Neu bemützt

Einen schönen ersten Advent allerseits! Eigentlich hatte ich geplant, zur Feier des Tages meine ersten Weihnachtskleid-Nähte beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch vorzuzeigen. Aber dort wird heute das Winterjacken-Sewalong-Finale gefeiert und das Weihnachtskleid muss aussetzen.

So komme ich endlich mal dazu, euch das Ergebnis herbstlicher Fernsehabend-Strickereien zu zeigen. Denn die Mütze vom letzten Jahr, passt Sohnemann nun nicht mehr recht über die Ohren. Also habe ich zur Jacke passende Wolle besorgt (Lana Grossa Bingo) und daraus eine fixe Ringelmütze mit Bommel und passendem Schal gestrickt. Das schöne an dem Muster „Double Rip Toddler Hat“ von Torun Espe auf Ravelry.com ist, dass sich unter dem Bündchen auch Ohrenklappen verstecken mit Bindeschnüren – die perfekte Kleinkindmütze, die mittlerweile täglich im Einsatz ist (es gibt die Mütze auch noch in einer schönen Zopfmusterversion, die ich eigentlich erst stricken wollte, aber da ich zwei Farben besorgt hatte, die Maschenzahl wegen dickerer Wolle reduziert hatte und vor allem einfach schnell fertig werden wollte, habe ich mich dann für die einfache Ringelversion entschieden). Der dazu passende Schal ist aus der Restwolle ohne Muster ganz simpel zwei-rechts-zwei-links gestrickt, mit ein paar Streifen und wirr abstehenden Fransen … 😉

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Oben habe ich schon die Mütze vom letzten Winter verlinkt. Dazu gehörten auch eine passende Jacke und Hose – und schöner Weise passt die Jacke immer noch und wird viel und gerne getragen:

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Die Hose hingegen ist nun zu weit: seit Sohnemann nicht mehr mit vollgefuttertem Bäuchlein auf dem Rücken liegt, sondern den lieben langen Tag herumläuft, rutscht ihm die Hose nach wenigen Schritten runter. Habt ihr einen Tipp, was man da machen kann? Gummiband einziehen? Innen irgendwas gegennähen?IMG_9277

Verlinkt bei Made4Boys, Kiddikram, Meitlisache.

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Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

Vielleicht hätte ich mich mit Sohnemanns 1. Geburtstag hier einfach direkt verabschieden sollen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht so eine Vorahnung hatte, dass ich mit Rückkehr zum Vollzeitjob kaum noch zum Handarbeiten, geschweige denn zum drüber Bloggen kommen würde.

Aber ich habe mich gesträubt. Ich habe weiter Fotos gemacht, ich habe sogar das ein oder andere neue genäht. Immer in der Hoffnung, eines Abends dann doch mal die Muße zu finden, hier wieder etwas hochzuladen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Doch irgendwie sind die Wochen nur so dahingerast und nun ist es bald schon vier (!) Monate einfach still hier.

Wie macht ihr anderen näh- und strickbloggenden, Vollzeit arbeitenden Mütter (und Väter) das denn bitte so? Oder besser: wann? Entspannt und erfreut euch das Bloggen tatsächlich noch, wenn der Arbeits-Haushalt-Kind-Wahnsinn irgendwann abends damit endet, dass die Lütten ratzen und ihr euch eigentlich am liebsten gleich mit ins Bett legen würdet? Oder gerade drum? Erzählt doch mal, wie ihr das meistert!

Wenn ich abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme (familienfreundliche Arbeitszeiten, my ass!), verabschiedet sich oft genug der Liebste direkt zur Arbeit, derweil ich das Sohnemännchen beknuddele, bespaße und beknie, irgendwann die Äuglein zuzumachen (20.30 Uhr, wenn’s gut läuft) und nebenbei das übliche Kastanie-im-Schuh, Reiswaffel-auf-dem-Boden, Bücher-im-Bad, Kartoffeln-in-der-Spielzeugkiste-Chaos des Tages notdürftig beseitige. Wenn ich dann noch einen Happen gegessen habe, ist allerhöchstens noch ein bisschen meditatives vor-der-Glotze-Stricken drin.

