Von Kopf bis Fuß auf Winter eingestellt

Es ist vollbracht, der Winter kann kommen: mein Sohn ist eingekleidet. Quasi von Kopf bis Fuß auf Winter eingestellt:

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Angefangen hatte ich das ganze etwas früher im Herbst und für Ärmel und Hosenbeine habe ich erstmals auf meine neuen Bambus-Nadelspiele zurückgegriffen, sie für gut befunden – und natürlich gleich eine Nadel zerbrochen (draufgesetzt …).

Die Strickmuster sind alle von Drops Design, ebenso die Wolle „Delight“ in blau-beige. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden, ein bisschen muss ich Drops allerdings auch schelten – aber dazu später.

Im einzelnen sind es folgende Kleidungsstücke geworden:

1. Pilotenmütze

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Das gute Stück ist einfädig gestrickt mit 2,5er-Nadeln. Und auch, wenn ich mir lange nicht vorstellen konnte, wie aus dem seltsam zickzackförmigen Strickstück am Ende eine Mütze werden sollte, ist es eben das nach ein bisschen zusammennähen am Ende doch geworden und ist seit kurzem schon im Einsatz (Bindebänder habe ich weggelassen – muttern mag das fummelige Zeug nicht stricken und Sohnemann mag es nicht ums Kinn geknotet haben …). Ich liebe den Farbverlauf, der bei der Mütze besonders schön herausgekommen ist:

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2. Söckchen

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Ein wunderbares Strickmuster, ganz fix gestrickt – wenn nur das blöde Zusammennähen am Ende nicht wäre, aber gut, das ging auch vorbei. Zufälligerweise waren meine Restknäuele farblich fast identisch, sodass ich ohne viel Gewickel zwei annähernd gleichaussehende Schühchen hinbekommen habe:

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3. Raglanjacke

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Anders als meine bisherigen Raglanjäckchen wird dieses Modell nicht von oben nach unten in einem Stück gestrickt, sondern von unten nach oben und die separat gestrickten Ärmel dann mit aufgenommen. Dadurch entsteht ein größeres Loch unterm Arm, das am Ende dann noch zusammengenäht werden muss. Die Knöpfe sind aus Kokosnussholz mit Keramikoberfläche.

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Anders als Mütze und Socken wird die Jacke mit dickeren Nadeln (4 und 4,5) und zweifädig gestrickt und hat entsprechend einen ganz anderen, weniger akkuraten Farbverlauf, ähnlich wie die …

4. Hose

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Auch dieses Modell ist zweifädig gestrickt (Nadeln 3,5) und kommt im Gegensatz zu den anderen Stücken fast gänzlich ohne Näherei aus (nur ein kleiner Schlitz im Schritt muss geschlossen werden). Wie auch bei der Jacke die Ärmel sind die Hosenbeine unterschiedlich gemustert, da ich nicht alle Knäuel abwickeln wollte, um ähnlichfarbigen Faden zu finden.

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Und nun, wie angekündigt, zu meiner Drops-Schelte: An sich bin ich mit den Strickmustern ja hochzufrieden. Die Größenangaben sind allerdings ein wenig wirr, denn die Stücke fallen teils kleiner, teils größer als angegeben aus, was nicht alleine mit meinem Strickverhalten und der überdurchschnittlichen Größe meines Sohnes zu erklären ist. Ich habe folgende Größen gewählt:

1. Mütze: Entsprechend der Zentimeterangaben habe ich 12-18 Monate gewählt – sie fällt entsprechend aus und passt meinem Sohn im Grunde jetzt schon mit 4 Monaten, ist aber wohl groß genug, dass er sie auch den ganzen Winter über noch tragen kann, da ist noch Luft. Ganz im Gegensatz zu ….

2. den Socken: Die habe ich, entsprechend der Zentimeterangaben, eine Größe kleiner gestrickt (6-9 Monate). So sollten sie eigentlich 11 Zentimeter-Füßchen passen, sind aber den 10-Zentimeter-Füßen meines Sohnes jetzt schon fast zu eng. Es geht gerade noch, aber vermutlich muss ich bald noch ein zweites, größeres Paar nachstricken. (Obwohl ich mich doch eigentlich jetzt an die Weihnachtsgeschenke setzen wollte, verdammt!)

