WKSA 2015 Teil 4: Verschwommene Vorfreude

Einen schönen dritten Advent allerseits! Von mir gibt’s heute nur ein wenig verschwommene Vorfreude aufs Weihnachtskleid zu sehen. Es nimmt langsam Form an, auch wenn der Riegel, mit dem man die seitliche vordere Raffung in eine Naht reinschiebt, noch in den Wahnsinn treibt. Habe ihn jetzt schon zum zweiten Mal festgenäht und bin immer noch nicht sicher, ob die Raffung jetzt perfekt sitzt oder ob ich den Riegel weiter oder weniger weit ins Kleid schieben müsste …

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Aber immerhin: die Seitennähte sind geschlossen, die Schulternähte dito, hinten ist auch alles zu. Es sieht so langsam nach einem einigermaßen passenden Kleid aus, auch wenn es sich eher wie ein Unterkleid anfühlt (wahnsinnig dünn der Stoff…), hinten glaube ich alles ganz fürchterlich sitzt (aber das sehe ich ja wenigstens nicht) und außerdem noch viel zu tun ist:

In Anbetracht dieser Tatsachen und mit Blick auf meine wenig fortgeschrittenen Weihnachtsvorbereitungen, glaube ich nicht, dass ich nächsten Sonntag schon ein fertiges Kleid zum Finale präsentieren kann. Denn vermutlich werde ich erst in den drei Tagen vor Weihnachten, wenn ich schon frei habe, zu den Endarbeiten kommen und vorher auch niemanden für ein Tragefoto bei Tageslicht gewinnen können. Aber schauen wir mal …

Die vielen anderen, zum Teil schon beneidenswert fertigen tollen Weihnachtskleider des Sewalongs findet ihr wie immer beim MeMadeMittwoch. Dort lautete die vorgegebene „Aufgabenstellung“ für heute übrigens:

– Fertig. Mit Kleid 1, 2 und 3. Jetzt kann ich noch ein Jäckchen stricken, eine passende Tasche nähen und die letzten Weihnachtskekse backen.
– Puh, ich habe die knifflige Stelle gemeistert und bin wahnsinnig stolz auf mich. Nie hätte ich das gedacht.
– Jetzt aber los. Die letzten Geschenke besorgen, das Weihnachtsmenü planen und natürlich noch das Kleid säumen.

Haha. Ein Jäckchen kriege ich auch bis nächstes Jahr Weihnachten nicht gestrickt und Kekse habe ich dieses Jahr erstmals noch gar nicht gebacken. Aber, immerhin: die kniffelige Stelle (Drappierung) scheint geschafft.

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WKSA 2015 Teil 3: Chaotische Karos

– Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
– Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
– Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Ganz so fix bin ich ja nicht. Aber das Weihnachtskleid wächst buchstäblich zentimeterweise. Eine Naht am einen Abend, ein Rückenabnäher während des Wochenendmittagsschläfchens (von Sohnemann, nicht von mir – nähen im Schlaf, das wär’s!).

Heute wachte Sohnemann just auf den letzten Zentimetern des Reißverschlusses auf, deshalb konnte ich ihn (also den Reißverschluss) gerade erst im schummrigen Adventsabendlicht ungebügelt fotografieren:

 

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Ohne zu wissen, wie es dann am Ende sitzt, finde ich, dass es sich von hinten schon ganz gut macht und Abnäher und Reißverschluss ganz ordentlich geworden sind. Rot ist der Reißverschluss übrigens aus ganz pragmatischen Überlegungen geworden: es war der einzige passende 60-Zentimeter-Reißverschluss, den ich noch im Hause hatte. Es fehlt noch das Rockunterteil, dann ist das Rückenteil fertig.

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Vor allem aber treffen die Karo-Querlinien ziemlich exakt aufeinander, das hat beim Zuschnitt ganz gut hingehauen.

Beim Vorderteil mit seinen letztes Mal gezeigten asymmetrischen Schnittteilen, den diversen Falten und Raffungen, sieht das anders aus. Um nicht zu sagen, es ist ein ziemliches Karo-Chaos. Zum Glück versteckt es sich wenigstens teilweise im Faltenwurf und hinter der seitlichen Raffung.

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Mal schauen, wie weit die anderen beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch schon sind. Schönen zweiten Advent!

