Gesucht. Gefunden?

Es gibt ja viele schöne Nebeneffekte des Bloggens: Andere tolle Blogs entdecken natürlich. Sich beim Durchklicken von Linkpartys im Dickicht der Anregungen zu verlieren und hier ein Schnittmuster, da eine Strickanleitung, dort eine tolle Stoffbezugsquelle zu pflücken und abzuspeichern. Habe ich damit einmal angefangen, habe ich bald mindestens zehn offene Tabs im Browser.

Weniger zeitauwendig aber sehr amüsant ist aber auch die Betrachtung der eigenen Blogstatistik. Nachdem ich neulich mal wieder ein kleines Blogcomeback gestartet hatte, habe ich natürlich auch einen Blick auf die Statistik geworfen. Und mich dabei zum einen darüber gewundert, wie regelmäßig die Seite auch in Zeiten völliger Blogstille besucht wird. Und zum anderen wieder erinnert, dass ich längst schon mal etwas über die besten Suchanfragen posten wollte, über die Menschen von den Suchmaschinen auf meine Seite gelotst werden. Zu gerne wüsste ich ja, welche Schätze sich unter den mehr als 3000 „unbekannten Suchbegriffen“ finden, die an erster Stelle in der Suchbegriffsstatistik stehen. Aber auch unter jenen, die sich mir offenbaren, finden sich genug Schmankerln.

Sehr häufig führen Suchen nach Babydecken-Strickmustern auf meine Seite oder der Wunsch, etwas für Männer zu nähen (obwohl ich ja gerade das selbst viel zu selten tue …). Manchmal suchen Suchende nach Beispielen für bestimmte Schnittmuster/E-Books, die ich auch verwendet habe und immer mal wieder möchte auch mal jemand wissen, was es noch mal mit diesem Heide Fuljahn Shitstorm auf sich hatte. Soweit, so wenig überraschend.

Aber dann gibt es diese Anfragen, bei denen ich doch ZU gerne wissen möchte, ob die Suchenden bei mir tatsächlich fanden, was sie zu finden hofften. Allen voran die erstaunlich große Gruppe der Strumpfhosen-Fetischisten (die nach diesem Blogpost jetzt erst recht zu Scharen hier auflaufen werden, Hilfe!):

  1. ich in strumpfhosen
  2. im winter strumpfhosen ja oder nein
  3. zu hause mit windeln und strumpfhosen
  4. windel und strumpfhosen spaß in russland (Leute, ihr macht mir ein bisschen Angst. Aber wenn’s euch Freude macht, schaut mal hier und hier)
  5. petra gute im abendkleid (Wer ist Petra Gute?)
  6. nähidien für dicke frauen (Tut mir leid, ich bin trotz großer Kuchenliebe ziemlich schlankgenormt. Aber es gibt da draußen viele, viele tolle Fatshionistas und Nähnerds, die sich fantastische Mode auf die Figur schneidern).
  7. stoff um hüfte (sage ich ja!)
  8. was muss man bei drops delight beachten wenn zweifädig gestrickt wird (muss man da was beachten? Hab ich nicht …)
  9. zweifädig bei drops delight wo beginnt man mit dem knäuel (da, wo der Faden beginnt?)
  10. gehäkelte rentiere anleitungen (Leute, ich häkele doch überhaupt nicht! Erst recht keine Rentiere!)
  11. http://www.taschengriffe deal fuchs (Ähm, wer genau soll jetzt die Taschengriffe haben? Der Fuchs? Oder der Deal?)
  12. 10 minuten jacke nähen (Wenn ich es schaffe, in 10 Minuten eine Jacke zu nähen, erhaltet ihr jeden Tag einen Blogpost. Mindestens. Versprochen!)
  13. hausfrauen kleinklein (Hey! Leute, die unbezahlte Arbeit abwerten, haben bei mir nix zu suchen!)
  14. nähen striken flucht feminismus (Wie jetzt: Nähen als Flucht? Feminismus auch auf der Flucht? Nähend in den Feminismus flüchten? Strike! ???)
  15. wie kommt man zu inspirationsquelle (Augen aufmachen! Oder hier klicken)
  16. umgarnt bist du erst schoen (Ach, ihr ollen Suchmaschinen-Poeten, bei mir gibt’s doch bloß gut abgehangene DIY-Wortspiele!)
  17. blog bester handarbeit (Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen … 😉 )

Und jetzt bin ich natürlich neugierig: Was suchen die Leute bei euch so? Treiben sich bei euch auch so viele Strumpfhosenfetischisten rum? Mit oder ohne Windel?

