrotpapierrolle, Schere, Lineal und Stift gemacht.

Nun, da er sein Samstagmittagnickerchen hält, bin ich dazu gekommen, schon ein bisschen zuzuschneiden.

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Nach zwei Teilen hatte ich dann aber erstmal wieder genug. Die sauber zu stecken und auszuschneiden hat eh lange genug gedauert, denn – wie oben schon erwähnt – die Schnittteile sehen einfach irre aus. Zum Beispiel so:

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Also mache ich erstmal wieder Schnittpause. Und schaue dann heute Abend nach der Arbeit, wie weit die anderen beim Sewalong mit ihren Weihnachtskleidern sind.

Handgemachte Vorsätze

Noch ist das neue Jahr frisch und neu, wenigstens ein bisschen. Und ehe es endgültig alt und abgehangen ist, setze ich mir hier noch fix ein paar handgemachte Vorsätze. (Verwerfen kann ich sie dann später immer noch … 😉 )

1. Let love be your energy! Auch mal was für meinen Mann nähen/stricken. Außer einem Loop (und einem nicht mehr vorzeigefähigen Strickschal) ist da in den letzten Jahren echt noch nicht viel abgefallen … und natürlich weiterhin ganz viel für den Sohnemann.

2. Mehr Muster! Die eigenen Fair Isle-Skillz verbessern (oder Norwegermuster oder wie auch immer man es nennen möchte). So ganz hab ich den Dreh noch nämlich noch nicht raus, wie man die mitlaufenden Fäden auf der Rückseite exakt so straff zieht, dass sich das Muster auf der Vorderseite optimal entfaltet, das Strickstück aber nicht verzieht. Bisherige Versuche siehe hier und hier. Tipps, anyone? Und kann diese Steek-Technik oder wie sie heißt da Abhilfe schaffen?

3. Detailtreue! Neue Anschlagtechniken lernen, elegantere Randmaschen stricken, schöner vernähen… – und verstehen, wie das eigentlich genau mit dem Spannen/Dämpfen von frisch entnadeltem Strickzeug funktioniert. Sofern überhaupt bemüht, hat meine „Technik“ diesbezüglich meist wenig bewirkt und Ränder (z.B. dieser Decke) rollen sich immer noch munter ein.

4. Platz schaffen zum ersten! Den Kurzwaren-Messi in mir ein wenig zügeln und auch mal Stoffe und Wolle aus den diversen Kisten, Körben, Schubladen und Taschen in den Untiefen unserer Wohnung verwenden und nicht umgehend durch neue Stoff- und Wollberge ersetzen. (Nur durch ganz besonders schöne, nötige… 😉 )

5. Platz schaffen zum zweiten! Falls wir bald mal eine neue Wohnung finden und falls wir dann den Platz haben: eine richtig schöne Handarbeitsecke einrichten. So richtig mit Garnrollenhalter an der Wand und schön gefalteten Stoffen im Regal und so. Statt mit Nähmaschine zwischen Laptop und Drucker auf dem Schreibtisch und Stoffzuschnitt auf dem Bett oder Wohnzimmerfußboden (träum weiter!).

6. Ego streicheln! Sprich: immer mal wieder nette Kleinigkeiten für mich selbst herstellen. Weniger kaufen. Die eigene Garderobe mit immer schöneren und immer passgenaueren Lieblingsteilen aufpimpen und umgehend beim Me Made Mittwoch präsentieren!

7. Upcyclen! All jene überflüssigen Kleidungsstücke, die im Schrank verstauben, einer neuen Bestimmung zuführen – und sei es nur als Bündchen/Tascheneingriff einer Babypumphose oder Rückseite eines Sabbertuchs. Reißverschlüsse, Knöpfe, etc. raustrennen und im Nähnerd-Ersatzteillager verwahren. T-Shirt-Garn herstellen. Einen Beekeepers-Quilt aus Wollresten stricken. Oder so.

