Geschenke zum Anlehnen

Statt Kind- und Kegel-Kleidung gibt es heute kurz mal zwei Kissen zu sehen. Zwei liebe Freunde haben am Wochenende Geburtstag gefeiert. Und weil die beiden ein grünes Sofa ihr eigen nennen, hatte ich schon lange die Idee, einen meiner nigerianischen Waxprint-Stoffe (hier schon einmal zu sehen, es ist aber keiner aus Schwiegermamas Nachlass) zu Kissen zu verarbeiten. Ich finde, das geometrische Muster eignet sich ganz hervorragend für gepolsterte Quadrate:

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Schöner Weise habe ich noch jede Menge von dem tollen Stoff übrig, die Waxprints werden immer in großen Ballen verkauft. Insofern werde ich bei Gelegenheit noch Kleidung oder vielleicht auch noch weitere Kissen für den Eigengebrauch nähen, so als knalligen Hingucker auf dem heimischen roten Sessel und Sofa:

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Die Kissenhüllen sind 40 mal 40 Zentimeter groß und mit Reißverschluss genäht. Wer dafür eine Anleitung braucht, findet sie zum Beispiel hier bei Lillesol und Pelle  kostenlos, gut verständlich, bebildert und alternativ auch mit Knöpfen statt Reißverschluss zu nähen.

Weitere Kissen (sehr viel anspruchsvoller als meine) gibt es bei der Kissenschlacht-Linkparty zu sehen.

Eine schöne Woche euch allen!

Manchmal auch für Mädchen

Es ist wirklich großartig, kleine Jungs zu benähen. (Also: vor allem meinen kleinen Jungen. 🙂 ) Und deshalb muss ich hier auch bald mal wieder ein paar (bislang noch nicht blogtauglich fotografierte) neue Sohnemann-Outfits vorstellen.

Aber manchmal mag ich auch für Mädchen. Nicht wegen Pink und so. Sondern wegen der vielen schönen Rock- und Kleiderschnitte da draußen.

Kürzlich (also: auch schon wieder einen Monat her …) durfte ich mal wieder. Denn mein Patenkind hat seinen dritten Geburtstag gefeiert und per Post habe ich eine Tunika nach dem so einfachen wie schönen „Peplum“-Schnitt aus der Ottobre 1/2015 beschert:

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Da ich vom blauen Stoff ein kleines bisschen zu wenig hatte und der farblich so schön passende grüne Pünktchenstoff nur noch ein Rest aus der Weihnachtspumphosenmanufaktur war, musste ich ein bisschen puzzeln und am rückwärtigen Rockteil ein bisschen patchen, aber irgendwie hat es am Ende dann doch noch gerade so gereicht.

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Nächstes Mal gibt es dann wieder Sohnemann-Mode zu sehen. Und als Inspiration für die nächsten Projekte, schaue ich mich jetzt noch beim Juni-Kiddikram um.

Spontane Sonntagshose

Gestern war Stoffmarkt Holland. Strahlender Sonnenschein, stoffsüchtig drängelnde Nähnerd-Massen, akuter Kaufrausch – ihr kennt das, Stoffmarkt eben. Während mir in der warmen Frühlingssonne und angesichts der viel zu vielen schönen Stoffe bald der Schweiß ausbrach, hatte das stoffelnde Getümmel auf Sohnemann eine geradezu meditative Wirkung: er schlief ein (und muttern kaufte unbemerkt noch mehr Stoffe).

So lassen sich auf dem Balkon gerade senfgelber Cord, orange bevogelte Baumwolle und grün-rote Jerseybirnen die Vorwäsche aus den Fasern tropfen. Und obwohl ich außerdem noch siebziger-Jahre-Retroblümchen, noch mehr Cord und jede Menge Bündchen gekauft habe – habe ich gestern, kaum vom Stoffmarkt zurückgekehrt, einen fast vergessenen Riley Blake-Webstoff (Penny Lane Collection) aus dem Regal gezogen, den ich schon vor Jahren gekauft hatte.

