Gesucht. Gefunden?

Es gibt ja viele schöne Nebeneffekte des Bloggens: Andere tolle Blogs entdecken natürlich. Sich beim Durchklicken von Linkpartys im Dickicht der Anregungen zu verlieren und hier ein Schnittmuster, da eine Strickanleitung, dort eine tolle Stoffbezugsquelle zu pflücken und abzuspeichern. Habe ich damit einmal angefangen, habe ich bald mindestens zehn offene Tabs im Browser.

Weniger zeitauwendig aber sehr amüsant ist aber auch die Betrachtung der eigenen Blogstatistik. Nachdem ich neulich mal wieder ein kleines Blogcomeback gestartet hatte, habe ich natürlich auch einen Blick auf die Statistik geworfen. Und mich dabei zum einen darüber gewundert, wie regelmäßig die Seite auch in Zeiten völliger Blogstille besucht wird. Und zum anderen wieder erinnert, dass ich längst schon mal etwas über die besten Suchanfragen posten wollte, über die Menschen von den Suchmaschinen auf meine Seite gelotst werden. Zu gerne wüsste ich ja, welche Schätze sich unter den mehr als 3000 „unbekannten Suchbegriffen“ finden, die an erster Stelle in der Suchbegriffsstatistik stehen. Aber auch unter jenen, die sich mir offenbaren, finden sich genug Schmankerln.

Sehr häufig führen Suchen nach Babydecken-Strickmustern auf meine Seite oder der Wunsch, etwas für Männer zu nähen (obwohl ich ja gerade das selbst viel zu selten tue …). Manchmal suchen Suchende nach Beispielen für bestimmte Schnittmuster/E-Books, die ich auch verwendet habe und immer mal wieder möchte auch mal jemand wissen, was es noch mal mit diesem Heide Fuljahn Shitstorm auf sich hatte. Soweit, so wenig überraschend.

Aber dann gibt es diese Anfragen, bei denen ich doch ZU gerne wissen möchte, ob die Suchenden bei mir tatsächlich fanden, was sie zu finden hofften. Allen voran die erstaunlich große Gruppe der Strumpfhosen-Fetischisten (die nach diesem Blogpost jetzt erst recht zu Scharen hier auflaufen werden, Hilfe!):

  1. ich in strumpfhosen
  2. im winter strumpfhosen ja oder nein
  3. zu hause mit windeln und strumpfhosen
  4. windel und strumpfhosen spaß in russland (Leute, ihr macht mir ein bisschen Angst. Aber wenn’s euch Freude macht, schaut mal hier und hier)
  5. petra gute im abendkleid (Wer ist Petra Gute?)
  6. nähidien für dicke frauen (Tut mir leid, ich bin trotz großer Kuchenliebe ziemlich schlankgenormt. Aber es gibt da draußen viele, viele tolle Fatshionistas und Nähnerds, die sich fantastische Mode auf die Figur schneidern).
  7. stoff um hüfte (sage ich ja!)
  8. was muss man bei drops delight beachten wenn zweifädig gestrickt wird (muss man da was beachten? Hab ich nicht …)
  9. zweifädig bei drops delight wo beginnt man mit dem knäuel (da, wo der Faden beginnt?)
  10. gehäkelte rentiere anleitungen (Leute, ich häkele doch überhaupt nicht! Erst recht keine Rentiere!)
  11. http://www.taschengriffe deal fuchs (Ähm, wer genau soll jetzt die Taschengriffe haben? Der Fuchs? Oder der Deal?)
  12. 10 minuten jacke nähen (Wenn ich es schaffe, in 10 Minuten eine Jacke zu nähen, erhaltet ihr jeden Tag einen Blogpost. Mindestens. Versprochen!)
  13. hausfrauen kleinklein (Hey! Leute, die unbezahlte Arbeit abwerten, haben bei mir nix zu suchen!)
  14. nähen striken flucht feminismus (Wie jetzt: Nähen als Flucht? Feminismus auch auf der Flucht? Nähend in den Feminismus flüchten? Strike! ???)
  15. wie kommt man zu inspirationsquelle (Augen aufmachen! Oder hier klicken)
  16. umgarnt bist du erst schoen (Ach, ihr ollen Suchmaschinen-Poeten, bei mir gibt’s doch bloß gut abgehangene DIY-Wortspiele!)
  17. blog bester handarbeit (Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen … 😉 )