Schönes Wochenende!

Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

Vielleicht hätte ich mich mit Sohnemanns 1. Geburtstag hier einfach direkt verabschieden sollen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht so eine Vorahnung hatte, dass ich mit Rückkehr zum Vollzeitjob kaum noch zum Handarbeiten, geschweige denn zum drüber Bloggen kommen würde.

Aber ich habe mich gesträubt. Ich habe weiter Fotos gemacht, ich habe sogar das ein oder andere neue genäht. Immer in der Hoffnung, eines Abends dann doch mal die Muße zu finden, hier wieder etwas hochzuladen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Doch irgendwie sind die Wochen nur so dahingerast und nun ist es bald schon vier (!) Monate einfach still hier.

Wie macht ihr anderen näh- und strickbloggenden, Vollzeit arbeitenden Mütter (und Väter) das denn bitte so? Oder besser: wann? Entspannt und erfreut euch das Bloggen tatsächlich noch, wenn der Arbeits-Haushalt-Kind-Wahnsinn irgendwann abends damit endet, dass die Lütten ratzen und ihr euch eigentlich am liebsten gleich mit ins Bett legen würdet? Oder gerade drum? Erzählt doch mal, wie ihr das meistert!

Wenn ich abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme (familienfreundliche Arbeitszeiten, my ass!), verabschiedet sich oft genug der Liebste direkt zur Arbeit, derweil ich das Sohnemännchen beknuddele, bespaße und beknie, irgendwann die Äuglein zuzumachen (20.30 Uhr, wenn’s gut läuft) und nebenbei das übliche Kastanie-im-Schuh, Reiswaffel-auf-dem-Boden, Bücher-im-Bad, Kartoffeln-in-der-Spielzeugkiste-Chaos des Tages notdürftig beseitige. Wenn ich dann noch einen Happen gegessen habe, ist allerhöchstens noch ein bisschen meditatives vor-der-Glotze-Stricken drin.

Am Wochenende stehen dann Einkäufe, Wäsche und pipapo an, im besten Falle ein bisschen gemeinsame Familienzeit, wenn keiner von beiden Sonntagsdienst hat. Das kann auch ein herrlicher Herbstspaziergang über den Stoffmarkt Holland sein (hach …) – nur: die Stoffe wandern dann leider direkt wieder ins Vorratsregal. Zum Nähen komme ich nur, wenn ich mir freie Tage nehme (und die wollen dann meistens auch noch für zehn andere Sachen genutzt werden.

Aber genug der Jammerei, irgendwie läuft das Hamsterrad dann ja doch. Und irgendwie habe ich in all den Wochen hier und da dann ja doch noch etwas fertiggestellt. Eine Zwergenmütze nach Schnitt von Schnabelina zum Beispiel, passend zur schon länger getragenen Elefantenhose.

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Sie lässt sich auch wenden und mit der schlichten Seite prima zum neuen Täschling (ein wahrlich großartiger und extrem wandelbarer Schnitt von Allerleikind!) kombinieren, für den ich nach über einem Jahr endlich mal ein bisschen von dem Sternen-Jersey vom Stoffmarkt vernäht habe, sowie den herrlichen grünen Cord, der im Frühjahr auch schon mal ein Geschenk abgeworfen hatte. (Ab damit zu Cord, Cord, Cord!).20151010_15245620151010_160041

Gerne kombiniert wird der Täschling übrigens mit den Geburtstags-Puschen nach Schnitt von Klimperklein, die eigentlich ein etwas schiefer und krummer Probeversuch sein sollten, letztlich aber die bislang einzigen Puschen für Sohnemann geblieben (und nun fast schon wieder zu klein …) sind:

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Mit einem zweiten Puschenversuch (ich kann dabei aus einem reichen Fundus an Lederresten schöpfen, die ich hier mal als Paket erstanden habe, Farbwünsche werden dabei auch weitestgehend berücksichtigt!) leider etwas schmal geworden, wurde der frischgeborene Sohn eines Kollegen beschert:

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Für einen zweiten Täschling habe ich den tollen, tollen Birch-Flanell mit Charley Harpers „Foxsimiles“ verwendet, den ich zusammen mit wunderbar schmeichelweichen Jerseys in der Eulenmeisterei bestellt hatte. Die Stoffe sind ein absoluter Traum – und der Schnitt (diesmal in der Version ohne Knickerbocker-Bündchen) wirkt noch mal ganz anders, finde ich (endlich mal eine Gelegenheit, sich Greenfietsens Fuchs-Linkparty anzuschließen!).

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So, damit beschließe ich diesen Rundumschlag für heute. Mal sehen, in wie vielen Tagen, Wochen, Monaten ihr wieder von mir hört … – ich verspreche liebe nichts, nehmt mir’s nicht krumm und erzählt in der Zwischenzeit fleißig, wie ihr so klarkommt im Job-Familie-DIY-Hamsterrad.

Weitere Verlinkungen: Made4Boys, Kiddikram.

Geburtstagsanzug

Ein Jahr, wirklich schon ein Jahr: Sohnemann hatte am Sonntag Geburtstag. Und bevor ich am Montag zur Vollzeit-Working-Mum geworden bin (und daher jetzt erst zum Bloggen komme…), haben wir unseren schon so erstaunlich großen Kleinen angemessen gefeiert.

Zur Feier des Tages hatte unser Geburtstagskind einen neuen Anzug an. Den schönen Schnitt „Toucan & Tiger“ aus der Ottobre 3/2014 hatte ich schon einmal genäht. Da ich aus den Fehlern dieses ersten Versuchs gelernt (also die Bündchenstreifen nicht so doll gedehnt und mehr Geld für Marken-Druckknöpfe von Prym ausgegeben) habe, ist dieser gepunktete Anzug, wie ich finde, nahezu perfekt geworden (verzeiht die Angeberei… 😉 ).

Pünktchen-Jersey und Bündchen hatte ich günstig beim letzten Stoffmarkt Holland besorgt:

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Sohnemann passt der Geburtstagsanzug quasi wie angegossen und er hat seinen ganzen Ehrentag lang ausgiebig darin gespielt. Draußen….

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… wie drinnen:

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Auf seinem Geburtstagstisch lagen übrigens noch ein paar selbstgemachte Dinge, die jedes auf seine Weise eine Premiere für mich dargestellt haben (und deshalb perfektionistischen Ansprüchen eher weniger gerecht werden). Einen ersten Blick darauf gewähre ich euch hier …

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… und beim nächsten Mal stelle ich euch die Geschenke dann noch genauer vor. Eine schöne Restwoche euch! Ich verlinke mich noch fix bei Kiddikram und Made4Boys.

Weitere schöne Versionen des Ottobre-Spielanzugs finden sich im DIY-Internet zum Beispiel hier, hier, hier, hier, hier (auch mit Affen, wie meine erste Version) oder hier.

Aus Groß mach Klein

Nur noch eine Woche, dann ist die Elternzeit vorbei. Nur noch sechs Tage, dann wird Sohnemann ein Jahr alt. Die Zeit rast – und in meinem Blog wird es vermutlich noch etwas stiller werden.

Zeit also, noch schnell nach und nach ein paar der neu entstandenen Kita-Outfits vorzuzeigen. Den Anfang macht eine fixe Upcycling-Kombi, die ich schon vor rund einem Monat fertiggestellt habe. Da zumindest die Hose noch ziemlich üppig groß ist für den großen Kleinen (ich blicke bei den Frida-Größenangaben immer noch nicht recht durch … Die Größe 80 sieht gefühlt aus wie ne 92 oder so …), gibt es fürs erste keine Tragefotos.