Daraus wurde dann diese spontane Sonntagshose …

Pünktchenhose

… die wie ich finde viel besser zum kürzlich bereits vorgestellten Krabbeltier-Sweatshirt passt, als die ursprünglich geplante Upcycling-Jeans-Pumphose (die aber auch schon zugeschnitten ist). Der Schnitt ist erneut „Streaky Legs“ aus der Ottobre 1/2015, wobei ich diesmal oben ein schmales Saumbündchen angesetzt habe, statt Gummiband einzuziehen. Die Fußbündchen sind nur etwa halb so lang geworden, wie im Schnitt vorgesehen, weil ich nicht mehr so viel von dem Stoff übrig hatte – aber so gerne ich breite Krempelbündchen mag, ich finde, die machen sich auch so ganz gut. Und nachdem ich bislang hauptsächlich Jerseykleidung für Sohnemann genäht habe, bin ich ganz angetan von der Webstoff-Variante.

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(Sowohl Sweatshirt, als auch Hose bieten mit Größe 86 noch viel Raum zum richtig Reinwachsen. Ich finde ja, wenn man sich schon die Mühe macht, Babykleidung zu nähen, dann soll sie doch wenigstens auch so lang wie möglich halten … 😉 ).

Mit einer Verlinkung zu Kiddikram und Made4Boys verabschiede ich mich in den Abend und wünsche euch eine schöne Woche!

Das Ende der Vorfrühlingsfaulheit

Zuallererst muss ich mich bedanken. Bedanken bei all jenen treuen Leser*innen, die trotz monatelanger Stille meinerseits Tag für Tag meine Blogseiten aufgerufen haben. Ich bin ehrlich gerührt! Und entschuldige mich im zweiten Schritt für eben jene Stille, die zum einen einem recht spontanen Umzug und zum anderen der nach stressigen Kistenpack- und -schlepp-Wochen akut einsetzenden Vorfrühlingsfaulheit zu schulden ist. Viel schneller (und schöner!) als erwartet kam im Februar nämlich plötzlich eine neue Wohnung des Weges, die wir dann innerhalb von nur zwei Wochen holterdiepolter beziehen konnten. Da blieb irgendwie keine Zeit, sich hier höflich abzumelden …

Nun aber ist es Zeit, mich mal wieder zu Wort zu melden. Denn der Umzug an sich hat neben besagter Faulheit eigentlich vor allem jede Menge DIY-Motivation mit sich gebracht – habe ich doch jetzt tatsächlich so etwas wie ein Nähzimmer! Ein Plätzchen, in dem sich meine Stoffe ganz ungestört breitmachen dürfen und an dem ein Nähtisch steht, unter dem Sohnemann fleißig Krimskramstüten inspizieren und Schnittpapierfetzen aus dem Mülleimer fischen kann. Zumindest einer meiner „guten Vorsätze“ oder vielmehr Wünsche für dieses Handarbeitsjahr ist damit schon mal in Erfüllung gegangen. Da näht es sich doch gleich viel besser. Zumal ich schon längst einige Ottobre-Modelle testen wollte und außerdem kürzlich dem Dawanda-Lovedeal nicht widerstehen konnte und mir (natürlich entgegen des guten Vorsatzes, erstmal Vorräte aufzubrauchen …) die aller-wunderschönsten Bio-Jerseys von Birch in der Eulenmeisterei bestellt habe.

Und nun, da die herrliche Frühlingssonne überall Blumen und gute Laune hervorzaubert, habe ich auch endlich mal ein paar Fotos von den fertigen Frühlings-Teilen für den kleinen Mann, der in den vergangenen Wochen das große Krabbeln begann, geschossen. IMG_8369

Fürs erste Outfit habe ich allerdings tatsächlich erstmal Reste aufgebraucht. Da der grüne Kinderjersey vom Stoffmarkt Holland nach der Weihnachtsgeschenkeproduktion nicht mehr ganz für komplette Kleidungsstücke reichte, habe ich ihn mit einem sehr feinen, glänzenden Jersey in Dunkelblau, den ich schon vor Jahren mal bei JP Stoffexport in der Frankfurter Innenstadt besorgt hatte, kombiniert. Die Schnitte stammen aus der Ottobre 3/2014: Die kurze Jerseyhose „Baboon“ mit Popoeinsatz in Kontraststoff (Ösen und Bindeband habe ich weggelassen …) und das T-Shirt „Spot Fish“ ergeben zusammen nun ein, wie ich finde an Sporttrikots erinnerndes, Krabbel-Outfit in Größe 80. Die Ärmel finde ich relativ schmal geschnitten, die Dreiviertelhose sieht in Kombi mit Strumpfhosen noch ein wenig nach Hochwasserhose aus, aber nun ja …

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Nun aber zu den Birch-Jerseys.