Und jetzt bin ich natürlich neugierig: Was suchen die Leute bei euch so? Treiben sich bei euch auch so viele Strumpfhosenfetischisten rum? Mit oder ohne Windel?

Schönes Wochenende!

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Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

Vielleicht hätte ich mich mit Sohnemanns 1. Geburtstag hier einfach direkt verabschieden sollen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht so eine Vorahnung hatte, dass ich mit Rückkehr zum Vollzeitjob kaum noch zum Handarbeiten, geschweige denn zum drüber Bloggen kommen würde.

Aber ich habe mich gesträubt. Ich habe weiter Fotos gemacht, ich habe sogar das ein oder andere neue genäht. Immer in der Hoffnung, eines Abends dann doch mal die Muße zu finden, hier wieder etwas hochzuladen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Doch irgendwie sind die Wochen nur so dahingerast und nun ist es bald schon vier (!) Monate einfach still hier.

Wie macht ihr anderen näh- und strickbloggenden, Vollzeit arbeitenden Mütter (und Väter) das denn bitte so? Oder besser: wann? Entspannt und erfreut euch das Bloggen tatsächlich noch, wenn der Arbeits-Haushalt-Kind-Wahnsinn irgendwann abends damit endet, dass die Lütten ratzen und ihr euch eigentlich am liebsten gleich mit ins Bett legen würdet? Oder gerade drum? Erzählt doch mal, wie ihr das meistert!

Wenn ich abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme (familienfreundliche Arbeitszeiten, my ass!), verabschiedet sich oft genug der Liebste direkt zur Arbeit, derweil ich das Sohnemännchen beknuddele, bespaße und beknie, irgendwann die Äuglein zuzumachen (20.30 Uhr, wenn’s gut läuft) und nebenbei das übliche Kastanie-im-Schuh, Reiswaffel-auf-dem-Boden, Bücher-im-Bad, Kartoffeln-in-der-Spielzeugkiste-Chaos des Tages notdürftig beseitige. Wenn ich dann noch einen Happen gegessen habe, ist allerhöchstens noch ein bisschen meditatives vor-der-Glotze-Stricken drin.

Am Wochenende stehen dann Einkäufe, Wäsche und pipapo an, im besten Falle ein bisschen gemeinsame Familienzeit, wenn keiner von beiden Sonntagsdienst hat. Das kann auch ein herrlicher Herbstspaziergang über den Stoffmarkt Holland sein (hach …) – nur: die Stoffe wandern dann leider direkt wieder ins Vorratsregal. Zum Nähen komme ich nur, wenn ich mir freie Tage nehme (und die wollen dann meistens auch noch für zehn andere Sachen genutzt werden.

Aber genug der Jammerei, irgendwie läuft das Hamsterrad dann ja doch. Und irgendwie habe ich in all den Wochen hier und da dann ja doch noch etwas fertiggestellt. Eine Zwergenmütze nach Schnitt von Schnabelina zum Beispiel, passend zur schon länger getragenen Elefantenhose.

