Der Rest vom Fest

Es hat sehr geweihnachtet. Im Winterurlaub hat es sehr geschneit. Und schwupps, war das Jahr vorbei und fast hätte ich vergessen, dass es diesen Blog gibt. Fröhliches Fest und guten Rutsch gehabt zu haben, allerseits!

Dass es hier solange still war, lag aber nur in letzter Konsequenz an Weihnachtsfeierei, guter Rutscherei und Winterurlaub. Vor allem lag es daran, dass ich viel gehandarbeitet habe, statt darüber zu schreiben. Nun aber, da das neue Jahr blank und glitzernd wie ein frischer Allgäu-Schneeteppich vor und das alte Jahr mitsamt seiner adventlichen Hochleistungs-Geschenkeproduktion hinter mir liegt, wird es Zeit für eine nachträgliche Bescherung. (Schließlich wollte ich vor Weihnachten noch nichts verraten …)

Hier also kommt er, der Rest vom Fest, die Bilanz des Geschenke-Popanz‘:

1. Pumphosen-Manufaktur

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Weil 2014 ein äußerst fruchtbarer Jahrgang war, gab es viele kleine Menschen zu bescheren. Das wunderbare E-Book Frida 2.0 vom Milchmonster hatte ich schon einmal in seiner Freebook-Version (nur kleine Größen) für den häuslichen Gebrauch getestet…

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… und für so gut befunden, dass ich es mir nun noch als Komplettfassung gegönnt und eine weihnachtliche Pumphosen-Manufaktur eröffnet habe:

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Zusätzlich habe ich auch noch das Freebook RAS vom Nähfrosch ausprobiert (das Ergebnis aber vergessen einzeln zu fotografieren, im Gruppenbild ist es ganz rechts zu sehen, in grün). Das Modell ist noch eine Spur leichter zu nähen als die Frida und ein bisschen gerader, weniger pumpig geschnitten.

Den Schnitt für die Halstücher habe ich mir anfangs selbst abgenommen und bei den weiteren Modellen habe ich dann die Freebook-Schablone Baby-Basics Nr. 1 von Krumme Nadel verwendet.

Die Stoffe (wie auch die nun folgenden) stammen alle entweder vom Stoffmarkt Holland oder von Martino-Stoffe – und auf der Suche nach Bündchenware habe ich im Frankfurter Brückenviertel ein neues, sehr niedliches kleines (glaube ich noch Homepage-loses) Näh-Lädchen namens „Nähe Main“ entdeckt.

2. Loop-Whoop!

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Loops sind eines meiner Lieblingsgeschenke. Einfach, aber wirkungsvoll. Nachdem zu einem früheren Weihnachten die Männer der Familie beschenkt wurden, waren dieses Mal ein paar Loops für die Damenwelt dran:

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3. Kleidsames und Gesocks

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Fürs Patenkind habe ich mich an dieses hübsche Modell von Drops gewagt (mitsamt der passenden Drops-Baby-Merino-Wolle). Und weil das ein wenig länger dauerte als gedacht, ist vom letzten Geschenk nur die Hälfte pünktlich fertig geworden:

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(Das lag aber offen gestanden nicht nur am rotweißen Kleidchen, sondern auch daran, dass das hübsche Sockenmuster Maeva von Stefanie Bold auf Ravelry sich mit 2er-Nadeln, schwarzer Wolle und Winterabendmüden Augen nur sehr, sehr langsam strickt. Nachmacher*innen sollten sich also besser schon im Frühling an die Nadeln setzen. Und nicht erst Ende November …)

So, und was habt ihr so verschenkt? Oder geschenkt bekommen? Ich freue mich auf eine schöne Bescherung und Inspiration für den nächsten Geschenke-Reigen!

Bestrickender Herbst

Strickzeug

Ach Herbst, du meine liebste aller Jahreszeiten. Du verwegener Wind-durch-die-Haare-Wuschler, du Blätter-vor-die-Füße-Werfer, du alles in rotgoldenes-Licht-Taucher. Gerne geselle ich mich zu dir und stricke!