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Diese wunderschönen Elefanten zieren nun die Sweathose „Streaky Legs“ aus Ottobre 1/2015 in Größe 86. Das eingezogene Gummiband scheint mir viel zu weit zu sein, obwohl ich es schon kürzer als in der Anleitung angegeben zugeschnitten habe. Vermutlich trenne ich den Bund also nochmal auf oder setze sogar ein Stück von dem perfekt passenden roten Bündchenstoff von „Nähe Main“ oben an, was meint ihr? IMG_8384IMG_8386IMG_8397

Da ich noch ein bisschen von dem halben Meter Stoff übrig habe, werde ich wohl noch ein passendes unifarbenes Shirt mit Elefanten-Akzenten zur Hose dazu nähen. Oder eine Zipfelmütze. Oder einfach ein Halstuch, mal schauen. Ganz verliebt bin ich auch in diesen Kribbel-Krabbel-Jersey von Birch, der perfekt in frühlingshaftes Gebüsch passt:

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Eigentlich wollte ich daraus das „Meow Meow“-Sweatshirt aus der Ottobre 1/2015 nähen, dafür reichte der Stoff aber nicht aus. Stattdessen habe ich mich nun erstmals an einem Kreuzausschnitt versucht und das Shirt nach der kostenlosen Anleitung von Fabrik der Träume in Größe 86 genäht. Der Ausschnitt ist noch eher so semiprofessionell geworden, das liegt aber eher an mir und dem Bündchenstreifen-Gefriemel als an der Anleitung…IMG_8382

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Sohnemann trägt es jetzt schon, obwohl die Ärmel noch ein bisschen lang sind und der schöne Stoff eigentlich viel zu schade zum Boden-Staubwedeln ist… Insektenshirt

Die Reste des Käferstoffes geben wahrscheinlich noch ein paar hübsche Taschenaufsätze oder Patches für eine aus alten Jeans upcycelte Frida-Pumphose her. Weitere Birch-Schnäppchen liegen schon auf dem Nähtisch, ein Lillestoff-Spielanzug ist bereits in Babys Kleiderschrank eingezogen (und wird hier präsentiert, sobald er passt und das Wetter kurzärmelige und -beinige Einteilermode erlaubt…).

Und uiuiuiui: morgen gastiert mal wieder der Stoffmarkt Holland in Frankfurt! Mit dem Vorsatz, keine neuen Stoffberge anzuhäufen, wird das also wohl nichts mehr dieses Jahr. Dafür gibts aber hoffentlich bald wieder neue Anlässe zum Bloggen … Bis dahin, genießt den Frühling!

Und ich schicke meine Frühlings-Auferstehung noch fix zum April-Kiddikram und Made4Boys.

P.S. Gerade habe ich die lustige Linkparty „Elefantenliebe“ entdeckt – da MUSS ich all meine Elefanten natürlich auch noch hinschicken!

White Style

Übers Wochenende ist mir die deutsche Ausgabe der finnischen Schnittzeitschrift „Ottobre Design Kids Fashion“ ins Haus geflattert. Schon öfter hatte ich am Zeitschriftenregal stehend mit ihr geliebäugelt, die Schnitte und Stoffe toll und abwechslungsreich gefunden und sie daher nun mal probehalber abonniert. Neben der aktuellen Ausgabe 1/2015 hatte ich mir noch eine 2014er-Ausgabe bestellt und so sehen die beiden aus:

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Und im Inneren entdecke ich unter anderem folgende Bilder:

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Vielleicht ist es Zufall. Vielleicht aber auch nicht, wenn man mal im Online-Angebot der Ottobre blättert. Fakt ist jedenfalls: Beide Titelbilder zeigen keine weißen Kinder.

Warum ich das so betone? Weil ich es erfreulich und der Vielfalt unserer Gesellschaft angemessen finde. Vor allem aber, weil ich den Eindruck habe, dass eine solche Titelseiten- und Fotostreckengestaltung hierzulande (leider) außergewöhnlich ist. Ich will gar nicht vom weißen Norm-Schönheitsideal sogenannter Frauenzeitschriften im allgemeinen sprechen – bei den DIY-Zeitschriften zu bleiben reicht mir schon voll und ganz.