Die Jeans ist entstanden … – aus einer alten Jeans von mir (die Original-Taschengriffe habe ich einfach beibehalten und mit Jersey-Streifen vom Shirt gesäumt). Und das Langarm-Shirt … – aus einem Ringelshirt von mir (die zickzackgesäumten Kanten habe ich als Ärmel- und Saumkante beibehalten und mir so das Umsäumen gespart):

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Für Hosenbund und Beinbündchen habe ich schlichten grauen Bündchen-Stoff gewählt. Da ich beim Annähen des Bauchbundes irgendwie geschlafen und die Naht nach vorne gesetzt habe, habe ich dann kurzerhand noch zwei Knöpfe als angetäuschte Knopfleiste vorne draufgesetzt, als wäre das alles genauso gewollt gewesen:

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Und als spontane 1-Minuten-Kreation habe ich noch einen Sternchen-Marienkäfer-Anstecker zusammengeschustert, der weder umsäumt, noch sonst wie sorgfältig gewerkelt ist, an dem Sohnemann aber viel Spaß hat (Knopf drauf genäht, Sicherheitsnadel unten dran, fertig).

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Der Upcycling-Dienstag ist leider gerade in die Sommerpause gegangen, aber Kiddikram und Made4Boys sammeln auch im Juli wieder Links zu selbstgemachter Kinderkleidung. Eine Linkliste mit Upcycling-Kindersachen gibt es außerdem bei HappyRecycling. Schaut mal rein!

Update: Habe doch noch ein Foto am Kind gefunden, damit ihr einen kleinen Eindruck von der schlackernden Frida habt. Ein Bekannter sagte neulich, dieses Outfit sei ja voll Siebziger. Mit der Baggy-Jeans sind wir jetzt eher so in den Neunzigern gelandet, oder? 😉

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Bei My Kid Wears gibt es montags übrigens noch mehr Mode am Kind zu bewundern!

Geschenke zum Anlehnen

Statt Kind- und Kegel-Kleidung gibt es heute kurz mal zwei Kissen zu sehen. Zwei liebe Freunde haben am Wochenende Geburtstag gefeiert. Und weil die beiden ein grünes Sofa ihr eigen nennen, hatte ich schon lange die Idee, einen meiner nigerianischen Waxprint-Stoffe (hier schon einmal zu sehen, es ist aber keiner aus Schwiegermamas Nachlass) zu Kissen zu verarbeiten. Ich finde, das geometrische Muster eignet sich ganz hervorragend für gepolsterte Quadrate:

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Schöner Weise habe ich noch jede Menge von dem tollen Stoff übrig, die Waxprints werden immer in großen Ballen verkauft. Insofern werde ich bei Gelegenheit noch Kleidung oder vielleicht auch noch weitere Kissen für den Eigengebrauch nähen, so als knalligen Hingucker auf dem heimischen roten Sessel und Sofa:

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Die Kissenhüllen sind 40 mal 40 Zentimeter groß und mit Reißverschluss genäht. Wer dafür eine Anleitung braucht, findet sie zum Beispiel hier bei Lillesol und Pelle  kostenlos, gut verständlich, bebildert und alternativ auch mit Knöpfen statt Reißverschluss zu nähen.

Weitere Kissen (sehr viel anspruchsvoller als meine) gibt es bei der Kissenschlacht-Linkparty zu sehen.

Eine schöne Woche euch allen!

Cord-Gestrampel im Blätterwald

So, wie gestern angekündigt, gibt es noch Sohnemann-Mode zu verbloggen. Und weil die Tage nun erschreckenderweise schon wieder kürzer werden und gestern novemberartiger Regen auf uns niederplatterte, zeige ich heute ein vom Stoff her etwas herbstliches Duo vor, dass mein Kleiner kürzlich zu einer (nicht seiner) Taufe tragen durfte:

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Für das Kurzarm-Hemd habe ich den Schnitt „Zebra Run“ aus der Ottobre 3/2015 und einen herrlichen Blätterprint-Webstoff („Spice of Life“ von Paintbrush Studio) gewählt, den ich schon länger liegen hatte.