 

WKSA 2015, Teil 2: Schnittpausen

Huch, ja  bin ich denn zu früh? Hatte fest damit gerechnet, dass der Weihnachtskleid-Sewalong am Samstag weitergeht und sehe nun bei den MeMadeMittwoch-Damen, dass es diese Woche erst Sonntag weihnachtet. Lade ich diesen Blogpost halt erst Sonntag hoch – aber schreiben muss ich ihn ohnehin jetzt, Sonntag wird gearbeitet.

– Stoff- und Schnittvorstellung
– Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
– Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
– Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
– Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

So lautet der Arbeitsauftrag für diese Woche, da bin ich ja schon fast zu flott dabei. Schnitt und Stoff hatte ich euch ja vergangene Woche schon vorgestellt. Und nachdem ich so grandious viel Zuspruch und hilfreiche Tipps in euren Kommentaren erhalten habe, habe ich mich entschlossen, es wie geplant mit dem gerafften Karokleid zu versuchen, es wird hier also gar nicht erst irgendetwas verworfen, sondern gleich losgelegt.

Die vergangenen Werktagsfeierabende habe ich auf den Dielen vor dem Fernseher herumkrauchend verbracht und das Schnittmuster abgepaust. Und pausiert. Und wieder gepaust. Wer die Schnittteile sieht, muss denken, ich hätte einfach willkürlich irgendwelche Linien übers Papier gezogen. Entsprechend lange habe ich gebraucht, die seltsam geformten Teile mit feierabendmüden Augen im schummrigen Herbstabendlicht von dem Liniengewirr der Schnittbögen zu unterscheiden. Das Schnittpausen ging immer wieder nahtlos über in die Schnittpausen, aber nach zwei Abenden hatte ich die Teile dann doch parat. Erstaunlicherweise hat Sohnemann (16 Monate), der sonst alles in der Wohnung ein-, aus- und umpackt einen erstaunlich wohlgesitteten Bogen um die wundersame Wohnzimmerboden-Dekoration aus Schnittbogen, Butterbrotpapierrolle, Schere, Lineal und Stift gemacht.

Nun, da er sein Samstagmittagnickerchen hält, bin ich dazu gekommen, schon ein bisschen zuzuschneiden.

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Nach zwei Teilen hatte ich dann aber erstmal wieder genug. Die sauber zu stecken und auszuschneiden hat eh lange genug gedauert, denn – wie oben schon erwähnt – die Schnittteile sehen einfach irre aus. Zum Beispiel so:

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Also mache ich erstmal wieder Schnittpause. Und schaue dann heute Abend nach der Arbeit, wie weit die anderen beim Sewalong mit ihren Weihnachtskleidern sind.

WKSA 2015 Teil 1: Ich wage mich ans Weihnachtskleid

Seit Jahren träume ich davon, mir ein Weihnachtskleid zu nähen und seit ich einen Blog habe, davon, an einem der tollen Sewalongs vom MeMadeMittwoch teilzunehmen. Ich wage es jetzt einfach mal. Vielleicht wird aus den genannten Gründen ein UFO daraus, vielleicht werde ich es nie tragen, aber vielleicht, vielleicht erstrahle ich am Ende tatsächlich unterm Weihnachtsbaume in ganz neuem Glanze.

Also los! Weihnachtskleid-Sewalong 2015, Teil 1, here we go. Die Aufgabenstellung lautete wie folgt:

– Inspiration und Rückblicke auf die Weihnachtsoutfits 2014, 2013, 2012, 2011
– Perfekt, ich weiß genau was ich nähen will und es ist schon alles da. Schnitt, Stoff, Zubehör.
– Oh weh, ich habe noch keine Ahnung und verlasse mich mal auf die Inspiration der Anderen.
– Ich weiß genau welcher Schnitt, aber keine Ahnung was für ein Stoff passt.
– Stoff ist da, aber welchen Schnitt solch ich nur nehmen?

Vor einigen Wochen, auf dem herbstlichen Stoffmarkt Holland in Frankfurt, habe ich einen Stoff gesucht. Schon länger schwebte mir der Schnitt 112 aus der Burdastyle 12/2012 vor Augen, den es auch noch in einer wunderschönen bodenlangen und langärmeligen Version gibt. Ich dachte daran, es aus einer Art ganz dünnem Wollwebstoff zu nähen, ein bisschen winterlich edel, vielleicht in Rot, vielleicht eher in gedeckter Farbe. (Einige genähte Beispiele findet man im Netz z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier.)