(Die herrliche, zweifädig gestrickte Wolle heißt Drops Delight und wird, wenn sie mal groß und verstrickt ist dieses Babyjäckchen hier. Und diese Hose. Und vielleicht auch noch diese Mütze, wenn dann noch was im Wollkorb übrig ist.)

Dropswolle

Heldin in Strumpfhosen oder: Kuriositätenkabinett der unvollendeten Strickwerke

Eigentlich stricke ich zielgerichtet. Also mit dem Ziel, irgendwann fertig zu werden. Am besten irgendwann im Herbst, irgendwann vor dem Winter, irgendwann bevor es so richtig kalt ist, irgendwann dann, wenn man sich gerne in ne ganz neue Masche hüllen würde, um der Kälte zu trotzen. Irgendwann dann.

Aber irgendwann ist ein dehnbarer Begriff. Und wenn sich dann die unfertigen Projekte im  70er-Jahre-Strickkörbchen (yeah, all ihr shabby-chic-Hipster, ich bin ja selbst so vintage!) stapeln, weil ich irgendwann unterwegs – nun, ja … – den Faden verloren habe, dann dämmert mir langsam: der Strickweg ist das Ziel.

Strickkorb

Aber eigentlich ist das nur eine lahme Rechtfertigung dafür, dass da irgendwas ziemlich verstrickt ist und aufgeribbelt gehört. Oder verschenkt an Menschen mit anderer Figur. Wagen wir also einen Blick in dieses Kuriositätenkabinett namens Strickkorb der unvollendeten oder vollendet untragbaren Strickwerke

1. Die Pullunderwurst mit Ärmelsack

Es fing so schön an. Mit dem Kauf einer Strickzeitschrift. Mit dem Ankreuzen jeden zweiten Modells. Mit dem Bestellen gleich mehrerer eigentlich viel zu teuerer Garnpakete. Mit dem übermotivierten parallel-Losstricken mehrerer Projekte. Numero uno sollte ein Pullover werden (im Bild rechts, der kleine mit der schlichten Flechtfrisur).

Blauer Strickpulli_Muster

Es war ein schönes Gestricke. Weiche Wolle, simples Strickmuster. So simpel, dass ich vor lauter Glattrechts-Stricken mit hauchzartem Faden irgendwann aus lauter Langeweile und Nebenher-Gestricke vergaß wo ich war und es mit den Maschen-Zunahmen nicht mehr so genau nahm. Am Ende hatte ich einen wurstig sitzenden Pullunder und einen Ärmelsack, der irgendwie, irgendwo, irgendwann so breit und unförmig geworden war, dass Ärmel Nr. zwei erst gar nicht den Weg auf die Nadeln fand.

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2. Das lange, lange kurze Braune

Ja, ist es nicht hübsch? Dieses kurze Braune mit dem raffiniert verschlungenen Vorderteil? Fand ich auch. Das war vor, mmh, vier Jahren. Da erschien das Rebecca-Heft 44, aus dem dieses, wie auch die anderen schönen Modelle stammen.

Braunes Strickkleid

Wieder diese hauchzarte Wolle, wieder glatt rechts gestrickt und diesmal sorgt noch nicht mal ein Zopf für Abwechslung. Millimeter um Millimeter wuchs das lange, lange kurze Kleid – Winter für Winter, immer dann, wenn mich das schlechte Gewissen wieder heimsuchte.

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Mittlerweile ist das Hinterteil fertig und das Vorderteil fast. Aber weitergestrickt habe ich schon seit dem letzten Winter nicht mehr. Es graut mir vor dem laaaangsamen Millimeter-Wachstum. Davor, dass ich gar nicht mehr weiß, an welcher Stelle im Strickmuster ich steckenstehengeblieben war. Davor, dass noch zwei laaaange Kurzärmel fehlen. Es graut mir vor ewig langen ungenähten Nähten. Und davor, dass es am Ende dann so sitzt wie der verbockte Rock …

3. Der Verbockte Rock

Der verbockte Rock ist immerhin fertiggeworden. Hat auch gar nicht so lange gedauert und sieht doch super aus, oder nicht?