Vielleicht habe ich bislang die falschen Schnittzeitschriften gelesen oder insgesamt zu wenige. Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß: in rund zwei Jahren (2012-2014), in denen ich das in Deutschland wohl bekannteste Schnittmuster-Magazin „Burdastyle“ abonniert hatte, habe ich nicht ein einziges Mal People of Colour auf dem Titel gesehen. Und auch im Inneren der Zeitschrift habe ich fast vergeblich nach nicht-weißen Models gesucht. Gerade habe ich rein willkürlich rund ein dutzend Ausgaben aus dem Regal gezogen und durchgeschaut. Und von zwei schwarzen Models abgesehen, die jeweils in so einer Art „ganz normale Leute von der Straße präsentieren ihre Lieblingsmode“-Fotostrecken auftauchten (und von denen eins zufälligerweise das spätere Germany’s Next Topmodel Lovelyn ist …) tauchten die einzigen PoC dort auf, wo

a.) Leserinnen ihre selbstgemachten Modelle präsentierten (was schon mal zeigt, dass die Leserschaft der Burdastyle trotz allem nicht rein weiß ist!)

b.) Trends der internationalen Laufstege mit der Heftmode verglichen wurden (es ist schon recht bezeichnend, dass ausgerechnet dies die Seiten mit den meisten PoC, sprich: überhaupt welchen sind, bedenkt man, dass die Laufstege dieser Welt ja nun auch alles andere als ein Spiegel der vielfältigen Wirklichkeit sind…)

c.) sie als „exotisches“ Accessoire für weiße Models dienen.

Das klingt euch jetzt zu krass? Beispiel gefällig? Bitteschön (aus: Burdastyle 6/2012):

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Eine detaillierte Kritik könnte schon bei der Überschrift ansetzen (die einige Monate später exakt so über einer DIY-Fotostrecke zu Safari-Wildtier-gemusterten Wohnaccessoires steht, aber das nur am Rande …), denn einen Karen-Blixen-Buchtitel zu zitieren zeigt schon recht deutlich, dass es hier nur um eines geht: um weiße Menschen vor „afrikanischer“ Kulisse bzw. um eine weiße Sicht auf „Afrika“.

Auf diese Weise vorgewarnt macht es mich dann aber trotzdem sprachlos, wie dreist Schwarze Menschen hier darauf reduziert werden Kulisse oder Accessoire zu sein. Denn nein, Stoff und Schnittmuster der von Schwarzen Menschen getragenen Mode wird natürlich nicht benannt. Stattdessen geht es ausschließlich um die Safariwestenmode des blonden Models, die vor/neben Schwarzen Menschen in Szene gesetzt wird.

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Und diese (im Heft natürlich noch viel zahlreicheren) Schwarzen Kinder werden im Bildtext übrigens als „große Fangemeinde“ bezeichnet, derer sich die Chiffonbluse der weißen Frau erfreut … (zum Thema Schwarze Kinder als Kulisse für weiße Frauen immer wieder gut: dieser Text des Satireblogs The Onion).

So viel zu einem der offensichtlich rassistischen Beispiele, die mir beim Blättern so in die Hände gefallen sind. Was mir außerdem aufgefallen ist: Das in gefühlt jedem zweiten Heft mindestens eine Themenstrecke sich „Ethno“-Looks widmet, sprich: Stilelemente nicht-weißer/nicht-europäischer/nicht-westlicher Menschen aufgreift („inspiriert von Nomadenvölkern“) und diese – na? – genau: an weißen Models präsentiert. Betextet wird das dann wahlweise als „exotisch“, „exotisch“ oder „exotisch“ (teilweise fällt der Begriff sogar mehrfach innerhalb einer ohnehin nicht gerade textreichen Fotostrecke); Muster/Schnitte/Stile sind wie auf Knopfdruck „sinnlich“, „wild“ oder gleich „animalisch“, sie versprechen „Asia-Touch“ oder „Orient-Look“, „südliche Lässigkeit“, „Südsee-Feeling“ oder das „rassige“ Temperament „feuriger Sizilianerinnen“ oder klammern bestimmte Bevölkerungsgruppen aus, wenn sie von „optimistischen 50er“ Jahren in den USA sprechen (ich würde mal tippen, dass Afroamerikaner*innen dieses Jahrzent anders bezeichnen würden als die Mad Menesk gestylten weißen Models im Heft…) oder weiße Frauen samt Traumfängern und Lederfransen in den Native-American-freien Wilden Westen schicken. (Dass sich die Kosmetiktipps nur an Frauen richten, deren Hautton dem gleicht, was gemeinhin als „nude“ bezeichnet wird, tatsächlich aber nackte dunkle Haut ausklammert, ist dann nur noch ein Detail am Rande.)