8. Stressfrei schenken! Also vor allem: rechtzeitig planen. Einen DIY-Geburstags- und Weihnachtsgeschenkkalender anlegen oder so und gemütlich übers Jahr hinweg abarbeiten (Weil es ja sonst doch immer dasselbe Gestresse ist. Siehe hier, hier oder hier.). Dann komme ich zur Abwechslung vielleicht sogar mal dazu, mich an einem Weihnachtskleid-Sewalong oder einem Frühlingsjäckchen-Knitalong oder ähnlich schönen Aktionen zu beteiligen.

So, das soll fürs erste reichen. Und ihr so? Auch irgendwelche Vorsätze fürs Handarbeitsjahr gefasst?

Der Rest vom Fest

Es hat sehr geweihnachtet. Im Winterurlaub hat es sehr geschneit. Und schwupps, war das Jahr vorbei und fast hätte ich vergessen, dass es diesen Blog gibt. Fröhliches Fest und guten Rutsch gehabt zu haben, allerseits!

Dass es hier solange still war, lag aber nur in letzter Konsequenz an Weihnachtsfeierei, guter Rutscherei und Winterurlaub. Vor allem lag es daran, dass ich viel gehandarbeitet habe, statt darüber zu schreiben. Nun aber, da das neue Jahr blank und glitzernd wie ein frischer Allgäu-Schneeteppich vor und das alte Jahr mitsamt seiner adventlichen Hochleistungs-Geschenkeproduktion hinter mir liegt, wird es Zeit für eine nachträgliche Bescherung. (Schließlich wollte ich vor Weihnachten noch nichts verraten …)

Hier also kommt er, der Rest vom Fest, die Bilanz des Geschenke-Popanz‘:

1. Pumphosen-Manufaktur

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Weil 2014 ein äußerst fruchtbarer Jahrgang war, gab es viele kleine Menschen zu bescheren. Das wunderbare E-Book Frida 2.0 vom Milchmonster hatte ich schon einmal in seiner Freebook-Version (nur kleine Größen) für den häuslichen Gebrauch getestet…

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… und für so gut befunden, dass ich es mir nun noch als Komplettfassung gegönnt und eine weihnachtliche Pumphosen-Manufaktur eröffnet habe:

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Zusätzlich habe ich auch noch das Freebook RAS vom Nähfrosch ausprobiert (das Ergebnis aber vergessen einzeln zu fotografieren, im Gruppenbild ist es ganz rechts zu sehen, in grün). Das Modell ist noch eine Spur leichter zu nähen als die Frida und ein bisschen gerader, weniger pumpig geschnitten.

Den Schnitt für die Halstücher habe ich mir anfangs selbst abgenommen und bei den weiteren Modellen habe ich dann die Freebook-Schablone Baby-Basics Nr. 1 von Krumme Nadel verwendet.

Die Stoffe (wie auch die nun folgenden) stammen alle entweder vom Stoffmarkt Holland oder von Martino-Stoffe – und auf der Suche nach Bündchenware habe ich im Frankfurter Brückenviertel ein neues, sehr niedliches kleines (glaube ich noch Homepage-loses) Näh-Lädchen namens „Nähe Main“ entdeckt.

2. Loop-Whoop!

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Loops sind eines meiner Lieblingsgeschenke. Einfach, aber wirkungsvoll. Nachdem zu einem früheren Weihnachten die Männer der Familie beschenkt wurden, waren dieses Mal ein paar Loops für die Damenwelt dran:

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3. Kleidsames und Gesocks

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Fürs Patenkind habe ich mich an dieses hübsche Modell von Drops gewagt (mitsamt der passenden Drops-Baby-Merino-Wolle). Und weil das ein wenig länger dauerte als gedacht, ist vom letzten Geschenk nur die Hälfte pünktlich fertig geworden:

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(Das lag aber offen gestanden nicht nur am rotweißen Kleidchen, sondern auch daran, dass das hübsche Sockenmuster Maeva von Stefanie Bold auf Ravelry sich mit 2er-Nadeln, schwarzer Wolle und Winterabendmüden Augen nur sehr, sehr langsam strickt. Nachmacher*innen sollten sich also besser schon im Frühling an die Nadeln setzen. Und nicht erst Ende November …)

So, und was habt ihr so verschenkt? Oder geschenkt bekommen? Ich freue mich auf eine schöne Bescherung und Inspiration für den nächsten Geschenke-Reigen!

