MeMadeMittwoch macht den Parka fertig

Lange war es still hier im Blog. Drei Schnupfen wollten auskuriert, die Buchmesse besucht, Besuch bewirtet, der lädierte Rücken verarztet – und vor allem der Parka endlich fertiggenäht werden. Und voila, pünktlich zum heutigen Me Made Mittwoch ist es endlich soweit. Okay, ehrlich gesagt habe ich vergessen die Kapuzenbänder einzuziehen und die Wendeöffnung im Futter ist noch nicht zugenäht, aber das würde ja keine*r sehen, hätte ich es euch nicht just verraten. Also ein großer Tusch und Vorhang auf für mein vor Urzeiten begonnenes Stück Herbstgarderobe, das ich nun tatsächlich noch im Herbst tragen kann:

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An der Frau sieht das gute Stück ganz schön groß aus, denn der Schnitt (Modell 129 aus der Burdastyle 9/2012) fällt riesig aus (und hat riesige Taschen … und eine wirklich riesige Kapuze …). Dank der Taillendurchzugbänder lässt es sich aber gut auf Linie bringen und außerdem ist ein bisschen Platz für dicke Pullis bei einer Wind-und-Wetter-Jacke ja auch nicht das schlechteste.

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(Entschuldigt bitte die mäßige Fotoqualität. Der persönliche Blogassistent meiner Wahl hatte heute leider überhaupt gar keine Zeit und hat mich daher nur in zwei Minuten per Handykamera auf dem Weg zur S-Bahn ganz fix abgelichtet, auf mein drängendes MeMadeMittwoch-Betteln hin … der Rest musste dann per Spiegel-Selfie ergänzt werden). Voller Stolz habe ich den Parka heute das erste Mal ausgeführt. Dabei sind einige Details alles andere als perfekt geworden, zumal sich mein gewachster Stoff nicht bügeln lässt, aber ich bin im Großen und Ganzen zufrieden – und habe nach zwischenzeitlicher Ratlosigkeit bzgl. einiger Arbeitsschritte, viel Gegoogle und Durchwurschteln auch einiges dazu gelernt: Tunnelzugdurchzugschlitze verstürzen, zum Beispiel. Oder eine verdeckte Knopflochleiste nähen. Abgesehen von den Ärmelbündchen, bei denen ich den Gummizug weggelassen habe und stattdessen gerne mal das (irgendwie improvisiert eingenähte) Ärmelfutter nach außen klappe, habe ich den sehr detailreichen Schnitt unverändert gelassen. Zur Materialwahl hatte ich ja im ersten Parka-Beitrag schon ein bisschen was gesagt. Dazu sind seither noch wunderschöne Knöpfe aus Kokosholz hinzugekommen …Parka_Knopf

… um die es angesichts der verdeckten Knopflochleiste fast ein wenig schade ist, aber dann muss ich die Jacke eben öfters mal offen tragen. Zu dem Schnitt gibt es übrigens auch einige andere schöne Modelle im Netz zu bewundern. Ganz besonders gut, was Umsetzung und Materialwahl angeht, gefällt mir die winterliche Version von Andrea von Lya und ich (danke nochmal fürs zwischenzeitliche Mutzureden bzgl. meiner Rückenschlitzkrise!). Nicht ganz mein Stil, aber auch eine besondere Umsetzung ist die von MagdaB aus Segeltuch. Ganz klassisch in Olivgrün kommt die Version von Redredhoodie daher und diverse Modelle, teils auch wattiert, finden sich in der Community der russischen Burdastyle.

5.1.2015: Und weil’s so schön war und ist mit dem Parka (in den vorne sogar ein getragenes Baby reinpasst) nominiere ich ihn hier als mein Lieblingsnähprojekt 2014 bei Pattydoo.

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Langzeitprojekt Parka

Spricht hier jemand burdastylisch? Wenn ja, dann bitte ich um dringende Übersetzungshilfe. Draußen ist es grau in grau, es drohen regnerische Herbsttage und da möchte ich doch bitte, bitte endlich meinen Parka fertignähen, der hier schon seit vergangenem Herbst seiner Fertigstellung harrt.