Und die Hose aus wunderschön goldgelbem Feincord (beide Stoffe vom Stoffmarkt Holland) habe ich erstmals nach dem Strampelhosenschnitt von Klimperklein genäht, den ich wärmstens weiter empfehlen kann. Leider habe ich bei der Größe (aus mir unerfindlichen Gründen …) ein wenig knapp kalkuliert und Größe 74 für mein ziemlich genau 75-Zentimeter-Kind gewählt. Wohl, weil die Hose dieses Mal sofort passen und nicht zu sehr schlabbern sollte. Von der Weite und der Beinlänge her ist das auch gar kein Problem, zumal ich die Beine mit Bündchen verlängert habe. Aber beim Anprobieren kam mir die Hose dann im Schritt so kurz vor (Träger waren blöderweise schon zugeschnitten und nicht verlängert), dass ich mich nicht getraut habe, normale Knöpfe oder Druckknöpfe als Verschluss zu nehmen. Stattdessen habe ich diese Metall-Latzhosen-Schnallen benutzt, die der Hose noch ein bisschen Längenspielraum geben:

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(Ich bin mir nicht ganz sicher, wie man die Schnallen eigentlich korrekt befestigt. Version rechts schien mir eigentlich korrekt, Version links hält aber besser.)

Unten hat die Hose wie gesagt Bündchen bekommen – wegen zusätzlicher Länge und weil ich kein großer Fan von Gummizug-Einnähen bin:

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Und vorne habe ich die Hose noch mit einer schief und krumm genähten Fronttasche mit Bündchenstoff-Eingriffen versehen, die ich im Nachhinein wohl doch lieber weggelassen hätte …

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Ansonsten sind Hose wie Hemd aber sehr schön gelungen, wie ich finde – ich bin ganz verliebt in die Farbkombi, die Sohnemann prächtig steht (müsst ihr jetzt einfach mal glauben, habe noch keine anonymen Trage-Beweisfotos schießen können und der kleine Kerl schläft gerade, sonst könnte ich ja nicht so entspannt bloggen … 😉 )

Für die Knopfleiste habe ich ganz schlichte Knöpfe in passendem Weinrot gefunden:

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Leider hat sich der Kragen und teilweise auch die Knopfleiste beim ersten Tragen aber total verzogen; der Stoff lag schief und wellig, so als passten Ober- und Unterkragen nicht mehr genau aufeinander oder die Nähte hätten sich eingekräuselt oder so. Das stellt mich vor Rätsel. Dabei sahen die Hemddetails direkt nach dem Nähen wirklich nahezu perfekt aus, ich habe mich sehr um Sorgfalt bemüht und den Stoff vor dem Nähen auch vorgewaschen.

Es ist noch nicht wieder gewaschen, aber frisch gebügelt und glatt gezogen, aber würdet ihr unter den Kragen gucken können, würdet ihr Falten sehen …

Hat jemand eine Ahnung, woran das liegen kann? Kann Vlieseline sich vielleicht im Nachhinein verziehen? Oder Körperwärme/Feuchtigkeit irgendwie dazu geführt haben, dass sich der Stoff verzieht? Seltsam, seltsam. Ich hoffe, die Wäsche wird das Problem mindern …

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So, zum Schluss wieder ganz viel Verlinke: Cord, Cord, Cord, Kiddikram, Made4Boys und Creadienstag.

Update: Mein kleines Fotomodel ist in der Zwischenzeit wieder aufgewacht und hat sich bereitwillig umziehen lassen. Hier also noch ein paar Bilder am Kind:

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Manchmal auch für Mädchen

Es ist wirklich großartig, kleine Jungs zu benähen. (Also: vor allem meinen kleinen Jungen. 🙂 ) Und deshalb muss ich hier auch bald mal wieder ein paar (bislang noch nicht blogtauglich fotografierte) neue Sohnemann-Outfits vorstellen.

