Ein Weihnachtskleid im Januar

Ich habe es versprochen, euch noch Bilder meines allerersten Weihnachtskleides nachzuliefern, nachdem ich es nicht mehr rechtzeitig zum Weihnachtskleid-Sewalong-Finale vorzeigen konnte. Und hier sind sie, sogar noch mit Weihnachtsbaum, rustikal in Szene gesetzt, ehe die Müllabfuhr die letzten Nadeln eingesammelt hat.

Viele Worte zum Kleid brauche ich eigentlich nicht mehr verlieren, den Entstehungsprozess könnt ihr hier nachlesen, der Schnitt stammt aus der Burdastyle.

Aber ein kleines Fazit möchte ich doch noch ziehen:

  • Stoff und Schnitt passen eigentlich überhaupt nicht zusammen: der Stoff ist so dünn, dass er eigentlich hätte unterfüttert werden müssen, was beim Schnitt aber nicht vorgesehen (und mir zu umständlich) war.
  • Die Rückseite ist grandios gescheitert: das asymmetrische Rockunterteil verträgt sich nicht mit den Karos und ich hatte nicht genug Stoff, um das Riesenteil wenigstens so zuzuschneiden, dass Ober- und Unterteil unauffällig aufeinandertreffen. Beste Lösung wäre es gewesen, die Rückseite vertikal in einem Stück zuzuschneiden, ohne die schräge Trennung.
  • Ob die Raffung jetzt richtig/optimal sitzt, ich weiß es nicht: ich habe die entsprechende Stelle, wo der Riegel an der Seite eingezogen wird ungefähr dreimal getrennt, das Drappé-Detail mal strammer, mal weniger stramm gezogen. Jetzt lasse ich es einfach so.
  • Ich muss dringend lernen, Schnitte auf meine Figur anzupassen. So richtig, richtig gut haben die selbstgenähten Teile bislang leider nie gesessen – und bei diesem vertrackten Schnitt wüsste ich im Nachhinein auch gar nicht, wo ich was anpassen sollte, um die Passform zu verbessern.
  • Who cares: irgendwie gefällt mir das Teil ja doch. Und vielleicht lässt es sich sogar als Sommerkleid umfunktionieren – dünn genug ist es ja.

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So, nun wird das gute Stück noch zum MeMadeMittwoch geschickt. Da ist heute das Motto „Meine Lieblingskleidung in 2015“ – und da ich für mich selbst im vergangenen Jahr tatsächlich nur das Weihnachtskleid genäht habe, passt es da ganz prima rein. 🙂

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MMM-Minirock

Ich war ja echt gerne schwanger. Aber das schöne am Nichtmehrschwangersein (neben Sohnemann natürlich!) ist, dass mein Kleiderschrank plötzlich wieder ganz andere Outfits ausspuckt als letztes Jahr um diese Zeit, als gerade überall die Knöpfe und Reißverschlüsse nicht mehr zugehen wollten.

Zum Beispiel dieses hier, das ich mit Vergnügen zum heutigen MeMadeMittwoch schicke:

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Der an sich ganz harmlose Minirock war nach diesem Burdastyle-Schnitt recht fix genäht. Und obwohl ich eine Weile damit gehadert habe, ob der knallorange Reißverschluss wirklich eine gute Idee war und ob die Blasebalgtaschen tatsächlich so gut aussehen wie sie praktisch sind, habe ich mich nach längerer Abstinenz gerade wieder ganz neu verliebt in diesen Rock (nur leider hat’s mir gerade eine Laufmasche in die farblich perfekt passende Strumpfhose gerissen, verdammt …!). Von schlicht bis peppig gibt er je nach kombiniertem Outfit viele Tragemöglichkeiten her.

Der blaue Wollstoff mit orangen Karos stammt – na, woher wohl? – vom Stoffmarkt Holland. Und um den Hals trage ich dazu einen irgendwann mal mit ganz schneller (dicker) Nadel im Patentmuster gestrickten Loop.