Dann aber lief ich an dieser Karoseide vorbei und es ward um mich geschehen:

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Und weil ich mir auf dem Stoffmarkt immer alles mögliche aufschwatzen lasse oder mir selbst aufschwatze, während in meinem Kopfe 100 überambitionierte Nähprojekte fröhlich Ringelreihen tanzen, habe ich dann auch noch einen roten Stoff dazu gekauft, der eine Jacke abwerfen könnte. Was das genau ist, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall eine Kunstfaser, in der man sich vermutlich totschwitzt, die aber halt gerade so prima farblich passte:

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Und da das schöne Karo eigentlich viel zu dünn ist, um es wie vorgesehen ungefüttert zu vernähen, habe ich auch noch ein wenig Futterstoff mitgenommen.

So.

Und nun sitze ich hier mit zwei Metern Karo und frage mich: passen Schnitt und Stoff wirklich zusammen? Wie wirkt die seitliche Raffung bei einem karierten Stoff? Werde ich es hinkriegen, den Stoff so zuzuschneiden, dass die Karos von Ober- und Unterteil des Kleides nicht total blöd aufeinandertreffen? Wie zur Hölle füttere ich es? Oder wähle ich doch lieber einen anderen Schnitt, ein schlichtes Etuikleid wie dieses oder jenes etwa? Aber eigentlich sagt mir der Schnitt wirklich sehr zu, zumal er in Großgrößen angegeben ist (nützlich bei 1,78 Metern) und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung anbietet (nützlich, um als ungeübter Nähnerd über den kryptischen Burdastyle-Anweisungen nicht die Nerven zu verlieren).

Also, was meint ihr? Ja oder nein? Tipps für andere Schnitte? Welche Jacke könnte dazu passen, falls ich überhaupt eine schaffe? Alles verwerfen und lieber eine Bluse aus dem Stoff machen und einen schöne Wollstoff suchen für einen passenden Rock?

Ich freue mich auf eure Rückmeldungen und bin gespannt, wer noch alles heute beim Weihnachtskleid-Sewalong 2015 einsteigt.

MMM-Minirock

Ich war ja echt gerne schwanger. Aber das schöne am Nichtmehrschwangersein (neben Sohnemann natürlich!) ist, dass mein Kleiderschrank plötzlich wieder ganz andere Outfits ausspuckt als letztes Jahr um diese Zeit, als gerade überall die Knöpfe und Reißverschlüsse nicht mehr zugehen wollten.

Zum Beispiel dieses hier, das ich mit Vergnügen zum heutigen MeMadeMittwoch schicke:

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Der an sich ganz harmlose Minirock war nach diesem Burdastyle-Schnitt recht fix genäht. Und obwohl ich eine Weile damit gehadert habe, ob der knallorange Reißverschluss wirklich eine gute Idee war und ob die Blasebalgtaschen tatsächlich so gut aussehen wie sie praktisch sind, habe ich mich nach längerer Abstinenz gerade wieder ganz neu verliebt in diesen Rock (nur leider hat’s mir gerade eine Laufmasche in die farblich perfekt passende Strumpfhose gerissen, verdammt …!). Von schlicht bis peppig gibt er je nach kombiniertem Outfit viele Tragemöglichkeiten her.

Der blaue Wollstoff mit orangen Karos stammt – na, woher wohl? – vom Stoffmarkt Holland. Und um den Hals trage ich dazu einen irgendwann mal mit ganz schneller (dicker) Nadel im Patentmuster gestrickten Loop.

Hier noch ein paar Detailaufnahmen vom Rock (wie immer etwas knittrig, ich bügele einfach überhaupt nicht gerne … :-p):

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So und jetzt bin ich gespannt, was die anderen Nähnerds so zum #MMM geschickt haben (und wie euch mein MMM-Minirock gefällt)!

Handgemachte Vorsätze

Noch ist das neue Jahr frisch und neu, wenigstens ein bisschen. Und ehe es endgültig alt und abgehangen ist, setze ich mir hier noch fix ein paar handgemachte Vorsätze. (Verwerfen kann ich sie dann später immer noch … 😉 )

1. Let love be your energy! Auch mal was für meinen Mann nähen/stricken. Außer einem Loop (und einem nicht mehr vorzeigefähigen Strickschal) ist da in den letzten Jahren echt noch nicht viel abgefallen … und natürlich weiterhin ganz viel für den Sohnemann.