Aber manchmal mag ich auch für Mädchen. Nicht wegen Pink und so. Sondern wegen der vielen schönen Rock- und Kleiderschnitte da draußen.

Kürzlich (also: auch schon wieder einen Monat her …) durfte ich mal wieder. Denn mein Patenkind hat seinen dritten Geburtstag gefeiert und per Post habe ich eine Tunika nach dem so einfachen wie schönen „Peplum“-Schnitt aus der Ottobre 1/2015 beschert:

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Da ich vom blauen Stoff ein kleines bisschen zu wenig hatte und der farblich so schön passende grüne Pünktchenstoff nur noch ein Rest aus der Weihnachtspumphosenmanufaktur war, musste ich ein bisschen puzzeln und am rückwärtigen Rockteil ein bisschen patchen, aber irgendwie hat es am Ende dann doch noch gerade so gereicht.

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Nächstes Mal gibt es dann wieder Sohnemann-Mode zu sehen. Und als Inspiration für die nächsten Projekte, schaue ich mich jetzt noch beim Juni-Kiddikram um.

Affen, Birnen und ein Fuchs im Wald

Ich komme einfach nicht hinterher. Mal mit dem Nähen, mal mit dem Bloggen, mal mit beidem. Damit es hier nicht noch länger still bleibt, zeige ich jetzt einfach mal drei Baby-Outfits am Stück vor, schließlich sind sie schon seit über einem Monat fertig und in Gebrauch.

1. Äpfel & Birnen

Sohnemann war zu seinem ersten Kindergeburtstag eingeladen und hat seinem Krabbelfreund eine fruchtige Shirt-Hosen-Kombi mitgebracht:

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Der Hosenschnitt ist mal wieder „Streaky Legs“ aus Ottobre 1/2015. Leider fiel mir auch hier hinterher auf, dass die Längenangaben für das durchzuziehende Gummiband viel zu üppig sind, entsprechend ist die (ohnehin noch zu große) Hose ziemlich weit ausgefallen. Das muss ich künftig ein wenig anpassen – oder so wie hier lieber ein Bauchbündchen annähen. Und fürs Shirt hat wieder der kostenlose Schnitt von Fabrik der Träume hergehalten, beides in Größe 86.

Die Stoffkombi gefällt mir so ausgesprochen gut, dass ich aus den großen Resten eigentlich auch noch gerne ein Outfit für Sohnemann nähen würde, allein: siehe oben.

Jedenfalls handelt es sich um einen grasgrünen Fein-Cord und einen Birnen-ApfelVogel-Jersey vom letzten Stoffmarktbummel, sowie rote Rippbündchen von Nähe Main.

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Das Geburtstagskind hat beides noch an Ort und Stelle probegetragen:

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2. Affen-Schatzinsel

Sohnemann, oben links im Bild, trug zum selben Anlass seinen neuen Spielanzug nach dem Schnitt „Toucan and Tiger“ aus der Ottobre 3/2014, ebenfalls Größe 86, weshalb der Einteiler noch etwas schlackert und die kurzen Hosenbeine (zumindest im Stand) noch so ’ne Art Dreiviertellänge ergeben:

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Der lustige Affenstoff ist ein Lillestoff-Rest, den ich schon letztes Jahr auf dem Stoffmarkt gefunden hatte. (Gibt es zum Beispiel hier zu kaufen)

Sehr zufrieden bin ich mit meinem Zuschnitt, weil die geteilten Rückenteile so gut ineinander übergehen. Weniger zufrieden bin ich mit Halsausschnitt und rückseitiger Windelklappe, die ich wohl beim Versäubern mit Bündchenstreifen zu doll gedehnt habe, jedenfalls sehen sie ganz ausgeleiert aus …

Während ich mich daran aber schon fast gewöhnt habe und mich trotzdem dran freue, wie herrlich sich der Anzug zum Sandkasten-Toben eignet, ärgere ich mich jedes Mal beim An- und Ausziehen über die billigen Tchibo-Plastik-Druckknöpfe. Von denen hatte ich mir mal ein ganzes Set samt Zange besorgt und sie sind einfach der letzte Schrott. Denn beim Auf- und Zuknöpfen lösen sie sich immer vom Stoff, egal wie oft ich mit der Zange nachhelfe. Kauft die bloß nicht nach!! So werde ich die Knöpfe wohl leider alle nochmal ablösen und durch haltbarere Modelle ersetzen müssen. (Habt ihr da einen Tipp, abgesehen von den recht teuren Prym-Knöpfen?)