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Sie lässt sich auch wenden und mit der schlichten Seite prima zum neuen Täschling (ein wahrlich großartiger und extrem wandelbarer Schnitt von Allerleikind!) kombinieren, für den ich nach über einem Jahr endlich mal ein bisschen von dem Sternen-Jersey vom Stoffmarkt vernäht habe, sowie den herrlichen grünen Cord, der im Frühjahr auch schon mal ein Geschenk abgeworfen hatte. (Ab damit zu Cord, Cord, Cord!).20151010_15245620151010_160041

Gerne kombiniert wird der Täschling übrigens mit den Geburtstags-Puschen nach Schnitt von Klimperklein, die eigentlich ein etwas schiefer und krummer Probeversuch sein sollten, letztlich aber die bislang einzigen Puschen für Sohnemann geblieben (und nun fast schon wieder zu klein …) sind:

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Mit einem zweiten Puschenversuch (ich kann dabei aus einem reichen Fundus an Lederresten schöpfen, die ich hier mal als Paket erstanden habe, Farbwünsche werden dabei auch weitestgehend berücksichtigt!) leider etwas schmal geworden, wurde der frischgeborene Sohn eines Kollegen beschert:

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Für einen zweiten Täschling habe ich den tollen, tollen Birch-Flanell mit Charley Harpers „Foxsimiles“ verwendet, den ich zusammen mit wunderbar schmeichelweichen Jerseys in der Eulenmeisterei bestellt hatte. Die Stoffe sind ein absoluter Traum – und der Schnitt (diesmal in der Version ohne Knickerbocker-Bündchen) wirkt noch mal ganz anders, finde ich (endlich mal eine Gelegenheit, sich Greenfietsens Fuchs-Linkparty anzuschließen!).

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So, damit beschließe ich diesen Rundumschlag für heute. Mal sehen, in wie vielen Tagen, Wochen, Monaten ihr wieder von mir hört … – ich verspreche liebe nichts, nehmt mir’s nicht krumm und erzählt in der Zwischenzeit fleißig, wie ihr so klarkommt im Job-Familie-DIY-Hamsterrad.

Weitere Verlinkungen: Made4Boys, Kiddikram.

Das Ende der Vorfrühlingsfaulheit

Zuallererst muss ich mich bedanken. Bedanken bei all jenen treuen Leser*innen, die trotz monatelanger Stille meinerseits Tag für Tag meine Blogseiten aufgerufen haben. Ich bin ehrlich gerührt! Und entschuldige mich im zweiten Schritt für eben jene Stille, die zum einen einem recht spontanen Umzug und zum anderen der nach stressigen Kistenpack- und -schlepp-Wochen akut einsetzenden Vorfrühlingsfaulheit zu schulden ist. Viel schneller (und schöner!) als erwartet kam im Februar nämlich plötzlich eine neue Wohnung des Weges, die wir dann innerhalb von nur zwei Wochen holterdiepolter beziehen konnten. Da blieb irgendwie keine Zeit, sich hier höflich abzumelden …

Nun aber ist es Zeit, mich mal wieder zu Wort zu melden. Denn der Umzug an sich hat neben besagter Faulheit eigentlich vor allem jede Menge DIY-Motivation mit sich gebracht – habe ich doch jetzt tatsächlich so etwas wie ein Nähzimmer! Ein Plätzchen, in dem sich meine Stoffe ganz ungestört breitmachen dürfen und an dem ein Nähtisch steht, unter dem Sohnemann fleißig Krimskramstüten inspizieren und Schnittpapierfetzen aus dem Mülleimer fischen kann. Zumindest einer meiner „guten Vorsätze“ oder vielmehr Wünsche für dieses Handarbeitsjahr ist damit schon mal in Erfüllung gegangen. Da näht es sich doch gleich viel besser. Zumal ich schon längst einige Ottobre-Modelle testen wollte und außerdem kürzlich dem Dawanda-Lovedeal nicht widerstehen konnte und mir (natürlich entgegen des guten Vorsatzes, erstmal Vorräte aufzubrauchen …) die aller-wunderschönsten Bio-Jerseys von Birch in der Eulenmeisterei bestellt habe.