Hier noch ein paar Detailaufnahmen vom Rock (wie immer etwas knittrig, ich bügele einfach überhaupt nicht gerne … :-p):

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So und jetzt bin ich gespannt, was die anderen Nähnerds so zum #MMM geschickt haben (und wie euch mein MMM-Minirock gefällt)!

Handgemachte Vorsätze

Noch ist das neue Jahr frisch und neu, wenigstens ein bisschen. Und ehe es endgültig alt und abgehangen ist, setze ich mir hier noch fix ein paar handgemachte Vorsätze. (Verwerfen kann ich sie dann später immer noch … 😉 )

1. Let love be your energy! Auch mal was für meinen Mann nähen/stricken. Außer einem Loop (und einem nicht mehr vorzeigefähigen Strickschal) ist da in den letzten Jahren echt noch nicht viel abgefallen … und natürlich weiterhin ganz viel für den Sohnemann.

2. Mehr Muster! Die eigenen Fair Isle-Skillz verbessern (oder Norwegermuster oder wie auch immer man es nennen möchte). So ganz hab ich den Dreh noch nämlich noch nicht raus, wie man die mitlaufenden Fäden auf der Rückseite exakt so straff zieht, dass sich das Muster auf der Vorderseite optimal entfaltet, das Strickstück aber nicht verzieht. Bisherige Versuche siehe hier und hier. Tipps, anyone? Und kann diese Steek-Technik oder wie sie heißt da Abhilfe schaffen?

3. Detailtreue! Neue Anschlagtechniken lernen, elegantere Randmaschen stricken, schöner vernähen… – und verstehen, wie das eigentlich genau mit dem Spannen/Dämpfen von frisch entnadeltem Strickzeug funktioniert. Sofern überhaupt bemüht, hat meine „Technik“ diesbezüglich meist wenig bewirkt und Ränder (z.B. dieser Decke) rollen sich immer noch munter ein.

4. Platz schaffen zum ersten! Den Kurzwaren-Messi in mir ein wenig zügeln und auch mal Stoffe und Wolle aus den diversen Kisten, Körben, Schubladen und Taschen in den Untiefen unserer Wohnung verwenden und nicht umgehend durch neue Stoff- und Wollberge ersetzen. (Nur durch ganz besonders schöne, nötige… 😉 )

5. Platz schaffen zum zweiten! Falls wir bald mal eine neue Wohnung finden und falls wir dann den Platz haben: eine richtig schöne Handarbeitsecke einrichten. So richtig mit Garnrollenhalter an der Wand und schön gefalteten Stoffen im Regal und so. Statt mit Nähmaschine zwischen Laptop und Drucker auf dem Schreibtisch und Stoffzuschnitt auf dem Bett oder Wohnzimmerfußboden (träum weiter!).

6. Ego streicheln! Sprich: immer mal wieder nette Kleinigkeiten für mich selbst herstellen. Weniger kaufen. Die eigene Garderobe mit immer schöneren und immer passgenaueren Lieblingsteilen aufpimpen und umgehend beim Me Made Mittwoch präsentieren!

7. Upcyclen! All jene überflüssigen Kleidungsstücke, die im Schrank verstauben, einer neuen Bestimmung zuführen – und sei es nur als Bündchen/Tascheneingriff einer Babypumphose oder Rückseite eines Sabbertuchs. Reißverschlüsse, Knöpfe, etc. raustrennen und im Nähnerd-Ersatzteillager verwahren. T-Shirt-Garn herstellen. Einen Beekeepers-Quilt aus Wollresten stricken. Oder so.

8. Stressfrei schenken! Also vor allem: rechtzeitig planen. Einen DIY-Geburstags- und Weihnachtsgeschenkkalender anlegen oder so und gemütlich übers Jahr hinweg abarbeiten (Weil es ja sonst doch immer dasselbe Gestresse ist. Siehe hier, hier oder hier.). Dann komme ich zur Abwechslung vielleicht sogar mal dazu, mich an einem Weihnachtskleid-Sewalong oder einem Frühlingsjäckchen-Knitalong oder ähnlich schönen Aktionen zu beteiligen.