Weihnachten? Geschenkt.

Alle Jahre wieder ist es dasselbe in Grün. Im Januar denke ich mir: nie wieder diesen Stress. Dieses Jahr wird alles besser. Ich werde mir, wann immer mir eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk für irgendwen kommt, diese sofort notieren, ach was, sofort umsetzen/kaufen/bestellen/whatever, ich werde meinen Lieben die geheimen Wünsche das Jahr über von den Augen ablesen, werde schon im Mai nette Kleinigkeiten und kleine Nettigkeiten auf sonnenbeschienenen Märkten erstehen und in schönwetterleergefegten Geschäften; ich werde im Juli in der Sonne liegen und bis in die laue Nachtluft hinein wie nebenbei an Weihnachtsgeschenken stricken, werde auf der Buchmesse im Herbst genau das finden, wonach es den literarischen Seelen meines Umfelds verlangt und werde Fotos so früh entwickeln, dass sie spätestens am ersten Advent auf selbstgemachten, liebevoll beschriebenenen Weihnachtskarten kleben, die ich gemeinsam mit fernreisenden Päckchen in verwaiste Postfilialen trage.

Wenn es draußen kalt und dunkel ist, werde ich mir eine Kerze anzünden, die Beine hochlegen und denken: wie schön, dass ich so gut vorgesorgt habe. Ich backe ein paar Plätzchen, packe die letzten Geschenke ein und erfreue mich an dem Gedanken an Fußgängerzonen im Vorfeiertagsfieber, die heuer ohne mich delirieren.

Tatsächlich ist es dann so, dass mir im November einfällt: Dieses Jahr mache ich alles selbst. Ich bin Feuer und Flamme. Ich schreibe eine Liste mit Vorhaben für die jährlich wachsende Familie, in der mittlerweile so um die 30 Leute beschenkt werden wollen. Und dann fange ich irgendwann im Dezember an, eine Mütze für den Herrn Papa zu stricken, weil ihm die alte wieder irgendwo vom Kopf gehopst ist. Der Dezember rennt davon und ich merke: ich werde keine 30 Strickpullover mehr fertigstellen, ja, noch nicht mal Pulswärmer sind noch drin und die Mütze für den Herrn Papa wird erst im Morgengrauen des 24. Dezembers abgekettet sein (vielleicht lassen sich die Fäden noch unauffällig unterm Weihnachtsbaum vernähen?). Mir dräut nun, dass ich bald adventsfußgängerzonenfiebern werde, weil die Online-Bestellfristen ablaufen und ich immer noch nicht weiß, was ich den 90 Prozent Männern meiner Familie diesmal schenken soll.

Na ja, den Rest könnt ihr euch denken. (Vollgestopfte Einkaufspassagen-Rolltreppen am 23. Dezember, Schweißausbrüche in Winterklamotte, Last-Christmas-I-gave-you-my-SHUTTHEFUCKUP!-Aggressionen zwischen blinkenden Rentier-Lichterketten, irrlichternder was-kaufe-ich-bloß-Blick zwischen Regalen voller Geschenke-Schund, stundenlanges Anstehen in der letzten verbliebenen Postfiliale umme Ecke … NÄCHSTES JAHR MACHE ICH ALLES ANDERS!)