Und nun, da die herrliche Frühlingssonne überall Blumen und gute Laune hervorzaubert, habe ich auch endlich mal ein paar Fotos von den fertigen Frühlings-Teilen für den kleinen Mann, der in den vergangenen Wochen das große Krabbeln begann, geschossen. IMG_8369

Fürs erste Outfit habe ich allerdings tatsächlich erstmal Reste aufgebraucht. Da der grüne Kinderjersey vom Stoffmarkt Holland nach der Weihnachtsgeschenkeproduktion nicht mehr ganz für komplette Kleidungsstücke reichte, habe ich ihn mit einem sehr feinen, glänzenden Jersey in Dunkelblau, den ich schon vor Jahren mal bei JP Stoffexport in der Frankfurter Innenstadt besorgt hatte, kombiniert. Die Schnitte stammen aus der Ottobre 3/2014: Die kurze Jerseyhose „Baboon“ mit Popoeinsatz in Kontraststoff (Ösen und Bindeband habe ich weggelassen …) und das T-Shirt „Spot Fish“ ergeben zusammen nun ein, wie ich finde an Sporttrikots erinnerndes, Krabbel-Outfit in Größe 80. Die Ärmel finde ich relativ schmal geschnitten, die Dreiviertelhose sieht in Kombi mit Strumpfhosen noch ein wenig nach Hochwasserhose aus, aber nun ja …

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Nun aber zu den Birch-Jerseys.

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Diese wunderschönen Elefanten zieren nun die Sweathose „Streaky Legs“ aus Ottobre 1/2015 in Größe 86. Das eingezogene Gummiband scheint mir viel zu weit zu sein, obwohl ich es schon kürzer als in der Anleitung angegeben zugeschnitten habe. Vermutlich trenne ich den Bund also nochmal auf oder setze sogar ein Stück von dem perfekt passenden roten Bündchenstoff von „Nähe Main“ oben an, was meint ihr? IMG_8384IMG_8386IMG_8397

Da ich noch ein bisschen von dem halben Meter Stoff übrig habe, werde ich wohl noch ein passendes unifarbenes Shirt mit Elefanten-Akzenten zur Hose dazu nähen. Oder eine Zipfelmütze. Oder einfach ein Halstuch, mal schauen. Ganz verliebt bin ich auch in diesen Kribbel-Krabbel-Jersey von Birch, der perfekt in frühlingshaftes Gebüsch passt:

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Eigentlich wollte ich daraus das „Meow Meow“-Sweatshirt aus der Ottobre 1/2015 nähen, dafür reichte der Stoff aber nicht aus. Stattdessen habe ich mich nun erstmals an einem Kreuzausschnitt versucht und das Shirt nach der kostenlosen Anleitung von Fabrik der Träume in Größe 86 genäht. Der Ausschnitt ist noch eher so semiprofessionell geworden, das liegt aber eher an mir und dem Bündchenstreifen-Gefriemel als an der Anleitung…IMG_8382

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Sohnemann trägt es jetzt schon, obwohl die Ärmel noch ein bisschen lang sind und der schöne Stoff eigentlich viel zu schade zum Boden-Staubwedeln ist… Insektenshirt

Die Reste des Käferstoffes geben wahrscheinlich noch ein paar hübsche Taschenaufsätze oder Patches für eine aus alten Jeans upcycelte Frida-Pumphose her. Weitere Birch-Schnäppchen liegen schon auf dem Nähtisch, ein Lillestoff-Spielanzug ist bereits in Babys Kleiderschrank eingezogen (und wird hier präsentiert, sobald er passt und das Wetter kurzärmelige und -beinige Einteilermode erlaubt…).

Und uiuiuiui: morgen gastiert mal wieder der Stoffmarkt Holland in Frankfurt! Mit dem Vorsatz, keine neuen Stoffberge anzuhäufen, wird das also wohl nichts mehr dieses Jahr. Dafür gibts aber hoffentlich bald wieder neue Anlässe zum Bloggen … Bis dahin, genießt den Frühling!

Und ich schicke meine Frühlings-Auferstehung noch fix zum April-Kiddikram und Made4Boys.

P.S. Gerade habe ich die lustige Linkparty „Elefantenliebe“ entdeckt – da MUSS ich all meine Elefanten natürlich auch noch hinschicken!