Grüner Strickrock

Ja, in der Zeitschrift schon. Und auf dem (Vintage! Shabby!) Parkettboden auch. An mir aber nicht. Da verwandelt sich der Rock in einen Hinternwärmer …

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… in dem ich mich selbst dann wie eine alberne Heldin in Strumpfhosen fühle, wenn ich nur incognito vor dem Schlafzimmerschrank posiere. Robin Hood hätte dieses wollige Etwas sicherlich mit Würde getragen. Ich selbst, mmh: nein.

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So und jetzt seid ihr dran: welche unfertigen oder gescheiterten Strickwerke habt ihr im Körbchen? Kommt schon, traut euch!

 

Knopfpost

Mit dem Kurzwaren-Messie ist es ja so: er, nein sie denkt zum Beispiel: ich brauche Knöpfe. Ich habe überhaupt keine Knöpfe. Also fast keine Knöpfe, zumindest keine zusammenpassenden Knöpfe, keine Knöpfe in der richtigen Größe und keine Knöpfe in der korrekten Farbe, schon sowieso keine Kinderknöpfe – einfach viel zu wenige Knöpfe eben, ICH BRAUCHE KNÖPFE!

Kurzwaren-Messie ist aber gerade nicht in Reichweite eines Kurzwaren-Geschäfts (BTW: warum heißen Kurzwaren eigentlich Kurzwaren? Recherche-Auftrag für späteren Blogeintrag. Oder für eure Kommentare?). Also treibt Kurzwaren-Messie sich in virtuellen Kurzwaren-Geschäften herum, googlet Knöpfe, herzt allerfeinste Designer-Knöpfchen auf Dawanda, jagt Restposten-Knopfsammlungen auf Ebay hinterher, sieht irgendwann vor lauter Knöpfen keinen Knopf mehr und kauft verzweifelt irgendwas, 7,99 Euro, bestellt, bezahlt, denn Babys Jäckchen braucht Knöpfe.

Heute also kam die Knopfpost.

Knopfpost

Kurz schlug des Kurzwaren-Messies Herz ein wenig höher. Dann fing Kurzwaren-Messie an zu sortieren und zu überlegen: Wofür waren die Knöpfe nochmal? Ach ja, für Babys Jäckchen. Jüngst noch auf, jetzt gerade frisch von den Nadeln. (Fäden noch nicht vernäht, wie üblich, weil: Fädenvernähen stinkt.)

Raglan-Baby-Cardigan in Arbeit

Raglan-Baby-Cardigan

(Strickmuster: „Basic Raglan Baby Cardigan Sweater“ von Keya Kuhn auf Ravelry, des Strickmuster-Messies Zuhause.)

Aber nun: was tun? Kurzwaren-Messie kann sich nicht entscheiden. Die gelben Knöpfe sind falsch gelb, die blauen Knöpfe sind falsch blau, die Marienkäfer-Knöpfe passen nicht, an den blauen Erdbeer(?!)knöpfen stört das Grün, und die hölzernen Autos … ach, Autos fürs Jungenjäckchen – och nöö, denkt das gender-bewegte Kurzwaren-Messie-Mutterherz.

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Knöpfe, denkt Kurzwaren-Messie, ICH BRAUCHE KNÖPFE!

Baby schlummert derweil seelig, wie immer am liebsten auf dem Bauch. Die Jacke ist dem Baby egal, schließlich ist die Decke schon fertig und hält Baby schön warm. Die braucht auch keine Knöpfe.

Babydecke_mit_Baby

Babydecke_mit_Hund

(Strickmuster: „Spice Island Baby Blanket“ von Donna Childs und „Mini Dog“ von Stana D. Sortor)

 

P.S. Knopfvorschläge, Restknöpfe, geschenkte, gefundene, gespendete Knöpfe nimmt Kurzwaren-Messie jederzeit gerne entgegen! 😀