2. Mehr Muster! Die eigenen Fair Isle-Skillz verbessern (oder Norwegermuster oder wie auch immer man es nennen möchte). So ganz hab ich den Dreh noch nämlich noch nicht raus, wie man die mitlaufenden Fäden auf der Rückseite exakt so straff zieht, dass sich das Muster auf der Vorderseite optimal entfaltet, das Strickstück aber nicht verzieht. Bisherige Versuche siehe hier und hier. Tipps, anyone? Und kann diese Steek-Technik oder wie sie heißt da Abhilfe schaffen?

3. Detailtreue! Neue Anschlagtechniken lernen, elegantere Randmaschen stricken, schöner vernähen… – und verstehen, wie das eigentlich genau mit dem Spannen/Dämpfen von frisch entnadeltem Strickzeug funktioniert. Sofern überhaupt bemüht, hat meine „Technik“ diesbezüglich meist wenig bewirkt und Ränder (z.B. dieser Decke) rollen sich immer noch munter ein.

4. Platz schaffen zum ersten! Den Kurzwaren-Messi in mir ein wenig zügeln und auch mal Stoffe und Wolle aus den diversen Kisten, Körben, Schubladen und Taschen in den Untiefen unserer Wohnung verwenden und nicht umgehend durch neue Stoff- und Wollberge ersetzen. (Nur durch ganz besonders schöne, nötige… 😉 )

5. Platz schaffen zum zweiten! Falls wir bald mal eine neue Wohnung finden und falls wir dann den Platz haben: eine richtig schöne Handarbeitsecke einrichten. So richtig mit Garnrollenhalter an der Wand und schön gefalteten Stoffen im Regal und so. Statt mit Nähmaschine zwischen Laptop und Drucker auf dem Schreibtisch und Stoffzuschnitt auf dem Bett oder Wohnzimmerfußboden (träum weiter!).

6. Ego streicheln! Sprich: immer mal wieder nette Kleinigkeiten für mich selbst herstellen. Weniger kaufen. Die eigene Garderobe mit immer schöneren und immer passgenaueren Lieblingsteilen aufpimpen und umgehend beim Me Made Mittwoch präsentieren!

7. Upcyclen! All jene überflüssigen Kleidungsstücke, die im Schrank verstauben, einer neuen Bestimmung zuführen – und sei es nur als Bündchen/Tascheneingriff einer Babypumphose oder Rückseite eines Sabbertuchs. Reißverschlüsse, Knöpfe, etc. raustrennen und im Nähnerd-Ersatzteillager verwahren. T-Shirt-Garn herstellen. Einen Beekeepers-Quilt aus Wollresten stricken. Oder so.

8. Stressfrei schenken! Also vor allem: rechtzeitig planen. Einen DIY-Geburstags- und Weihnachtsgeschenkkalender anlegen oder so und gemütlich übers Jahr hinweg abarbeiten (Weil es ja sonst doch immer dasselbe Gestresse ist. Siehe hier, hier oder hier.). Dann komme ich zur Abwechslung vielleicht sogar mal dazu, mich an einem Weihnachtskleid-Sewalong oder einem Frühlingsjäckchen-Knitalong oder ähnlich schönen Aktionen zu beteiligen.

So, das soll fürs erste reichen. Und ihr so? Auch irgendwelche Vorsätze fürs Handarbeitsjahr gefasst?

Kasten-Kleid

Achtung, jetzt kommt ein Karton! Es sollte eigentlich mal ein Kleid werden, wenn es groß ist, aber dann wurde es kastiger als Bernd das Brot.

Aber von vorne.

Ich hatte einige Zeit die Burdastyle abonniert. Ich dachte, das macht man so als Nähnerd. Monat für Monat habe ich mich über manche Modelle gewundert (was ist das? Wer trägt sowas? Warum?) und bei vielen weiteren gedacht: das nähe ich nach, unbedingt, ein Traum. Umgesetzt habe ich es dann meistens nicht. (Deswegen habe ich das Abo auch irgendwann abbestellt. Zu viel Frust, wenn monatlich so viel verlockende Schnittmuster ins Haus flattern und dann ungenäht im Regal verstauben.)