Ich könnte weitere, weitere und weitere Beispiele nennen, aber ich ärgere mich schon so genug. Und als weiße Frau kann ich nur ahnen, wie es PoCs gehen muss, die sich beim Blick in solche Zeitschriften gar nicht oder nur auf exotisierende und rassistische Weise repräsentiert sehen.

Dass es anders geht, zeigt auf wohltuende Weise die „Ottobre“. Aber kann das alles sein? Gibt es noch weitere positive Beispiele von DIY-Zeitschriften da draußen, die nicht Weißsein als Normschönheitsideal vorgeben, sondern der Vielfalt unserer Gesellschaft Rechnung tragen? Und wenn nicht: wie können wir das ändern?

Ich freue mich auf eure Tipps, Erfahrungen, Diskussionsbeiträge!  (Worauf ich aber keine Lust habe: auf „das ist doch gar nicht rassistisch“-Kommentare von Menschen, die sich offensichtlich noch nicht damit beschäftigt haben, was Rassismus ist. Danke!)

Update, 30.1.: In einem Blogeintrag von 2013 fiel hier auch schon mal jemandem auf, wie weiß die Burdastyle ist.

Update 31.1.: Natürlich (Gottseidank!) bin ich nicht die erste, die sich diesem Thema widmet. Jenny hat schon 2012 einen super Text zum „BS & BS“ (Bullshit & Burdastyle) verfasst.

MMM-Minirock

Ich war ja echt gerne schwanger. Aber das schöne am Nichtmehrschwangersein (neben Sohnemann natürlich!) ist, dass mein Kleiderschrank plötzlich wieder ganz andere Outfits ausspuckt als letztes Jahr um diese Zeit, als gerade überall die Knöpfe und Reißverschlüsse nicht mehr zugehen wollten.

Zum Beispiel dieses hier, das ich mit Vergnügen zum heutigen MeMadeMittwoch schicke:

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Der an sich ganz harmlose Minirock war nach diesem Burdastyle-Schnitt recht fix genäht. Und obwohl ich eine Weile damit gehadert habe, ob der knallorange Reißverschluss wirklich eine gute Idee war und ob die Blasebalgtaschen tatsächlich so gut aussehen wie sie praktisch sind, habe ich mich nach längerer Abstinenz gerade wieder ganz neu verliebt in diesen Rock (nur leider hat’s mir gerade eine Laufmasche in die farblich perfekt passende Strumpfhose gerissen, verdammt …!). Von schlicht bis peppig gibt er je nach kombiniertem Outfit viele Tragemöglichkeiten her.

Der blaue Wollstoff mit orangen Karos stammt – na, woher wohl? – vom Stoffmarkt Holland. Und um den Hals trage ich dazu einen irgendwann mal mit ganz schneller (dicker) Nadel im Patentmuster gestrickten Loop.

Hier noch ein paar Detailaufnahmen vom Rock (wie immer etwas knittrig, ich bügele einfach überhaupt nicht gerne … :-p):

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So und jetzt bin ich gespannt, was die anderen Nähnerds so zum #MMM geschickt haben (und wie euch mein MMM-Minirock gefällt)!

Handgemachte Vorsätze

Noch ist das neue Jahr frisch und neu, wenigstens ein bisschen. Und ehe es endgültig alt und abgehangen ist, setze ich mir hier noch fix ein paar handgemachte Vorsätze. (Verwerfen kann ich sie dann später immer noch … 😉 )

1. Let love be your energy! Auch mal was für meinen Mann nähen/stricken. Außer einem Loop (und einem nicht mehr vorzeigefähigen Strickschal) ist da in den letzten Jahren echt noch nicht viel abgefallen … und natürlich weiterhin ganz viel für den Sohnemann.

2. Mehr Muster! Die eigenen Fair Isle-Skillz verbessern (oder Norwegermuster oder wie auch immer man es nennen möchte). So ganz hab ich den Dreh noch nämlich noch nicht raus, wie man die mitlaufenden Fäden auf der Rückseite exakt so straff zieht, dass sich das Muster auf der Vorderseite optimal entfaltet, das Strickstück aber nicht verzieht. Bisherige Versuche siehe hier und hier. Tipps, anyone? Und kann diese Steek-Technik oder wie sie heißt da Abhilfe schaffen?

3. Detailtreue! Neue Anschlagtechniken lernen, elegantere Randmaschen stricken, schöner vernähen… – und verstehen, wie das eigentlich genau mit dem Spannen/Dämpfen von frisch entnadeltem Strickzeug funktioniert. Sofern überhaupt bemüht, hat meine „Technik“ diesbezüglich meist wenig bewirkt und Ränder (z.B. dieser Decke) rollen sich immer noch munter ein.