Die verstrickte Dienstagsfrage fragt auch nach Brigitte

Ein neuer Morgen bricht an in der Blogosphäre und noch immer spülen mir die gestern losgetretene DIY-Feminismus-Debatte und meine Gedanken dazu jede Menge Blogbesucher*innen auf den Bildschirm (willkommen ihr alle und danke, dass ihr da seid!).

Feminismus

Ja, es gab viel Aufregung gestern, nicht nur auf brigitte.de, sondern allerorten in den handarbeitenden Blogs und den Sozialen Netzwerken. Heute morgen fragt deshalb auch das Wollschaf in seiner verstrickten Dienstagsfrage nach Meinungen zur Debatte:

„Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf.

Was denkst Du?
Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt?

Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?“

Ich bin ja nun noch ganz neu hier in der online handarbeitenden Welt. Deshalb sind vielleicht vorangegangene Diskussionen zum Thema bislang an mir vorbeigegangen. Dass viele Kommentator*innen gekränkt reagierten und sich teils auch weit unter der Gürtellinien auf die Autorin Heide Fuhljahn einschossen, ist ärgerlich, angesichts der von ihr gewählten polemischen Wortwahl und Pauschalkritik aber auch nicht wirklich verwunderlich.

Ob manche der Reaktionen aus mangelndem Selbstbewusstsein herrührten mag ich nicht beurteilen, bezweifle aber zumindest, dass dies mehrheitlich der Grund war. Warum es mich nun gestern gepackt hat, mit wirklich heißer Nadel zwischen zweiTerminen meine Meinung zum Anti-DIY-Artikel in meinen Blog zu stricken hatte jedenfalls weniger mit meiner gekränkten Handarbeiter*innen-Seele zu tun, als mit dem Ärger darüber, dass hier etwas als Feminismus ausgegeben wird, was in seiner ganzen Argumentationsstruktur zutiefst anti-feministisch daherkommt.

Sei es wegen des von mir gestern schon bemängelten Angreifens individueller Lebensentwürfe in Fuhljahns Text. Sei es, dass in einem Abwasch mit den Handarbeiten auch recht unverhohlen Hausarbeit und Muttersein als Tätigkeiten gegenüber „richtiger Arbeit“ abgewertet werden – ein Klassiker, der mit der gesellschaftlichen Geringschätzung von Care Work im Speziellen, wie auch anderen als „weiblich“ konnotierten Tätigkeiten im Allgemeinen korrespondiert, die sich nicht zuletzt in der drastischen Unterbezahlung von z.B. Erzieher*innen oder Altenpflegekräften zeigt. Zur Abwertung von ebenfalls verkürzt als „weiblich“ konnotierten Tätigkeiten wie dem Handarbeiten hat Lucy gestern auf ihrem Nahtzugabe-Blog schon passende Worte gefunden:

„Bedeutet das nicht, männlich konnotierte Tätigkeiten von vorneherein höher einzuschätzen als alles, was in unserer Kultur als „weiblich“ gilt und damit genau die Wertehierarchie zu bestätigen, die man eigentlich ablehnt?“

Dass Fuhljahn in ihrem Text zudem das Handarbeiten als Tätigkeit pauschal Frauen zuschreibt und deren Wissen/Können in Frage stellt, stößt beispielsweise Anke auf, die exemplarisch darauf hinweist,

„Wieviel Leistung  und Können darin steckt, Fasern zu färben und zu spinnen, um genau das Garn zu produzieren, was ich mir vorstelle.“

Persönlich finde ich gar nicht, dass es beim Bloggen per se um Leistung und Können gehen muss. Ja, persönlich war dieser Blog tatsächlich in erster Linie zum Austausch über ein Hobby, zum Voneinanderlernen und daher auch zum offenen Umgang mit Nicht-Können, mit Scheitern gedacht.