Manchmal habe ich dann aber doch etwas genäht. Zum Beispiel dieses Kleid.

Es gibt ja so Modelle, da denkt man: Toller Schnitt, aber dieser Stoff, den die da genommen haben geht gar nicht. Bei diesem aber dachte ich: genau SO muss es sein.

Na ja, nur leider … – siehe oben, Stichwort Bernd. Meine Figur ist scheinbar nicht Burdastyle-kompatibel, fürchte ich. So verunsichert hat mich der an sich einfach zu nähende, aber dann so gar nicht sitzende Kasten-Schnitt, dass ich am Ende noch nicht mal die Schluppe angenäht habe, die mich an diesem Modell doch so ganz besonders angelacht hatte.

Trotzdem liebe ich dieses Kleid irgendwie. Es sitzt wie ein Sack. Es ist in der Taille weit, am Hintern eng und wenn man die Hände in den Nahttaschen versenkt wirft es komische Falten. Bis heute habe ich keine wirklich passende Strumpfhose/Leggins im Schrank.

Aber mit dem 1-Euro-Flohmarkt-Schal …

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… mit ein bisschen Vintage-Treppenhaus, Gürtel und Riesen-Ledertasche …

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… mit ausgelatschten Lieblingsstiefeln, ungekämmten Haaren und heißgeliebtem Schlabberjäckchen …

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… sieht es am Ende irgendwie doch ganz unauffällig charmant nach mehr aus als Bernd – und passt zu seiner Trägerin, die es momentan in ihrer Herbstgarderobe schmerzlich vermisst (weil: leider absolut inkompatibel mit ständigem oben-offen-Alltag als noch-stillende Säuglingsmama …) und es trotzdem morgen früh zum MeMadeMittwoch schickt.

 

RUMS, das ist ein Abendkleid

Gestern gab ich meinen Einstand beim Me Made Mittwoch – und heute leg ich nach mit einem RUMS. Während mein gestriger Parka aber tatsächlich gerade erst unterm Nähfuß hervorgekrochen ist, hat mein heutiges Projekt mich zwar ähnlich viele Nerven gekostet, ruht aber schon ein wenig länger im Kleiderschrank.

Allmählich im Alter angelangt, wo man ständig auf anderer Leute Hochzeiten tanzt, habe ich mich mal an ein Abendkleid gewagt. Der Schnitt stammt mal wieder von Burdastyle und wurde noch ergänzt um dieses Bolerojäckchen und eine Clutch.

Die Stoffe habe ich mir bei einem langen Bummel über den Stoffmarkt Holland zusammengesucht. Es ist ein Taft in, ich glaube man nennt das „brombeersaftfarben“, und eine wunderschöne orangene Seide, die in eben jenem Brombeersaftton schillert und daher optimal zum Kleiderstoff passt.

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Fertig sieht das ganze gerade etwas zerknittert aus, weil nach dem Tragen nicht nochmal gebügelt (und zumindest die Jacke kam schon mehr als einmal zum Einsatz) …

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… und getragen präsentiert es sich, wie man es auch dreht und wendet, so:

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Abendkleid

Clutch

Am Kleid hat mich vor allem die Korsage herausgefordert. Die saß nicht ganz so wie sie sollte, weshalb ich an den Rückennähten des Kleides immer noch mal herumdoktern musste, damit das Kleid einigermaßen auf meiner Figur sitzen blieb. Die Korsage blitzte denn auch immer mal unter dem gekreuzten Ausschnitt hervor, außerdem fühlte ich mich doch ein wenig unwohl in dem trägerlosen Kleid, das nicht so richtig bombenfest über meiner Oberweite verweilen wollte, weshalb ich dauernd am Ausschnitt rumgezuppelt habe. Irgendwann frühmorgens ist dann auch noch ein Korsagenstäbchen durchs Futter ausgebrochen … :-/

Kurz: Ob das Kleid nochmal zum Einsatz kommt, weiß ich noch nicht so recht. Wahrscheinlich würde ich vorher zumindest noch schmale Träger ransetzen oder so, um des Tragekomforts Willen. Die Jacke und Clutch habe ich aber schon viele Male zu anderen Kleidern und Hochzeiten kombiniert – ebenso wie die Schuhe, die aber zumeist nach ein paar Tänzchen zur Seite geschleudert wurden. Ihr wisst schon, um des Tragekomforts Willen …

Habt ihr euch auch schon mal an Abendgarderobe gewagt? Zeigt her, zeigt her!