Am Wochenende stehen dann Einkäufe, Wäsche und pipapo an, im besten Falle ein bisschen gemeinsame Familienzeit, wenn keiner von beiden Sonntagsdienst hat. Das kann auch ein herrlicher Herbstspaziergang über den Stoffmarkt Holland sein (hach …) – nur: die Stoffe wandern dann leider direkt wieder ins Vorratsregal. Zum Nähen komme ich nur, wenn ich mir freie Tage nehme (und die wollen dann meistens auch noch für zehn andere Sachen genutzt werden.

Aber genug der Jammerei, irgendwie läuft das Hamsterrad dann ja doch. Und irgendwie habe ich in all den Wochen hier und da dann ja doch noch etwas fertiggestellt. Eine Zwergenmütze nach Schnitt von Schnabelina zum Beispiel, passend zur schon länger getragenen Elefantenhose.

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Sie lässt sich auch wenden und mit der schlichten Seite prima zum neuen Täschling (ein wahrlich großartiger und extrem wandelbarer Schnitt von Allerleikind!) kombinieren, für den ich nach über einem Jahr endlich mal ein bisschen von dem Sternen-Jersey vom Stoffmarkt vernäht habe, sowie den herrlichen grünen Cord, der im Frühjahr auch schon mal ein Geschenk abgeworfen hatte. (Ab damit zu Cord, Cord, Cord!).20151010_15245620151010_160041

Gerne kombiniert wird der Täschling übrigens mit den Geburtstags-Puschen nach Schnitt von Klimperklein, die eigentlich ein etwas schiefer und krummer Probeversuch sein sollten, letztlich aber die bislang einzigen Puschen für Sohnemann geblieben (und nun fast schon wieder zu klein …) sind:

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Mit einem zweiten Puschenversuch (ich kann dabei aus einem reichen Fundus an Lederresten schöpfen, die ich hier mal als Paket erstanden habe, Farbwünsche werden dabei auch weitestgehend berücksichtigt!) leider etwas schmal geworden, wurde der frischgeborene Sohn eines Kollegen beschert:

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Für einen zweiten Täschling habe ich den tollen, tollen Birch-Flanell mit Charley Harpers „Foxsimiles“ verwendet, den ich zusammen mit wunderbar schmeichelweichen Jerseys in der Eulenmeisterei bestellt hatte. Die Stoffe sind ein absoluter Traum – und der Schnitt (diesmal in der Version ohne Knickerbocker-Bündchen) wirkt noch mal ganz anders, finde ich (endlich mal eine Gelegenheit, sich Greenfietsens Fuchs-Linkparty anzuschließen!).

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So, damit beschließe ich diesen Rundumschlag für heute. Mal sehen, in wie vielen Tagen, Wochen, Monaten ihr wieder von mir hört … – ich verspreche liebe nichts, nehmt mir’s nicht krumm und erzählt in der Zwischenzeit fleißig, wie ihr so klarkommt im Job-Familie-DIY-Hamsterrad.

Weitere Verlinkungen: Made4Boys, Kiddikram.

Von Kopf bis Fuß auf Winter eingestellt

Es ist vollbracht, der Winter kann kommen: mein Sohn ist eingekleidet. Quasi von Kopf bis Fuß auf Winter eingestellt:

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Angefangen hatte ich das ganze etwas früher im Herbst und für Ärmel und Hosenbeine habe ich erstmals auf meine neuen Bambus-Nadelspiele zurückgegriffen, sie für gut befunden – und natürlich gleich eine Nadel zerbrochen (draufgesetzt …).

Die Strickmuster sind alle von Drops Design, ebenso die Wolle „Delight“ in blau-beige. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, ein bisschen muss ich Drops allerdings auch schelten – aber dazu später.

