WKSA 2015 Teil 3: Chaotische Karos

– Das Probemodell ist genäht und passt. Jetzt geht es weiter.
– Nichts passt. Der Schnitt nicht zu mir, der Stoff nicht zum Schnitt. Hilfe!!!
– Ach, alles nicht so schlimm. Weihnachten hat 3 Tage, ich nähe jetzt das 2. Kleid.

Ganz so fix bin ich ja nicht. Aber das Weihnachtskleid wächst buchstäblich zentimeterweise. Eine Naht am einen Abend, ein Rückenabnäher während des Wochenendmittagsschläfchens (von Sohnemann, nicht von mir – nähen im Schlaf, das wär’s!).

Heute wachte Sohnemann just auf den letzten Zentimetern des Reißverschlusses auf, deshalb konnte ich ihn (also den Reißverschluss) gerade erst im schummrigen Adventsabendlicht ungebügelt fotografieren:

 

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Ohne zu wissen, wie es dann am Ende sitzt, finde ich, dass es sich von hinten schon ganz gut macht und Abnäher und Reißverschluss ganz ordentlich geworden sind. Rot ist der Reißverschluss übrigens aus ganz pragmatischen Überlegungen geworden: es war der einzige passende 60-Zentimeter-Reißverschluss, den ich noch im Hause hatte. Es fehlt noch das Rockunterteil, dann ist das Rückenteil fertig.

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Vor allem aber treffen die Karo-Querlinien ziemlich exakt aufeinander, das hat beim Zuschnitt ganz gut hingehauen.

Beim Vorderteil mit seinen letztes Mal gezeigten asymmetrischen Schnittteilen, den diversen Falten und Raffungen, sieht das anders aus. Um nicht zu sagen, es ist ein ziemliches Karo-Chaos. Zum Glück versteckt es sich wenigstens teilweise im Faltenwurf und hinter der seitlichen Raffung.

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Mal schauen, wie weit die anderen beim Weihnachtskleid-Sewalong des MeMadeMittwoch schon sind. Schönen zweiten Advent!

 

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WKSA 2015, Teil 2: Schnittpausen

Huch, ja  bin ich denn zu früh? Hatte fest damit gerechnet, dass der Weihnachtskleid-Sewalong am Samstag weitergeht und sehe nun bei den MeMadeMittwoch-Damen, dass es diese Woche erst Sonntag weihnachtet. Lade ich diesen Blogpost halt erst Sonntag hoch – aber schreiben muss ich ihn ohnehin jetzt, Sonntag wird gearbeitet.

– Stoff- und Schnittvorstellung
– Hurra, ich habe genau den Stoff gefunden den ich mir vorgestellt habe. Der Schnitt passt auch super dazu.
– Der Stoff ist toll, aber ich nehme doch lieber ein anderes Schnittmuster. Oder doch nicht?
– Was solls, ich kopiere den Schnitt und schneide gleich noch zu.
– Hilfe, der Stoff kommt nicht. Das Schnittmuster gefällt nicht mehr.

So lautet der Arbeitsauftrag für diese Woche, da bin ich ja schon fast zu flott dabei. Schnitt und Stoff hatte ich euch ja vergangene Woche schon vorgestellt. Und nachdem ich so grandious viel Zuspruch und hilfreiche Tipps in euren Kommentaren erhalten habe, habe ich mich entschlossen, es wie geplant mit dem gerafften Karokleid zu versuchen, es wird hier also gar nicht erst irgendetwas verworfen, sondern gleich losgelegt.

Die vergangenen Werktagsfeierabende habe ich auf den Dielen vor dem Fernseher herumkrauchend verbracht und das Schnittmuster abgepaust. Und pausiert. Und wieder gepaust. Wer die Schnittteile sieht, muss denken, ich hätte einfach willkürlich irgendwelche Linien übers Papier gezogen. Entsprechend lange habe ich gebraucht, die seltsam geformten Teile mit feierabendmüden Augen im schummrigen Herbstabendlicht von dem Liniengewirr der Schnittbögen zu unterscheiden. Das Schnittpausen ging immer wieder nahtlos über in die Schnittpausen, aber nach zwei Abenden hatte ich die Teile dann doch parat. Erstaunlicherweise hat Sohnemann (16 Monate), der sonst alles in der Wohnung ein-, aus- und umpackt einen erstaunlich wohlgesitteten Bogen um die wundersame Wohnzimmerboden-Dekoration aus Schnittbogen, Butterbrotpapierrolle, Schere, Lineal und Stift gemacht.

Nun, da er sein Samstagmittagnickerchen hält, bin ich dazu gekommen, schon ein bisschen zuzuschneiden.

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Nach zwei Teilen hatte ich dann aber erstmal wieder genug. Die sauber zu stecken und auszuschneiden hat eh lange genug gedauert, denn – wie oben schon erwähnt – die Schnittteile sehen einfach irre aus. Zum Beispiel so:

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Also mache ich erstmal wieder Schnittpause. Und schaue dann heute Abend nach der Arbeit, wie weit die anderen beim Sewalong mit ihren Weihnachtskleidern sind.

Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

Vielleicht hätte ich mich mit Sohnemanns 1. Geburtstag hier einfach direkt verabschieden sollen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht so eine Vorahnung hatte, dass ich mit Rückkehr zum Vollzeitjob kaum noch zum Handarbeiten, geschweige denn zum drüber Bloggen kommen würde.

Aber ich habe mich gesträubt. Ich habe weiter Fotos gemacht, ich habe sogar das ein oder andere neue genäht. Immer in der Hoffnung, eines Abends dann doch mal die Muße zu finden, hier wieder etwas hochzuladen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Doch irgendwie sind die Wochen nur so dahingerast und nun ist es bald schon vier (!) Monate einfach still hier.

Wie macht ihr anderen näh- und strickbloggenden, Vollzeit arbeitenden Mütter (und Väter) das denn bitte so? Oder besser: wann? Entspannt und erfreut euch das Bloggen tatsächlich noch, wenn der Arbeits-Haushalt-Kind-Wahnsinn irgendwann abends damit endet, dass die Lütten ratzen und ihr euch eigentlich am liebsten gleich mit ins Bett legen würdet? Oder gerade drum? Erzählt doch mal, wie ihr das meistert!

Wenn ich abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme (familienfreundliche Arbeitszeiten, my ass!), verabschiedet sich oft genug der Liebste direkt zur Arbeit, derweil ich das Sohnemännchen beknuddele, bespaße und beknie, irgendwann die Äuglein zuzumachen (20.30 Uhr, wenn’s gut läuft) und nebenbei das übliche Kastanie-im-Schuh, Reiswaffel-auf-dem-Boden, Bücher-im-Bad, Kartoffeln-in-der-Spielzeugkiste-Chaos des Tages notdürftig beseitige. Wenn ich dann noch einen Happen gegessen habe, ist allerhöchstens noch ein bisschen meditatives vor-der-Glotze-Stricken drin.

Am Wochenende stehen dann Einkäufe, Wäsche und pipapo an, im besten Falle ein bisschen gemeinsame Familienzeit, wenn keiner von beiden Sonntagsdienst hat. Das kann auch ein herrlicher Herbstspaziergang über den Stoffmarkt Holland sein (hach …) – nur: die Stoffe wandern dann leider direkt wieder ins Vorratsregal. Zum Nähen komme ich nur, wenn ich mir freie Tage nehme (und die wollen dann meistens auch noch für zehn andere Sachen genutzt werden.

Aber genug der Jammerei, irgendwie läuft das Hamsterrad dann ja doch. Und irgendwie habe ich in all den Wochen hier und da dann ja doch noch etwas fertiggestellt. Eine Zwergenmütze nach Schnitt von Schnabelina zum Beispiel, passend zur schon länger getragenen Elefantenhose.

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Sie lässt sich auch wenden und mit der schlichten Seite prima zum neuen Täschling (ein wahrlich großartiger und extrem wandelbarer Schnitt von Allerleikind!) kombinieren, für den ich nach über einem Jahr endlich mal ein bisschen von dem Sternen-Jersey vom Stoffmarkt vernäht habe, sowie den herrlichen grünen Cord, der im Frühjahr auch schon mal ein Geschenk abgeworfen hatte. (Ab damit zu Cord, Cord, Cord!).20151010_15245620151010_160041

Gerne kombiniert wird der Täschling übrigens mit den Geburtstags-Puschen nach Schnitt von Klimperklein, die eigentlich ein etwas schiefer und krummer Probeversuch sein sollten, letztlich aber die bislang einzigen Puschen für Sohnemann geblieben (und nun fast schon wieder zu klein …) sind:

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Mit einem zweiten Puschenversuch (ich kann dabei aus einem reichen Fundus an Lederresten schöpfen, die ich hier mal als Paket erstanden habe, Farbwünsche werden dabei auch weitestgehend berücksichtigt!) leider etwas schmal geworden, wurde der frischgeborene Sohn eines Kollegen beschert:

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Für einen zweiten Täschling habe ich den tollen, tollen Birch-Flanell mit Charley Harpers „Foxsimiles“ verwendet, den ich zusammen mit wunderbar schmeichelweichen Jerseys in der Eulenmeisterei bestellt hatte. Die Stoffe sind ein absoluter Traum – und der Schnitt (diesmal in der Version ohne Knickerbocker-Bündchen) wirkt noch mal ganz anders, finde ich (endlich mal eine Gelegenheit, sich Greenfietsens Fuchs-Linkparty anzuschließen!).

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So, damit beschließe ich diesen Rundumschlag für heute. Mal sehen, in wie vielen Tagen, Wochen, Monaten ihr wieder von mir hört … – ich verspreche liebe nichts, nehmt mir’s nicht krumm und erzählt in der Zwischenzeit fleißig, wie ihr so klarkommt im Job-Familie-DIY-Hamsterrad.

Weitere Verlinkungen: Made4Boys, Kiddikram.