3. Ein Fuchs im Wald

Es hört gar nicht mehr auf mit dem Kindersegen im (Familien- und) Freundeskreis. Und deshalb durfte ich kürzlich zur Abwechslung mal wieder ein kleines Mädchen benähen. Weil der schöne Birch-Bio-Interlockjersey aus der Eulenmeisterei nicht ganz gereicht hat, habe ich das „Birdie Birdie“-Langarmkleid aus der Ottobre 1/2015 kurzerhand zum Trägerkleidchen umgewandelt und die Armausschnitte entsprechend mit Bündchenstreifen versäubert:

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Fuchs & co feiern auf dem süßen Stoff eine Party im Walde – und ich schicke alle Outfits gesammelt zu den diversen Kinder-Linkpartys, namentlich Kiddikram, Made4Boys und Cord, Cord, Cord. Viel Spaß damit!

Muttertag oder: Der Stoff, aus dem Erinnerungen sind

Es war spät gestern Abend, als Sohnemann Fieber bekam. Die Bäckchen glühten, mit warmen Händchen rieb er sich verwirrte, wässrige Augen, ehe er in einen unruhigen Schlaf voll hastiger Atemzüge und weinerlicher Seufzer fiel. Immer wieder trank er und unsere großen Hände legten ihm feuchte Wickel um die kleinen heißen Waden. Und es war früh am heutigen Morgen, als wir, von Sorgen des nachts wachgehalten, erleichtert die sinkende Temperatur seines ersten Fiebers maßen.

Es war spät gestern Abend vor einem Jahr, als meine Schwiegermutter zu sprechen aufhörte, ihren schmerzenden Kopf hielt, in einen unruhigen Schlaf fiel. Und es war früh am heutigen Morgen vor einem Jahr, als sie im Auto meines Schwagers, der sich von Sorge getrieben den Weg durch den Verkehr von Lagos bahnte, ihren letzten Atemzug tat.

Erster Muttertag. Erster Todestag.

Natürlich ist es Zufall. Und doch war es der erste Gedanke, der meinem Mann und mir heute morgen nach durchwachter Fiebernacht unabhängig voneinander kam – wie es sein kann, dass Sohnemann fiebert in ausgerechnet jener Nacht, in der seine Großmutter, wenige Wochen vor seiner Geburt, im vergangenen Jahr überraschend Abschied nahm und ihn großmutterlos in diese Welt kommen ließ, die seine andere Oma bereits 27 Jahre zuvor verlassen hatte.

So also hat mein erster Muttertag begonnen mit – Muttergefühlen: Mit Sorge um den kranken Sohn. Und mit dem liebevoll-wehmütigen Erinnern an zwei zu früh gegangene Mütter, von denen eine genau heute vor einem Jahr ging.

Dass ich diese Gedanken heute hier im Handarbeitsblog teile, hat auch damit zu tun, dass mein Stoffregal neuerdings Erinnerungen an meine Schwiegermutter weckt. Denn vom letzten Nigeria-Besuch hat mein Mann einen Koffer voller Stoffe mitgebracht.

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Einen Koffer voll Stoff, aus dem Erinnerungen sind: Buntgemusterte Waxprints, die seine Mutter zum Teil bereits getragen hat – als Wickeltuch um Hüfte und Kopf geschlungen oder zu weiten Röcken und Blusen vernäht. Vielleicht werden daraus nun Hemden für den Sohn oder Hosen für den Enkel, Röcke für die Schwiegertochter oder Kissen fürs Familienwohnzimmer.

Erinnerungen, die wir immer mit uns tragen.