Im einzelnen sind es folgende Kleidungsstücke geworden:

1. Pilotenmütze

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Das gute Stück ist einfädig gestrickt mit 2,5er-Nadeln. Und auch, wenn ich mir lange nicht vorstellen konnte, wie aus dem seltsam zickzackförmigen Strickstück am Ende eine Mütze werden sollte, ist es eben das nach ein bisschen zusammennähen am Ende doch geworden und ist seit kurzem schon im Einsatz (Bindebänder habe ich weggelassen – muttern mag das fummelige Zeug nicht stricken und Sohnemann mag es nicht ums Kinn geknotet haben …). Ich liebe den Farbverlauf, der bei der Mütze besonders schön herausgekommen ist:

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2. Söckchen

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Ein wunderbares Strickmuster, ganz fix gestrickt – wenn nur das blöde Zusammennähen am Ende nicht wäre, aber gut, das ging auch vorbei. Zufälligerweise waren meine Restknäuele farblich fast identisch, sodass ich ohne viel Gewickel zwei annähernd gleichaussehende Schühchen hinbekommen habe:

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3. Raglanjacke

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Anders als meine bisherigen Raglanjäckchen wird dieses Modell nicht von oben nach unten in einem Stück gestrickt, sondern von unten nach oben und die separat gestrickten Ärmel dann mit aufgenommen. Dadurch entsteht ein größeres Loch unterm Arm, das am Ende dann noch zusammengenäht werden muss. Die Knöpfe sind aus Kokosnussholz mit Keramikoberfläche.

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Anders als Mütze und Socken wird die Jacke mit dickeren Nadeln (4 und 4,5) und zweifädig gestrickt und hat entsprechend einen ganz anderen, weniger akkuraten Farbverlauf, ähnlich wie die …

4. Hose

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Auch dieses Modell ist zweifädig gestrickt (Nadeln 3,5) und kommt im Gegensatz zu den anderen Stücken fast gänzlich ohne Näherei aus (nur ein kleiner Schlitz im Schritt muss geschlossen werden). Wie auch bei der Jacke die Ärmel sind die Hosenbeine unterschiedlich gemustert, da ich nicht alle Knäuel abwickeln wollte, um ähnlichfarbigen Faden zu finden.

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Und nun, wie angekündigt, zu meiner Drops-Schelte: An sich bin ich mit den Strickmustern ja hochzufrieden. Die Größenangaben sind allerdings ein wenig wirr, denn die Stücke fallen teils kleiner, teils größer als angegeben aus, was nicht alleine mit meinem Strickverhalten und der überdurchschnittlichen Größe meines Sohnes zu erklären ist. Ich habe folgende Größen gewählt:

1. Mütze: Entsprechend der Zentimeterangaben habe ich 12-18 Monate gewählt – sie fällt entsprechend aus und passt meinem Sohn im Grunde jetzt schon mit 4 Monaten, ist aber wohl groß genug, dass er sie auch den ganzen Winter über noch tragen kann, da ist noch Luft. Ganz im Gegensatz zu ….

2. den Socken: Die habe ich, entsprechend der Zentimeterangaben, eine Größe kleiner gestrickt (6-9 Monate). So sollten sie eigentlich 11 Zentimeter-Füßchen passen, sind aber den 10-Zentimeter-Füßen meines Sohnes jetzt schon fast zu eng. Es geht gerade noch, aber vermutlich muss ich bald noch ein zweites, größeres Paar nachstricken. (Obwohl ich mich doch eigentlich jetzt an die Weihnachtsgeschenke setzen wollte, verdammt!)

3. Die Jacke: Deren Größe fällt völlig aus dem Rahmen. Ich habe sie sogar vorsorglich schon in der kleineren Größe (6-9 Monate) angeschlagen, trotzdem ist sie riesig und fällt eigentlich sogar noch größer aus als:

4. Die Hose, die ich in Größe 12-18 Monate gestrickt habe und die mein Sohn jetzt schon trägt. Zwar gekrempelt und sicherlich auch noch einige Monate, aber bis ihm die dem Schnitt nach eigentlich kleinere Jacke passt, ist er aus der Büx vermutlich schon wieder rausgewachsen.

Die zweite Drops-Schelte gilt der (an sich sehr schönen) Wolle. Denn in mehreren Knäuelen war der Faden geknotet und zudem verheddert/verfilzt der Faden relativ schnell.

Aber davon abgesehen, war alles gut und: der Winter kann kommen!

Und bei euch? Zeigt mir eure Winter-Kinder-Outfits!