MeMadeMittwoch macht den Parka fertig

Lange war es still hier im Blog. Drei Schnupfen wollten auskuriert, die Buchmesse besucht, Besuch bewirtet, der lädierte Rücken verarztet – und vor allem der Parka endlich fertiggenäht werden. Und voila, pünktlich zum heutigen Me Made Mittwoch ist es endlich soweit. Okay, ehrlich gesagt habe ich vergessen die Kapuzenbänder einzuziehen und die Wendeöffnung im Futter ist noch nicht zugenäht, aber das würde ja keine*r sehen, hätte ich es euch nicht just verraten. Also ein großer Tusch und Vorhang auf für mein vor Urzeiten begonnenes Stück Herbstgarderobe, das ich nun tatsächlich noch im Herbst tragen kann:

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An der Frau sieht das gute Stück ganz schön groß aus, denn der Schnitt (Modell 129 aus der Burdastyle 9/2012) fällt riesig aus (und hat riesige Taschen … und eine wirklich riesige Kapuze …). Dank der Taillendurchzugbänder lässt es sich aber gut auf Linie bringen und außerdem ist ein bisschen Platz für dicke Pullis bei einer Wind-und-Wetter-Jacke ja auch nicht das schlechteste.

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(Entschuldigt bitte die mäßige Fotoqualität. Der persönliche Blogassistent meiner Wahl hatte heute leider überhaupt gar keine Zeit und hat mich daher nur in zwei Minuten per Handykamera auf dem Weg zur S-Bahn ganz fix abgelichtet, auf mein drängendes MeMadeMittwoch-Betteln hin … der Rest musste dann per Spiegel-Selfie ergänzt werden). Voller Stolz habe ich den Parka heute das erste Mal ausgeführt. Dabei sind einige Details alles andere als perfekt geworden, zumal sich mein gewachster Stoff nicht bügeln lässt, aber ich bin im Großen und Ganzen zufrieden – und habe nach zwischenzeitlicher Ratlosigkeit bzgl. einiger Arbeitsschritte, viel Gegoogle und Durchwurschteln auch einiges dazu gelernt: Tunnelzugdurchzugschlitze verstürzen, zum Beispiel. Oder eine verdeckte Knopflochleiste nähen. Abgesehen von den Ärmelbündchen, bei denen ich den Gummizug weggelassen habe und stattdessen gerne mal das (irgendwie improvisiert eingenähte) Ärmelfutter nach außen klappe, habe ich den sehr detailreichen Schnitt unverändert gelassen. Zur Materialwahl hatte ich ja im ersten Parka-Beitrag schon ein bisschen was gesagt. Dazu sind seither noch wunderschöne Knöpfe aus Kokosholz hinzugekommen …Parka_Knopf

… um die es angesichts der verdeckten Knopflochleiste fast ein wenig schade ist, aber dann muss ich die Jacke eben öfters mal offen tragen. Zu dem Schnitt gibt es übrigens auch einige andere schöne Modelle im Netz zu bewundern. Ganz besonders gut, was Umsetzung und Materialwahl angeht, gefällt mir die winterliche Version von Andrea von Lya und ich (danke nochmal fürs zwischenzeitliche Mutzureden bzgl. meiner Rückenschlitzkrise!). Nicht ganz mein Stil, aber auch eine besondere Umsetzung ist die von MagdaB aus Segeltuch. Ganz klassisch in Olivgrün kommt die Version von Redredhoodie daher und diverse Modelle, teils auch wattiert, finden sich in der Community der russischen Burdastyle.

5.1.2015: Und weil’s so schön war und ist mit dem Parka (in den vorne sogar ein getragenes Baby reinpasst) nominiere ich ihn hier als mein Lieblingsnähprojekt 2014 bei Pattydoo.

Langzeitprojekt Parka

Spricht hier jemand burdastylisch? Wenn ja, dann bitte ich um dringende Übersetzungshilfe. Draußen ist es grau in grau, es drohen regnerische Herbsttage und da möchte ich doch bitte, bitte endlich meinen Parka fertignähen, der hier schon seit vergangenem Herbst seiner Fertigstellung harrt.