3. Die Jacke: Deren Größe fällt völlig aus dem Rahmen. Ich habe sie sogar vorsorglich schon in der kleineren Größe (6-9 Monate) angeschlagen, trotzdem ist sie riesig und fällt eigentlich sogar noch größer aus als:

4. Die Hose, die ich in Größe 12-18 Monate gestrickt habe und die mein Sohn jetzt schon trägt. Zwar gekrempelt und sicherlich auch noch einige Monate, aber bis ihm die dem Schnitt nach eigentlich kleinere Jacke passt, ist er aus der Büx vermutlich schon wieder rausgewachsen.

Die zweite Drops-Schelte gilt der (an sich sehr schönen) Wolle. Denn in mehreren Knäuelen war der Faden geknotet und zudem verheddert/verfilzt der Faden relativ schnell.

Aber davon abgesehen, war alles gut und: der Winter kann kommen!

Und bei euch? Zeigt mir eure Winter-Kinder-Outfits!

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Bestrickender Herbst

Strickzeug

Ach Herbst, du meine liebste aller Jahreszeiten. Du verwegener Wind-durch-die-Haare-Wuschler, du Blätter-vor-die-Füße-Werfer, du alles in rotgoldenes-Licht-Taucher. Gerne geselle ich mich zu dir und stricke!

(Die herrliche, zweifädig gestrickte Wolle heißt Drops Delight und wird, wenn sie mal groß und verstrickt ist dieses Babyjäckchen hier. Und diese Hose. Und vielleicht auch noch diese Mütze, wenn dann noch was im Wollkorb übrig ist.)

Dropswolle

Reinmaschige Damenoberbekleidung

Ich habe in meinem Leben viele Mützen gestrickt. Zipfelige, bommelige, ausgeleierte, längst verlorene, verschenkte, noch immer getragene. Ich habe einige Schals gestrickt. Patente, Schlauchschals, glattrechts-sich-einrollende, fusselnde, von Motten zerfressene, ausgeleierte, puppenhaft schmale kurze, geringelte. Zwei paar Socken waren auch mal dabei, eines zu groß, eines in der ersten Wäsche zu Filz verwaschen (Kindheitstrauma!). Ich habe ein Schwein gestrickt und einen Elefanten, einen Waschbär, einen Teddy und allerlei anderes Waldorfschulgetier, dessen Verbleib mir unbekannt ist.

Was ich lange nicht gewagt habe zu stricken, war wirklich brauchbare Maschenmode. Keine Spielereien, keine Accessoires, nein, ernsthafte Kleidungsstücke. Einen Pullover zum Beispiel. Ich dachte: das dauert viel zu lange. Ich dachte: so lange halte ich vielleicht nicht durch. Ich dachte: am Ende passt es nicht. Und wie man hier sieht, hatte ich damit ja teilweise auch recht.

Irgendwann habe ich es dann aber doch gewagt. Und so darf ich nun immerhin zwei Stück reinmaschige Damenoberbekleidung mein eigen nennen, die zu meiner eigenen Zufriedenheit ausgefallen und tragbar sind

Modell Nr. 1 habe ich in einem kostenlos bei Karstadt rumliegenden „Für Sie Extra“ (Oktober 2010) entdeckt …

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… und nach langem Liebäugeln im vergangenen Winter endlich mal auf- und schließlich auch abgenadelt. Verstrickt habe ich dafür – wie in der Anleitung vorgesehen – rund 700 Gramm Schachenmayr-Wolle „Boston“, allerdings nicht in mausgrau, sondern in kräftigem Rot:

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Modell Nr.2 ist ebenfalls eine Longweste und hat mindestens genauso viel Spaß gemacht, weil es aufgrund der unterschiedlichen Muster schön abwechslungsreich und mit dicken 7er-Nadeln auch erstaunlich schnell gestrickt war.

Das Muster stammt aus der „Sandra Stricken“ (Nr. 4/2010), die Wolle heißt Clou (Farbe Kiwi) und ich habe sie, wie vorgesehen, direkt als Garnpaket bei Junghans-Wolle geordert. Auch wenn die Weste etwas schlabbrig hängt, trage ich sie auch nach ein, zwei Wintern immer noch mit Freude und dem Stolz auf das erste große Teil:

Grüner StrickcardiganGrüner Strickcardigan2Grüner Strickcardigan3