So, das soll fürs erste reichen. Und ihr so? Auch irgendwelche Vorsätze fürs Handarbeitsjahr gefasst?

Kasten-Kleid

Achtung, jetzt kommt ein Karton! Es sollte eigentlich mal ein Kleid werden, wenn es groß ist, aber dann wurde es kastiger als Bernd das Brot.

Aber von vorne.

Ich hatte einige Zeit die Burdastyle abonniert. Ich dachte, das macht man so als Nähnerd. Monat für Monat habe ich mich über manche Modelle gewundert (was ist das? Wer trägt sowas? Warum?) und bei vielen weiteren gedacht: das nähe ich nach, unbedingt, ein Traum. Umgesetzt habe ich es dann meistens nicht. (Deswegen habe ich das Abo auch irgendwann abbestellt. Zu viel Frust, wenn monatlich so viel verlockende Schnittmuster ins Haus flattern und dann ungenäht im Regal verstauben.)

Manchmal habe ich dann aber doch etwas genäht. Zum Beispiel dieses Kleid.

Es gibt ja so Modelle, da denkt man: Toller Schnitt, aber dieser Stoff, den die da genommen haben geht gar nicht. Bei diesem aber dachte ich: genau SO muss es sein.

Na ja, nur leider … – siehe oben, Stichwort Bernd. Meine Figur ist scheinbar nicht Burdastyle-kompatibel, fürchte ich. So verunsichert hat mich der an sich einfach zu nähende, aber dann so gar nicht sitzende Kasten-Schnitt, dass ich am Ende noch nicht mal die Schluppe angenäht habe, die mich an diesem Modell doch so ganz besonders angelacht hatte.

Trotzdem liebe ich dieses Kleid irgendwie. Es sitzt wie ein Sack. Es ist in der Taille weit, am Hintern eng und wenn man die Hände in den Nahttaschen versenkt wirft es komische Falten. Bis heute habe ich keine wirklich passende Strumpfhose/Leggins im Schrank.

Aber mit dem 1-Euro-Flohmarkt-Schal …

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… mit ein bisschen Vintage-Treppenhaus, Gürtel und Riesen-Ledertasche …

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… mit ausgelatschten Lieblingsstiefeln, ungekämmten Haaren und heißgeliebtem Schlabberjäckchen …

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… sieht es am Ende irgendwie doch ganz unauffällig charmant nach mehr aus als Bernd – und passt zu seiner Trägerin, die es momentan in ihrer Herbstgarderobe schmerzlich vermisst (weil: leider absolut inkompatibel mit ständigem oben-offen-Alltag als noch-stillende Säuglingsmama …) und es trotzdem morgen früh zum MeMadeMittwoch schickt.

 

Weihnachten? Geschenkt.

Alle Jahre wieder ist es dasselbe in Grün. Im Januar denke ich mir: nie wieder diesen Stress. Dieses Jahr wird alles besser. Ich werde mir, wann immer mir eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk für irgendwen kommt, diese sofort notieren, ach was, sofort umsetzen/kaufen/bestellen/whatever, ich werde meinen Lieben die geheimen Wünsche das Jahr über von den Augen ablesen, werde schon im Mai nette Kleinigkeiten und kleine Nettigkeiten auf sonnenbeschienenen Märkten erstehen und in schönwetterleergefegten Geschäften; ich werde im Juli in der Sonne liegen und bis in die laue Nachtluft hinein wie nebenbei an Weihnachtsgeschenken stricken, werde auf der Buchmesse im Herbst genau das finden, wonach es den literarischen Seelen meines Umfelds verlangt und werde Fotos so früh entwickeln, dass sie spätestens am ersten Advent auf selbstgemachten, liebevoll beschriebenenen Weihnachtskarten kleben, die ich gemeinsam mit fernreisenden Päckchen in verwaiste Postfilialen trage.

Wenn es draußen kalt und dunkel ist, werde ich mir eine Kerze anzünden, die Beine hochlegen und denken: wie schön, dass ich so gut vorgesorgt habe. Ich backe ein paar Plätzchen, packe die letzten Geschenke ein und erfreue mich an dem Gedanken an Fußgängerzonen im Vorfeiertagsfieber, die heuer ohne mich delirieren.