Dabei ist dieses Modell aus Burdastyle-Heft 9/2012 doch laut Model „ein Alltime-Favorite“ und soll dies, so wie ich es vor meinem inneren Auge sehe, auch für mich irgendwann werden.

Parka_Schnittmuster

Bislang sieht er aber erst ungefähr so aus …

Parka_unfertig6Parka_unfertig7

 

… und wächst nur dann und wann mal um einen Ellenbogen-Patch oder ein Taillen-Durchzugsband im Schneckentempo weiter. Das Problem ist nicht unbedingt vielleicht, dass Burdastyle ihn dem Näh-Schwierigkeitsgrad gemäß als „Masterpiece“ einstuft. Oder aber, dass Burda anscheinend eine andere Sprache spricht als ich, anstatt – wie die vielen, vielen großartigen Tutorial- und E-Book-Verfasser*innen da draußen – eine vernünftige, verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zu schreiben. Oder vielleicht stehe ich auch einfach auf dem Schlauch.

Da stehen dann so Sätze wie:

„Die Besatzstreifen (b) rechts auf rechts über der Schlitzmarkierung auf die Vorderteile stecken. Von links schmal um die Markierung herumsteppen. Zwischen den Stepplinien einschneiden. Besatzstreifen nach innen wenden.“

Oder:

„Am linken Rückenteil die Schlitzkante bis 1,5 cm vor die Linie ,links Kante‘ zurückschneiden. Nahtzugaben der Mittelnaht schräg in die Ecke einschneiden.“

 

Und ich blicke auf meinen halbfertigen Parka, lese mir diese Sätze einmal durch, zweimal, dreimal, dutzendmal, denke einmal, zweimal, dreimal, dutzendmal: häh?! Und überspringe einfach den entsprechenden Schritt und nähe woanders weiter.

So kommt es also, dass mein zukünftiger Lieblingsparka zwar noch keinen rückwärtigen Schlitz und noch keinen Taillendurchzug hat, dafür aber schon eine große Kapuze …

Parka_unfertig5 

… geräumige Blasebalgtaschen …

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… und ein Futter, dem man mal wieder ansieht, dass ich ein gewisses Faible für Dunkelblau, Rot und Streifen habe. Oder einfach zu geizig sparsam war, noch mehr von dem schönen Ringeljersey bei Martino Stoffe zu kaufen und stattdessen endlich mal ein wenig von der knallroten Baumwolle zu verwenden, die ich mir mit Händen, Füßen und Arabisch-Kauderwelsch-Büchlein vor über zwei Jahren auf einem Kairoer Stoff-Basar erfeilscht habe. (Anders als im Originalmodell, habe ich übrigens auch die Kapuze mit Futter ausgekleidet.)

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Wenn mein Parka dann irgendwann mal fertigwerden sollte, wird er deshalb auch rote Taillen- und Kapuzen-Durchzugsbänder haben. Und bei den Ellenbogen-Patches habe ich mit Zickzackstich ebenfalls einen kleinen roten Akzent gesetzt. Der Hauptstoff stammt mal wieder vom Stoffmarkt Holland und ist irgendwas Wetterfestes, Barbour-Jacken-artiges, Gewachstes. (Das kann man übrigens auch selbermachen, habe ich kürzlich auf Sinjes Blog „Strich und Faden“ entdeckt, die sich aus selbstgewachster Baumwolle einen wunderschönen Friesinnennerz gezaubert hat.)

So gänzlich ungesäumt, ohne geraffte Taille und noch nicht in seinen Einzelteilen zusammengesetzt sieht mein zukünftiger Parka noch ein wenig sackig aus. Die Kapuze ist wirklich riesig und das ganze Modell vielleicht doch eine Größe zu groß zugeschnitten, dafür aber dicker-Pulli-drunterzieh-kompatibel. Und statt weiterzunähen nutze ich die Quality Time, die Vater und Sohn bei einem gemeinsamen Herbstspaziergang miteinander verbringen dazu, ein paar Selfies zu schießen:

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P.S. Meine Bitte um Übersetzungshilfe ist durchaus ernst gemeint. Wenn irgendwer – im Ideallfall irgendwer derdie diesen Parka auch schon mal genäht hat – sich einen Reim auf obige Anleitungszitate machen und mir weiterhelfen kann, sind mein Parka und ich sehr, sehr dankbar! 🙂