4. Platz schaffen zum ersten! Den Kurzwaren-Messi in mir ein wenig zügeln und auch mal Stoffe und Wolle aus den diversen Kisten, Körben, Schubladen und Taschen in den Untiefen unserer Wohnung verwenden und nicht umgehend durch neue Stoff- und Wollberge ersetzen. (Nur durch ganz besonders schöne, nötige… 😉 )

5. Platz schaffen zum zweiten! Falls wir bald mal eine neue Wohnung finden und falls wir dann den Platz haben: eine richtig schöne Handarbeitsecke einrichten. So richtig mit Garnrollenhalter an der Wand und schön gefalteten Stoffen im Regal und so. Statt mit Nähmaschine zwischen Laptop und Drucker auf dem Schreibtisch und Stoffzuschnitt auf dem Bett oder Wohnzimmerfußboden (träum weiter!).

6. Ego streicheln! Sprich: immer mal wieder nette Kleinigkeiten für mich selbst herstellen. Weniger kaufen. Die eigene Garderobe mit immer schöneren und immer passgenaueren Lieblingsteilen aufpimpen und umgehend beim Me Made Mittwoch präsentieren!

7. Upcyclen! All jene überflüssigen Kleidungsstücke, die im Schrank verstauben, einer neuen Bestimmung zuführen – und sei es nur als Bündchen/Tascheneingriff einer Babypumphose oder Rückseite eines Sabbertuchs. Reißverschlüsse, Knöpfe, etc. raustrennen und im Nähnerd-Ersatzteillager verwahren. T-Shirt-Garn herstellen. Einen Beekeepers-Quilt aus Wollresten stricken. Oder so.

8. Stressfrei schenken! Also vor allem: rechtzeitig planen. Einen DIY-Geburstags- und Weihnachtsgeschenkkalender anlegen oder so und gemütlich übers Jahr hinweg abarbeiten (Weil es ja sonst doch immer dasselbe Gestresse ist. Siehe hier, hier oder hier.). Dann komme ich zur Abwechslung vielleicht sogar mal dazu, mich an einem Weihnachtskleid-Sewalong oder einem Frühlingsjäckchen-Knitalong oder ähnlich schönen Aktionen zu beteiligen.

So, das soll fürs erste reichen. Und ihr so? Auch irgendwelche Vorsätze fürs Handarbeitsjahr gefasst?

Der Rest vom Fest

Es hat sehr geweihnachtet. Im Winterurlaub hat es sehr geschneit. Und schwupps, war das Jahr vorbei und fast hätte ich vergessen, dass es diesen Blog gibt. Fröhliches Fest und guten Rutsch gehabt zu haben, allerseits!

Dass es hier solange still war, lag aber nur in letzter Konsequenz an Weihnachtsfeierei, guter Rutscherei und Winterurlaub. Vor allem lag es daran, dass ich viel gehandarbeitet habe, statt darüber zu schreiben. Nun aber, da das neue Jahr blank und glitzernd wie ein frischer Allgäu-Schneeteppich vor und das alte Jahr mitsamt seiner adventlichen Hochleistungs-Geschenkeproduktion hinter mir liegt, wird es Zeit für eine nachträgliche Bescherung. (Schließlich wollte ich vor Weihnachten noch nichts verraten …)

Hier also kommt er, der Rest vom Fest, die Bilanz des Geschenke-Popanz‘:

1. Pumphosen-Manufaktur

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Weil 2014 ein äußerst fruchtbarer Jahrgang war, gab es viele kleine Menschen zu bescheren. Das wunderbare E-Book Frida 2.0 vom Milchmonster hatte ich schon einmal in seiner Freebook-Version (nur kleine Größen) für den häuslichen Gebrauch getestet…

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… und für so gut befunden, dass ich es mir nun noch als Komplettfassung gegönnt und eine weihnachtliche Pumphosen-Manufaktur eröffnet habe:

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Zusätzlich habe ich auch noch das Freebook RAS vom Nähfrosch ausprobiert (das Ergebnis aber vergessen einzeln zu fotografieren, im Gruppenbild ist es ganz rechts zu sehen, in grün). Das Modell ist noch eine Spur leichter zu nähen als die Frida und ein bisschen gerader, weniger pumpig geschnitten.