Tatsächlich ist es dann so, dass mir im November einfällt: Dieses Jahr mache ich alles selbst. Ich bin Feuer und Flamme. Ich schreibe eine Liste mit Vorhaben für die jährlich wachsende Familie, in der mittlerweile so um die 30 Leute beschenkt werden wollen. Und dann fange ich irgendwann im Dezember an, eine Mütze für den Herrn Papa zu stricken, weil ihm die alte wieder irgendwo vom Kopf gehopst ist. Der Dezember rennt davon und ich merke: ich werde keine 30 Strickpullover mehr fertigstellen, ja, noch nicht mal Pulswärmer sind noch drin und die Mütze für den Herrn Papa wird erst im Morgengrauen des 24. Dezembers abgekettet sein (vielleicht lassen sich die Fäden noch unauffällig unterm Weihnachtsbaum vernähen?). Mir dräut nun, dass ich bald adventsfußgängerzonenfiebern werde, weil die Online-Bestellfristen ablaufen und ich immer noch nicht weiß, was ich den 90 Prozent Männern meiner Familie diesmal schenken soll.

Na ja, den Rest könnt ihr euch denken. (Vollgestopfte Einkaufspassagen-Rolltreppen am 23. Dezember, Schweißausbrüche in Winterklamotte, Last-Christmas-I-gave-you-my-SHUTTHEFUCKUP!-Aggressionen zwischen blinkenden Rentier-Lichterketten, irrlichternder was-kaufe-ich-bloß-Blick zwischen Regalen voller Geschenke-Schund, stundenlanges Anstehen in der letzten verbliebenen Postfiliale umme Ecke … NÄCHSTES JAHR MACHE ICH ALLES ANDERS!)

Nun, es ist wieder November, Baby. Natürlich habe ich dieses Jahr nicht alles anders gemacht, aber selbstredend habe ich wieder die hochtrabende Hoffnung, das Ruder so gerade noch rumreißen zu können. Und deshalb suche ich eure schönsten DIY-Geschenk-Ideen für Tanten zwischen 60 und 70, für eine Horde großer Brüder, für Väter, die nicht mehr so jung sind, wie sie sich fühlen, für Neffen/Nichten, die alle Jahre wieder unter Geschenkebergen versinken und für alle anderen natürlich auch.

Ich biete euch dafür im Tausch auch ein paar kleine Anregungen. Nix wahnsinnig Ausgefallenes, aber gut umsetzbare Geschenke und Geschenk-kompatibles Selbstgenutztes, das schon vor längerer Zeit entstand (will ja schließlich nicht meine diesjährigen Geschenke schon vorzeitig vor den Augen der zu-Beschenkenden veröffentlichen) – Baby-Dinge sind ausgenommen, die folgen noch in einem seperaten Beitrag.

1. Schals für Herren um-die-30

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Geschenke, bei denen man in Serienproduktion gehen und trotzdem individuelle Details anbringen kann, sind die besten. Denkt jetzt bloß nicht, ihr könntet ernsthaft einem halben Dutzend Brüdern/Ehemännern/Cousins Schals stricken, das schafft ihr eh nicht (oder ICH nicht). Aber nähen könntet ihr sie, das ist auch in den letzten Vorweihnachtstagen noch zu schaffen. Für dieses Modell habe ich dereinst zwei Stoffbahnen von ca. 160 x 30 Zentimetern zugeschnitten (geht auch schmaler/kürzer). Am besten eignen sich Jersey oder andere dehnbare Stoffe, in die ich hier und da kurze Streifen schöner Wollstoffe eingesetzt habe (ist in die Gesamtlänge schon mit eingerechnet).

Beide Stoffbahnen rechts auf rechts aufeinander legen, die Längsseiten absteppen, wenden bügeln, und dann noch die kurzen Seiten zusammennähen (letztes Stück von Hand).