Nun, es ist wieder November, Baby. Natürlich habe ich dieses Jahr nicht alles anders gemacht, aber selbstredend habe ich wieder die hochtrabende Hoffnung, das Ruder so gerade noch rumreißen zu können. Und deshalb suche ich eure schönsten DIY-Geschenk-Ideen für Tanten zwischen 60 und 70, für eine Horde großer Brüder, für Väter, die nicht mehr so jung sind, wie sie sich fühlen, für Neffen/Nichten, die alle Jahre wieder unter Geschenkebergen versinken und für alle anderen natürlich auch.

Ich biete euch dafür im Tausch auch ein paar kleine Anregungen. Nix wahnsinnig Ausgefallenes, aber gut umsetzbare Geschenke und Geschenk-kompatibles Selbstgenutztes, das schon vor längerer Zeit entstand (will ja schließlich nicht meine diesjährigen Geschenke schon vorzeitig vor den Augen der zu-Beschenkenden veröffentlichen) – Baby-Dinge sind ausgenommen, die folgen noch in einem seperaten Beitrag.

1. Schals für Herren um-die-30

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Geschenke, bei denen man in Serienproduktion gehen und trotzdem individuelle Details anbringen kann, sind die besten. Denkt jetzt bloß nicht, ihr könntet ernsthaft einem halben Dutzend Brüdern/Ehemännern/Cousins Schals stricken, das schafft ihr eh nicht (oder ICH nicht). Aber nähen könntet ihr sie, das ist auch in den letzten Vorweihnachtstagen noch zu schaffen. Für dieses Modell habe ich dereinst zwei Stoffbahnen von ca. 160 x 30 Zentimetern zugeschnitten (geht auch schmaler/kürzer). Am besten eignen sich Jersey oder andere dehnbare Stoffe, in die ich hier und da kurze Streifen schöner Wollstoffe eingesetzt habe (ist in die Gesamtlänge schon mit eingerechnet).

Beide Stoffbahnen rechts auf rechts aufeinander legen, die Längsseiten absteppen, wenden bügeln, und dann noch die kurzen Seiten zusammennähen (letztes Stück von Hand).

Diverse Tutorials für solche Schlauchschals oder Loops gibt es zum Beispiel hier, hier oder hier. Und natürlich lassen sich Loops auch für Frauen oder Kinder nähen, je nach eurem familiären Bedarf …

2. Stulpen für kalte (Frauen-) Hände

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Zugegeben: Verschenkt habe ich diese schönen Stulpen nicht, dafür trage ich sie selber zu gerne. Aber nach diesem tollen Strickmuster lässt sich da vergleichsweise fix auch noch ein Paar für Mütter, Großmütter, Schwestern, Töchter, Schwägerinnen, Freundinnen oder andere liebe Menschen stricken. Und wer mag und ausreichend Zeit hat, schenkt vielleicht auch gleich noch die passende Mütze dazu. (Und denkt dran, das Bündchen mit dünneren Nadeln zu stricken, damit es am Ende nicht so ausgeleiert sitzt wie bei mir! BTW: Lässt sich das eigentlich im Nachhinein irgendwie schön straffen, ohne dass man gleich ein neues Bündchen dranstrickt?)

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3. Ein Tusch für Taschen!

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Taschen sind so ein Ding, das jeder gerne in verschiedensten Ausführungen hat/gerne hätte, für das sich aber schnell (zu) viel Geld ausgeben lässt, das man dann häufig doch lieber in ein Kleidungsstück investiert. Von daher sind sie ein schönes Geschenk, das sich wahlweise ganz einfach aber auch sehr aufwändig gestalten lässt, je nach Wunsch/Vermögen/Zeit.

Eine Wickeltasche und eine Clutch habe ich euch hier schon mal gezeigt. Das schöne an obigem Modell („Luna“ von Machwerk) ist, dass es sich wenden lässt – da hat der/die Beschenkte dann sogar gleich zwei Taschen in einer. Und überhaupt jede Menge Stauraum. (Bitte nicht so genau auf meine Umsetzung achten: die Tasche stand ganz am Beginn meines Näh-Revivals und ist nicht so ganz optimal geworden damals …)

Wendetasche