Alles Gute zum Muttertag!

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(Die letzten drei Stoffe waren mit im Koffer, sind aber neu.)

Elefantöses Getöse

Seit ich unlängst einen Haufen Lieblingsstoffe in der Eulenmeisterei bestellte, sind bei uns die Elefanten los. (So hört es sich im übrigen auch an, wenn Sohnemann sich an allem hochzieht, was seine Krabbelpfade kreuzt…) Das erste elefantöse Getöse im Kinderzimmer kündigte sich hier bereits an und nun ist zur ersten Hose noch ein weiteres Outfit fürs Sohnemännchen hinzugekommen (mal wieder mit einer gewissen Vorliebe für Gelb-Türkis-Petrol-Kombinationen …).

Angefangen hat es zur Abwechslung  mit einer Frida 2.0, einem Babyhosenschnitt, den ich nur immer wieder wärmstens empfehlen kann und der mir seit der Weihnachts-Massenproduktion auch schon recht routiniert von der Hand geht.

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Wie es sich für so ein richtiges Elefanten-Outfit gehört, ist es meinem (eigentlich recht großgewachsenen) Sohn, der seit dem Robb- und Krabbelstart seinen ganzen Babyspeck abtrainiert hat, noch zu groß. Die Fridas fallen aber auch erfahrungsgemäß immer ziemlich üppig aus. Ich habe dieses Mal Größe 80 gewählt, die Sohnemann mit 9,5 Monaten sonst durchaus schon gut ausfüllen kann, die im Falle der Frida aber noch ein wenig schlackert, aber das macht ja nichts. Seine maritime Anker-Frida in Größe 74 trägt er dafür schon seit Monaten (hier sieht man ihm übrigens bei einer nahrhaften Schnittpapier-Restemahlzeit …) und so wird es bei der Elefanten-Frida wohl auch sein – sie wächst einfach mit.

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Weil ich noch einige Elefanten übrig hatte und weil der wonnig-weiche Bio-Petrol-Jersey vom Stoffmarkt ja auch schon für Frida-Taschen und -Patches hergehalten hat, habe ich dann noch ein passendes Sweatshirt dazu genäht. Nachdem sich aber bereits die Hosentaschen beim Nähen total verzogen haben, hätte ich eigentlich vorgewarnt sein sollen: Dieser Jersey und ich werden keine Freunde mehr.

Während Elefanten-Applikation und Armpatches sich dank Vliesofix noch als recht pflegeleicht erwiesen …

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… war die restliche Pullover-Produktion ein einziger Krampf. Der Jersey hat sich gedehnt, wo er sich nicht dehnen sollte und wurde vom Unterfaden in die Maschine reingesaugt, steckte fest, ja, verwuchs nahezu mit dem Spulengehäuse – was habe ich geflucht! Das Garn derweil vertrieb sich die Zeit mit unpassender Fadenspannung und der Saum des ganzen Wunderwerks wellte sich so munter vor sich hin, dass Surfer ihre Freude daran hätten.

Aber genug der sarkastischen Metaphern. Irgendwie habe ich das Ding dann doch noch fertig gestellt. Betonung auf irgendwie. Man ignoriere darum bitte höflich die erwähnten Saumwellen, den mal wieder viel zu weiten Schlabber-Halsausschnitt und den zerlöcherten Stoff am Ärmelsaum, den ich im übrigen mit unterschiedlichen Stichen abgesteppt habe. Das war NATÜRLICH, äh, ganz genau so geplant. Nicht.

Wie auch immer, hier ist das Teil, …

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… das immerhin, wie geplant, zur Hose passt – und (in Größe 86 erneut nach diesem kostenlosen Schnitt von Fabrik der Träume genäht) ebenfalls noch ein wenig schlackert.

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Von vorne, wie von hinten elefantös:

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Nun aber ab ins Wochenende – und natürlich zum Kiddikram und Made4Boys.

P.S. Gerade habe ich die lustige Linkparty „Elefantenliebe“ entdeckt – da MUSS ich all meine Elefanten natürlich auch noch hinschicken!