An feministische Positionierung hatte ich ursprünglich gar nicht gedacht. Gleichwohl finde ich es spannend, welche Debatten so ein Hobby lostreten kann und nehme die aktuelle zum Anlass, mich mehr zu informieren – darüber ob sich DIY als widerständige Praxis sehen lässt etwa oder darüber, was Lifestyleblogs über Geschlechterrollen aussagen; ich werde mir mal die queerfeministischen Ravelry-Gruppen anschauen, und freue mich auf die sicher noch vielen differenzierten Denkanstöße, die das Wollschaf mit seiner verstrickten Dienstagsfrage heute aus anderen Blogger*innen herauskitzelt oder auf eure Kommentare, die ihr hier zum Thema hinterlasst.

Ohne das Handarbeiten an sich per se als feministischen Akt überhöhen zu wollen, gibt es da draußen meinem ersten unvollständigen Eindruck zufolge durchaus viele spannende Ansätze, Feminismus und DIY zusammenzuführen (und nein, ich finde dafür muss man sich nicht zwingend ein Wollknäuel in die Vagina stecken …).

Einen schönen Tag euch allen (und lasst euch nicht ärgern 😉 )!

Multitasking-Mama

Bild

„Dass du mit Baby noch zum Näh(blogg)en

kommst– wie machst du das bloß?!“

Na, so: Baby vor den Bauch geschnallt und los! Ein Hoch auf die Tragehilfe!

multitasking-mama

(Früh übt sich, was ein tapferes Schneiderlein werden will … 😉 )

Und wie macht ihr anderen Mamas (und Papas) das so? Erzählt mal!

Eine schöne Woche euch allen wünscht Multitasking-Mama M. 🙂

Neuling fragt (sich)

Als Handarbeitsblog-Neuling muss man allerlei lernen. Ich bin noch so verdammt Ravelry-grün hinter den Ohren und irre orientierungslos durch die Masse spannender Blogs und Blog-Features, die sich vor mir auftun.

1. Das Blog-Design

Habe ich das richtige WordPress-Theme für meine Zwecke gewählt? Ist meine Sortierung schlüssig? Soll ich lieber Tags oder Kategorien verwenden und wie unterscheiden die sich überhaupt? Mehr Unterseiten erstellen – und wenn ja: wie kriege ich da meine Startseiten-Beiträge drauf? Wie kriege ich ne nettere Blogroll hin und warum erscheint erscheinen da, wenn ich von Liste auf Gitter umstelle nur ein einziger der vielen abonnierten Blogs die WordPress-Blogs? Kann ich irgendwo einstellen, dass auf der Startseite nur Teaser der Beiträge erscheinen, anstelle der kompletten Texte/Bilder?

Fragen über Fragen ….

2. Sozialisieren

Facebook, Twitter, Google+: alles in meinem Gravatar-Profil angegeben. Aber warum nicht in meiner Seitenleiste direkt auf dem Blog? Wie kriege ich da die Social-Media-Buttons hin? Das WordPress-Twitter-Widget schreibt mir da nur „meine Tweets“ hin, ohne dass man was sieht. Und wie zur Hölle funktioniert das mit nem Ravelry-Button und diesen schicken Strick-Fortschritt-Prozentangaben? Bei den entsprechenden Anleitungen, die ich dazu gefunden habe, blicke ich überhaupt nicht durch …

Fragen über Fragen …

3. Blog-Vernetzung

Ich lese, ich abonniere, ich kommentiere, ich like und manchmal verirrt sich auch jemand zu mir. Wie habt ihr mich gefunden, ihr da draußen? Mögt ihr, was ihr seht? Brauche ich noch mehr Follow-Möglichkeiten? Bloglovin? Wie funktioniert das mit diesen Sewalongs und Knitalongs? Wer ruft wen dazu auf? Was sind die Regeln, wie gehört man dazu?

Fragen über Fragen … ich stelle sie mir selbst und euch, ich lese und lerne und was ihr hier seht das wird und wächst. Gebt mir gerne Feedback, ich freue mich über eure Kommentare, Gedanken, Erfahrungen!

Danke, sagt ein Blog-Neuling.