Diverse Tutorials für solche Schlauchschals oder Loops gibt es zum Beispiel hier, hier oder hier. Und natürlich lassen sich Loops auch für Frauen oder Kinder nähen, je nach eurem familiären Bedarf …

2. Stulpen für kalte (Frauen-) Hände

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Zugegeben: Verschenkt habe ich diese schönen Stulpen nicht, dafür trage ich sie selber zu gerne. Aber nach diesem tollen Strickmuster lässt sich da vergleichsweise fix auch noch ein Paar für Mütter, Großmütter, Schwestern, Töchter, Schwägerinnen, Freundinnen oder andere liebe Menschen stricken. Und wer mag und ausreichend Zeit hat, schenkt vielleicht auch gleich noch die passende Mütze dazu. (Und denkt dran, das Bündchen mit dünneren Nadeln zu stricken, damit es am Ende nicht so ausgeleiert sitzt wie bei mir! BTW: Lässt sich das eigentlich im Nachhinein irgendwie schön straffen, ohne dass man gleich ein neues Bündchen dranstrickt?)

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3. Ein Tusch für Taschen!

Tasche

Taschen sind so ein Ding, das jeder gerne in verschiedensten Ausführungen hat/gerne hätte, für das sich aber schnell (zu) viel Geld ausgeben lässt, das man dann häufig doch lieber in ein Kleidungsstück investiert. Von daher sind sie ein schönes Geschenk, das sich wahlweise ganz einfach aber auch sehr aufwändig gestalten lässt, je nach Wunsch/Vermögen/Zeit.

Eine Wickeltasche und eine Clutch habe ich euch hier schon mal gezeigt. Das schöne an obigem Modell („Luna“ von Machwerk) ist, dass es sich wenden lässt – da hat der/die Beschenkte dann sogar gleich zwei Taschen in einer. Und überhaupt jede Menge Stauraum. (Bitte nicht so genau auf meine Umsetzung achten: die Tasche stand ganz am Beginn meines Näh-Revivals und ist nicht so ganz optimal geworden damals …)

Wendetasche

RUMS, das ist ein Abendkleid

Gestern gab ich meinen Einstand beim Me Made Mittwoch – und heute leg ich nach mit einem RUMS. Während mein gestriger Parka aber tatsächlich gerade erst unterm Nähfuß hervorgekrochen ist, hat mein heutiges Projekt mich zwar ähnlich viele Nerven gekostet, ruht aber schon ein wenig länger im Kleiderschrank.

Allmählich im Alter angelangt, wo man ständig auf anderer Leute Hochzeiten tanzt, habe ich mich mal an ein Abendkleid gewagt. Der Schnitt stammt mal wieder von Burdastyle und wurde noch ergänzt um dieses Bolerojäckchen und eine Clutch.

Die Stoffe habe ich mir bei einem langen Bummel über den Stoffmarkt Holland zusammengesucht. Es ist ein Taft in, ich glaube man nennt das „brombeersaftfarben“, und eine wunderschöne orangene Seide, die in eben jenem Brombeersaftton schillert und daher optimal zum Kleiderstoff passt.

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Fertig sieht das ganze gerade etwas zerknittert aus, weil nach dem Tragen nicht nochmal gebügelt (und zumindest die Jacke kam schon mehr als einmal zum Einsatz) …

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… und getragen präsentiert es sich, wie man es auch dreht und wendet, so:

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Abendkleid

Clutch

Am Kleid hat mich vor allem die Korsage herausgefordert. Die saß nicht ganz so wie sie sollte, weshalb ich an den Rückennähten des Kleides immer noch mal herumdoktern musste, damit das Kleid einigermaßen auf meiner Figur sitzen blieb. Die Korsage blitzte denn auch immer mal unter dem gekreuzten Ausschnitt hervor, außerdem fühlte ich mich doch ein wenig unwohl in dem trägerlosen Kleid, das nicht so richtig bombenfest über meiner Oberweite verweilen wollte, weshalb ich dauernd am Ausschnitt rumgezuppelt habe. Irgendwann frühmorgens ist dann auch noch ein Korsagenstäbchen durchs Futter ausgebrochen … :-/

Kurz: Ob das Kleid nochmal zum Einsatz kommt, weiß ich noch nicht so recht. Wahrscheinlich würde ich vorher zumindest noch schmale Träger ransetzen oder so, um des Tragekomforts Willen. Die Jacke und Clutch habe ich aber schon viele Male zu anderen Kleidern und Hochzeiten kombiniert – ebenso wie die Schuhe, die aber zumeist nach ein paar Tänzchen zur Seite geschleudert wurden. Ihr wisst schon, um des Tragekomforts Willen …

Habt ihr euch auch schon mal an Abendgarderobe gewagt? Zeigt her, zeigt her!