Den Schnitt für die Halstücher habe ich mir anfangs selbst abgenommen und bei den weiteren Modellen habe ich dann die Freebook-Schablone Baby-Basics Nr. 1 von Krumme Nadel verwendet.

Die Stoffe (wie auch die nun folgenden) stammen alle entweder vom Stoffmarkt Holland oder von Martino-Stoffe – und auf der Suche nach Bündchenware habe ich im Frankfurter Brückenviertel ein neues, sehr niedliches kleines (glaube ich noch Homepage-loses) Näh-Lädchen namens „Nähe Main“ entdeckt.

2. Loop-Whoop!

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Loops sind eines meiner Lieblingsgeschenke. Einfach, aber wirkungsvoll. Nachdem zu einem früheren Weihnachten die Männer der Familie beschenkt wurden, waren dieses Mal ein paar Loops für die Damenwelt dran:

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3. Kleidsames und Gesocks

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Fürs Patenkind habe ich mich an dieses hübsche Modell von Drops gewagt (mitsamt der passenden Drops-Baby-Merino-Wolle). Und weil das ein wenig länger dauerte als gedacht, ist vom letzten Geschenk nur die Hälfte pünktlich fertig geworden:

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(Das lag aber offen gestanden nicht nur am rotweißen Kleidchen, sondern auch daran, dass das hübsche Sockenmuster Maeva von Stefanie Bold auf Ravelry sich mit 2er-Nadeln, schwarzer Wolle und Winterabendmüden Augen nur sehr, sehr langsam strickt. Nachmacher*innen sollten sich also besser schon im Frühling an die Nadeln setzen. Und nicht erst Ende November …)

So, und was habt ihr so verschenkt? Oder geschenkt bekommen? Ich freue mich auf eine schöne Bescherung und Inspiration für den nächsten Geschenke-Reigen!

Morgen Kinder, wird’s was geben!

Der Himmel ist strahlend blau. Die Sonne hat mir beim Kinderwagen-Sport am Main lange Schatten über die Schultern ins Herbstlaub geworfen. Ach Herbst, was bist du schön!

Aber trotz allem liegt ein wenig Winter in der Luft. Und Weihnachten. Beim Gang vor die Tür hat mich heute erstmals die Kälte in die Finger gezwickt und Sohnemanns Hamsterbacken tiefgekühlt. Auf dem Römerberg trägt die Tanne schon längst Lichter und Schleifen und die Weihnachtsmarktbuden warten darauf, ab morgen literweise Glühwein in durstige After-Work-Kehlen zu spucken.

Ich komme also nicht umhin, mein hier gegebenes Versprechen einzulösen und zumindest zwei kleine Weihnachtsgeschenke-Tipps für die Kleinsten preiszugeben. Oder auch Geburtsgeschenke-Tipps, schließlich ist Weihnachten ja auch die Feier einer Geburt – und Babys kommen ohnehin das ganze Jahr über auf die Welt.

Man kann sie, gerade jetzt im Winter, natürlich wunderbar mit selbstgestrickten Jäckchen, Mützen oder ganzen Outfits oder Decken beschenken. Aber das dauert (zumindest bei mir) dann doch ganz schön lange. Deshalb tun es hier und dort vielleicht auch ein paar klitzekleine Kleinigkeiten, die man auch noch fertigbekommt, wenn man zum Adventsstart noch kein einziges Geschenk fertig hat.

1. Chucks für kleine Hipster-Babys

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Dieses Modell ist nicht nur ein toller Wollresteverwerter, sondern hat als Geschenk auch einen hohen Coolness-Faktor. Leider sind meinem eigenen Sohn die Dinger schon längst zu klein – ich empfehle, die Schühchen (nach der Anleitung von Cillidesign auf Ravelry) einfach ein bisschen größer zu stricken. Gehäkelt werden die kleinen Sneaker vielleicht noch etwas formschöner – Anleitungen dazu gibt es zum Beispiel hier, hier oder auch zahlreiche auf Ravelry – aber da ich lieber stricke, war ich mit der gewählten Anleitung ganz zufrieden und habe die Chucks auch schon mehrfach verschenkt.

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2. Schnuffeltier zum Liebhaben

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Kuscheltiere bekommen kleine Erdenbürger natürlich noch und nöcher geschenkt. Da finde ich es – ganz pragmatisch betrachtet – immer schön, wenn sie quasi einen doppelten Nutzen haben. Deswegen nähe ich gerne Schnuffeltüchertiere, die man herrlich vollsabbern, rumtragen, anknabbern kann, oder was auch immer Babys/Kleinkinder damit so anstellen möchten.