Dabei ist dieses Modell aus Burdastyle-Heft 9/2012 doch laut Model „ein Alltime-Favorite“ und soll dies, so wie ich es vor meinem inneren Auge sehe, auch für mich irgendwann werden.

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Bislang sieht er aber erst ungefähr so aus …

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… und wächst nur dann und wann mal um einen Ellenbogen-Patch oder ein Taillen-Durchzugsband im Schneckentempo weiter. Das Problem ist nicht unbedingt vielleicht, dass Burdastyle ihn dem Näh-Schwierigkeitsgrad gemäß als „Masterpiece“ einstuft. Oder aber, dass Burda anscheinend eine andere Sprache spricht als ich, anstatt – wie die vielen, vielen großartigen Tutorial- und E-Book-Verfasser*innen da draußen – eine vernünftige, verständliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zu schreiben. Oder vielleicht stehe ich auch einfach auf dem Schlauch.

Da stehen dann so Sätze wie:

„Die Besatzstreifen (b) rechts auf rechts über der Schlitzmarkierung auf die Vorderteile stecken. Von links schmal um die Markierung herumsteppen. Zwischen den Stepplinien einschneiden. Besatzstreifen nach innen wenden.“

Oder:

„Am linken Rückenteil die Schlitzkante bis 1,5 cm vor die Linie ,links Kante‘ zurückschneiden. Nahtzugaben der Mittelnaht schräg in die Ecke einschneiden.“

 

Und ich blicke auf meinen halbfertigen Parka, lese mir diese Sätze einmal durch, zweimal, dreimal, dutzendmal, denke einmal, zweimal, dreimal, dutzendmal: häh?! Und überspringe einfach den entsprechenden Schritt und nähe woanders weiter.

So kommt es also, dass mein zukünftiger Lieblingsparka zwar noch keinen rückwärtigen Schlitz und noch keinen Taillendurchzug hat, dafür aber schon eine große Kapuze …

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… geräumige Blasebalgtaschen …

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… und ein Futter, dem man mal wieder ansieht, dass ich ein gewisses Faible für Dunkelblau, Rot und Streifen habe. Oder einfach zu geizig sparsam war, noch mehr von dem schönen Ringeljersey bei Martino Stoffe zu kaufen und stattdessen endlich mal ein wenig von der knallroten Baumwolle zu verwenden, die ich mir mit Händen, Füßen und Arabisch-Kauderwelsch-Büchlein vor über zwei Jahren auf einem Kairoer Stoff-Basar erfeilscht habe. (Anders als im Originalmodell, habe ich übrigens auch die Kapuze mit Futter ausgekleidet.)

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Wenn mein Parka dann irgendwann mal fertigwerden sollte, wird er deshalb auch rote Taillen- und Kapuzen-Durchzugsbänder haben. Und bei den Ellenbogen-Patches habe ich mit Zickzackstich ebenfalls einen kleinen roten Akzent gesetzt. Der Hauptstoff stammt mal wieder vom Stoffmarkt Holland und ist irgendwas Wetterfestes, Barbour-Jacken-artiges, Gewachstes. (Das kann man übrigens auch selbermachen, habe ich kürzlich auf Sinjes Blog „Strich und Faden“ entdeckt, die sich aus selbstgewachster Baumwolle einen wunderschönen Friesinnennerz gezaubert hat.)

So gänzlich ungesäumt, ohne geraffte Taille und noch nicht in seinen Einzelteilen zusammengesetzt sieht mein zukünftiger Parka noch ein wenig sackig aus. Die Kapuze ist wirklich riesig und das ganze Modell vielleicht doch eine Größe zu groß zugeschnitten, dafür aber dicker-Pulli-drunterzieh-kompatibel. Und statt weiterzunähen nutze ich die Quality Time, die Vater und Sohn bei einem gemeinsamen Herbstspaziergang miteinander verbringen dazu, ein paar Selfies zu schießen:

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P.S. Meine Bitte um Übersetzungshilfe ist durchaus ernst gemeint. Wenn irgendwer – im Ideallfall irgendwer derdie diesen Parka auch schon mal genäht hat – sich einen Reim auf obige Anleitungszitate machen und mir weiterhelfen kann, sind mein Parka und ich sehr, sehr dankbar! 🙂