MeMadeMittwoch macht den Parka fertig

Lange war es still hier im Blog. Drei Schnupfen wollten auskuriert, die Buchmesse besucht, Besuch bewirtet, der lädierte Rücken verarztet – und vor allem der Parka endlich fertiggenäht werden. Und voila, pünktlich zum heutigen Me Made Mittwoch ist es endlich soweit. Okay, ehrlich gesagt habe ich vergessen die Kapuzenbänder einzuziehen und die Wendeöffnung im Futter ist noch nicht zugenäht, aber das würde ja keine*r sehen, hätte ich es euch nicht just verraten. Also ein großer Tusch und Vorhang auf für mein vor Urzeiten begonnenes Stück Herbstgarderobe, das ich nun tatsächlich noch im Herbst tragen kann:

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An der Frau sieht das gute Stück ganz schön groß aus, denn der Schnitt (Modell 129 aus der Burdastyle 9/2012) fällt riesig aus (und hat riesige Taschen … und eine wirklich riesige Kapuze …). Dank der Taillendurchzugbänder lässt es sich aber gut auf Linie bringen und außerdem ist ein bisschen Platz für dicke Pullis bei einer Wind-und-Wetter-Jacke ja auch nicht das schlechteste.

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(Entschuldigt bitte die mäßige Fotoqualität. Der persönliche Blogassistent meiner Wahl hatte heute leider überhaupt gar keine Zeit und hat mich daher nur in zwei Minuten per Handykamera auf dem Weg zur S-Bahn ganz fix abgelichtet, auf mein drängendes MeMadeMittwoch-Betteln hin … der Rest musste dann per Spiegel-Selfie ergänzt werden). Voller Stolz habe ich den Parka heute das erste Mal ausgeführt. Dabei sind einige Details alles andere als perfekt geworden, zumal sich mein gewachster Stoff nicht bügeln lässt, aber ich bin im Großen und Ganzen zufrieden – und habe nach zwischenzeitlicher Ratlosigkeit bzgl. einiger Arbeitsschritte, viel Gegoogle und Durchwurschteln auch einiges dazu gelernt: Tunnelzugdurchzugschlitze verstürzen, zum Beispiel. Oder eine verdeckte Knopflochleiste nähen. Abgesehen von den Ärmelbündchen, bei denen ich den Gummizug weggelassen habe und stattdessen gerne mal das (irgendwie improvisiert eingenähte) Ärmelfutter nach außen klappe, habe ich den sehr detailreichen Schnitt unverändert gelassen. Zur Materialwahl hatte ich ja im ersten Parka-Beitrag schon ein bisschen was gesagt. Dazu sind seither noch wunderschöne Knöpfe aus Kokosholz hinzugekommen …Parka_Knopf

… um die es angesichts der verdeckten Knopflochleiste fast ein wenig schade ist, aber dann muss ich die Jacke eben öfters mal offen tragen. Zu dem Schnitt gibt es übrigens auch einige andere schöne Modelle im Netz zu bewundern. Ganz besonders gut, was Umsetzung und Materialwahl angeht, gefällt mir die winterliche Version von Andrea von Lya und ich (danke nochmal fürs zwischenzeitliche Mutzureden bzgl. meiner Rückenschlitzkrise!). Nicht ganz mein Stil, aber auch eine besondere Umsetzung ist die von MagdaB aus Segeltuch. Ganz klassisch in Olivgrün kommt die Version von Redredhoodie daher und diverse Modelle, teils auch wattiert, finden sich in der Community der russischen Burdastyle.