Man nehme: ein mehr oder weniger quadratisches (oder rechteckiges, oder rundes oder wie auch immer geformtes …) Stück Frottee (wer mag, kann dafür auch ein Handtuch recyclen!) und ein gleich großes Stück Kontraststoff (ich habe Baumwolle genommen, bestimmt gehts auch mit Jersey o.ä.).

Je nach Tierart kann man dann noch kurze oder lange Beine aus Frottee und Kontraststoff zuschneiden. Wenn man die rechs auf rechts zusammengenäht und gewendet hat, legt man sie in den Ecken zwischen Frottee- und Stoffquadrat, sodass die „Füße“/“Hände“ nach innen zeigen und näht den „Körper“ rundherum rechts auf rechts zusammen, wobei die Arme/Beine in den Ecken mitgefasst werden. An der oberen Seite lässt man mittig eine Wendeöffnung, in die später noch der Kopf des Tieres eingesetzt wird. Wenden und in die Arme/Beine evtl. noch einen Knoten machen.

Für obiges Modell, das mein Sohn momentan vollspeichelt, habe ich den Kopf nach dem Schnitt von diesem Kuschelhasen zugeschnitten, mit Bastelwolle gefüllt, und dann an der offenen Kante des Schnuffeltuchs festgenäht. Fertig, noch ohne besticktes Gesicht, sah das dann insgesamt so aus:

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Nach demselben Prinzip hergestellt und verschenkt (vorher aber nicht fotografiert) habe ich auch schon Frösche und Lämmer. Prinzipiell geht das sicher mit sämtlichen Viechern, tobt euch aus!

So, und ich schaue mal, ob ich mir beim Creadienstag oder beim November-Kiddikram noch ein paar Anregungenen für Geschenke holen kann!

Kasten-Kleid

Achtung, jetzt kommt ein Karton! Es sollte eigentlich mal ein Kleid werden, wenn es groß ist, aber dann wurde es kastiger als Bernd das Brot.

Aber von vorne.

Ich hatte einige Zeit die Burdastyle abonniert. Ich dachte, das macht man so als Nähnerd. Monat für Monat habe ich mich über manche Modelle gewundert (was ist das? Wer trägt sowas? Warum?) und bei vielen weiteren gedacht: das nähe ich nach, unbedingt, ein Traum. Umgesetzt habe ich es dann meistens nicht. (Deswegen habe ich das Abo auch irgendwann abbestellt. Zu viel Frust, wenn monatlich so viel verlockende Schnittmuster ins Haus flattern und dann ungenäht im Regal verstauben.)

Manchmal habe ich dann aber doch etwas genäht. Zum Beispiel dieses Kleid.

Es gibt ja so Modelle, da denkt man: Toller Schnitt, aber dieser Stoff, den die da genommen haben geht gar nicht. Bei diesem aber dachte ich: genau SO muss es sein.

Na ja, nur leider … – siehe oben, Stichwort Bernd. Meine Figur ist scheinbar nicht Burdastyle-kompatibel, fürchte ich. So verunsichert hat mich der an sich einfach zu nähende, aber dann so gar nicht sitzende Kasten-Schnitt, dass ich am Ende noch nicht mal die Schluppe angenäht habe, die mich an diesem Modell doch so ganz besonders angelacht hatte.

Trotzdem liebe ich dieses Kleid irgendwie. Es sitzt wie ein Sack. Es ist in der Taille weit, am Hintern eng und wenn man die Hände in den Nahttaschen versenkt wirft es komische Falten. Bis heute habe ich keine wirklich passende Strumpfhose/Leggins im Schrank.

Aber mit dem 1-Euro-Flohmarkt-Schal …

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… mit ein bisschen Vintage-Treppenhaus, Gürtel und Riesen-Ledertasche …

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… mit ausgelatschten Lieblingsstiefeln, ungekämmten Haaren und heißgeliebtem Schlabberjäckchen …

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… sieht es am Ende irgendwie doch ganz unauffällig charmant nach mehr aus als Bernd – und passt zu seiner Trägerin, die es momentan in ihrer Herbstgarderobe schmerzlich vermisst (weil: leider absolut inkompatibel mit ständigem oben-offen-Alltag als noch-stillende Säuglingsmama …) und es trotzdem morgen früh zum MeMadeMittwoch schickt.