5.1.2015: Und weil’s so schön war und ist mit dem Parka (in den vorne sogar ein getragenes Baby reinpasst) nominiere ich ihn hier als mein Lieblingsnähprojekt 2014 bei Pattydoo.

Multitasking-Mama

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„Dass du mit Baby noch zum Näh(blogg)en

kommst– wie machst du das bloß?!“

Na, so: Baby vor den Bauch geschnallt und los! Ein Hoch auf die Tragehilfe!

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(Früh übt sich, was ein tapferes Schneiderlein werden will … 😉 )

Und wie macht ihr anderen Mamas (und Papas) das so? Erzählt mal!

Eine schöne Woche euch allen wünscht Multitasking-Mama M. 🙂

Langzeitprojekt Parka

Spricht hier jemand burdastylisch? Wenn ja, dann bitte ich um dringende Übersetzungshilfe. Draußen ist es grau in grau, es drohen regnerische Herbsttage und da möchte ich doch bitte, bitte endlich meinen Parka fertignähen, der hier schon seit vergangenem Herbst seiner Fertigstellung harrt.

Dabei ist dieses Modell aus Burdastyle-Heft 9/2012 doch laut Model „ein Alltime-Favorite“ und soll dies, so wie ich es vor meinem inneren Auge sehe, auch für mich irgendwann werden.

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Bislang sieht er aber erst ungefähr so aus …

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… und wächst nur dann und wann mal um einen Ellenbogen-Patch oder ein Taillen-Durchzugsband im Schneckentempo weiter. Das Problem ist nicht unbedingt vielleicht, dass Burdastyle ihn dem Näh-Schwierigkeitsgrad gemäß als „Masterpiece“ einstuft. Oder aber, dass Burda anscheinend eine andere Sprache spricht als ich, anstatt – wie die vielen, vielen großartigen Tutorial- und E-Book-Verfasser*innen da draußen – eine vernünftige, verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zu schreiben. Oder vielleicht stehe ich auch einfach auf dem Schlauch.

Da stehen dann so Sätze wie:

„Die Besatzstreifen (b) rechts auf rechts über der Schlitzmarkierung auf die Vorderteile stecken. Von links schmal um die Markierung herumsteppen. Zwischen den Stepplinien einschneiden. Besatzstreifen nach innen wenden.“

Oder:

„Am linken Rückenteil die Schlitzkante bis 1,5 cm vor die Linie ,links Kante‘ zurückschneiden. Nahtzugaben der Mittelnaht schräg in die Ecke einschneiden.“

 

Und ich blicke auf meinen halbfertigen Parka, lese mir diese Sätze einmal durch, zweimal, dreimal, dutzendmal, denke einmal, zweimal, dreimal, dutzendmal: häh?! Und überspringe einfach den entsprechenden Schritt und nähe woanders weiter.

So kommt es also, dass mein zukünftiger Lieblingsparka zwar noch keinen rückwärtigen Schlitz und noch keinen Taillendurchzug hat, dafür aber schon eine große Kapuze …

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… geräumige Blasebalgtaschen …

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… und ein Futter, dem man mal wieder ansieht, dass ich ein gewisses Faible für Dunkelblau, Rot und Streifen habe. Oder einfach zu geizig sparsam war, noch mehr von dem schönen Ringeljersey bei Martino Stoffe zu kaufen und stattdessen endlich mal ein wenig von der knallroten Baumwolle zu verwenden, die ich mir mit Händen, Füßen und Arabisch-Kauderwelsch-Büchlein vor über zwei Jahren auf einem Kairoer Stoff-Basar erfeilscht habe. (Anders als im Originalmodell, habe ich übrigens auch die Kapuze mit Futter ausgekleidet.)

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Wenn mein Parka dann irgendwann mal fertigwerden sollte, wird er deshalb auch rote Taillen- und Kapuzen-Durchzugsbänder haben. Und bei den Ellenbogen-Patches habe ich mit Zickzackstich ebenfalls einen kleinen roten Akzent gesetzt. Der Hauptstoff stammt mal wieder vom Stoffmarkt Holland und ist irgendwas Wetterfestes, Barbour-Jacken-artiges, Gewachstes. (Das kann man übrigens auch selbermachen, habe ich kürzlich auf Sinjes Blog „Strich und Faden“ entdeckt, die sich aus selbstgewachster Baumwolle einen wunderschönen Friesinnennerz gezaubert hat.)

So gänzlich ungesäumt, ohne geraffte Taille und noch nicht in seinen Einzelteilen zusammengesetzt sieht mein zukünftiger Parka noch ein wenig sackig aus. Die Kapuze ist wirklich riesig und das ganze Modell vielleicht doch eine Größe zu groß zugeschnitten, dafür aber dicker-Pulli-drunterzieh-kompatibel. Und statt weiterzunähen nutze ich die Quality Time, die Vater und Sohn bei einem gemeinsamen Herbstspaziergang miteinander verbringen dazu, ein paar Selfies zu schießen:

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P.S. Meine Bitte um Übersetzungshilfe ist durchaus ernst gemeint. Wenn irgendwer – im Ideallfall irgendwer derdie diesen Parka auch schon mal genäht hat – sich einen Reim auf obige Anleitungszitate machen und mir weiterhelfen kann, sind mein Parka und ich sehr, sehr dankbar! 🙂

Reinmaschige Damenoberbekleidung

Ich habe in meinem Leben viele Mützen gestrickt. Zipfelige, bommelige, ausgeleierte, längst verlorene, verschenkte, noch immer getragene. Ich habe einige Schals gestrickt. Patente, Schlauchschals, glattrechts-sich-einrollende, fusselnde, von Motten zerfressene, ausgeleierte, puppenhaft schmale kurze, geringelte. Zwei paar Socken waren auch mal dabei, eines zu groß, eines in der ersten Wäsche zu Filz verwaschen (Kindheitstrauma!). Ich habe ein Schwein gestrickt und einen Elefanten, einen Waschbär, einen Teddy und allerlei anderes Waldorfschulgetier, dessen Verbleib mir unbekannt ist.

Was ich lange nicht gewagt habe zu stricken, war wirklich brauchbare Maschenmode. Keine Spielereien, keine Accessoires, nein, ernsthafte Kleidungsstücke. Einen Pullover zum Beispiel. Ich dachte: das dauert viel zu lange. Ich dachte: so lange halte ich vielleicht nicht durch. Ich dachte: am Ende passt es nicht. Und wie man hier sieht, hatte ich damit ja teilweise auch recht.

Irgendwann habe ich es dann aber doch gewagt. Und so darf ich nun immerhin zwei Stück reinmaschige Damenoberbekleidung mein eigen nennen, die zu meiner eigenen Zufriedenheit ausgefallen und tragbar sind

Modell Nr. 1 habe ich in einem kostenlos bei Karstadt rumliegenden „Für Sie Extra“ (Oktober 2010) entdeckt …

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… und nach langem Liebäugeln im vergangenen Winter endlich mal auf- und schließlich auch abgenadelt. Verstrickt habe ich dafür – wie in der Anleitung vorgesehen – rund 700 Gramm Schachenmayr-Wolle „Boston“, allerdings nicht in mausgrau, sondern in kräftigem Rot:

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Roter Strickcardigan4Roter Strickcardigan2

Modell Nr.2 ist ebenfalls eine Longweste und hat mindestens genauso viel Spaß gemacht, weil es aufgrund der unterschiedlichen Muster schön abwechslungsreich und mit dicken 7er-Nadeln auch erstaunlich schnell gestrickt war.

Das Muster stammt aus der „Sandra Stricken“ (Nr. 4/2010), die Wolle heißt Clou (Farbe Kiwi) und ich habe sie, wie vorgesehen, direkt als Garnpaket bei Junghans-Wolle geordert. Auch wenn die Weste etwas schlabbrig hängt, trage ich sie auch nach ein, zwei Wintern immer noch mit Freude und dem Stolz auf das erste große Teil:

Grüner StrickcardiganGrüner Strickcardigan2Grüner Strickcardigan3