Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

Vielleicht hätte ich mich mit Sohnemanns 1. Geburtstag hier einfach direkt verabschieden sollen. Es ist ja nicht so, dass ich nicht so eine Vorahnung hatte, dass ich mit Rückkehr zum Vollzeitjob kaum noch zum Handarbeiten, geschweige denn zum drüber Bloggen kommen würde.

Aber ich habe mich gesträubt. Ich habe weiter Fotos gemacht, ich habe sogar das ein oder andere neue genäht. Immer in der Hoffnung, eines Abends dann doch mal die Muße zu finden, hier wieder etwas hochzuladen und ein paar Worte darüber zu verlieren. Doch irgendwie sind die Wochen nur so dahingerast und nun ist es bald schon vier (!) Monate einfach still hier.

Wie macht ihr anderen näh- und strickbloggenden, Vollzeit arbeitenden Mütter (und Väter) das denn bitte so? Oder besser: wann? Entspannt und erfreut euch das Bloggen tatsächlich noch, wenn der Arbeits-Haushalt-Kind-Wahnsinn irgendwann abends damit endet, dass die Lütten ratzen und ihr euch eigentlich am liebsten gleich mit ins Bett legen würdet? Oder gerade drum? Erzählt doch mal, wie ihr das meistert!

Wenn ich abends zwischen 18.30 und 19.30 Uhr nach Hause komme (familienfreundliche Arbeitszeiten, my ass!), verabschiedet sich oft genug der Liebste direkt zur Arbeit, derweil ich das Sohnemännchen beknuddele, bespaße und beknie, irgendwann die Äuglein zuzumachen (20.30 Uhr, wenn’s gut läuft) und nebenbei das übliche Kastanie-im-Schuh, Reiswaffel-auf-dem-Boden, Bücher-im-Bad, Kartoffeln-in-der-Spielzeugkiste-Chaos des Tages notdürftig beseitige. Wenn ich dann noch einen Happen gegessen habe, ist allerhöchstens noch ein bisschen meditatives vor-der-Glotze-Stricken drin.

Am Wochenende stehen dann Einkäufe, Wäsche und pipapo an, im besten Falle ein bisschen gemeinsame Familienzeit, wenn keiner von beiden Sonntagsdienst hat. Das kann auch ein herrlicher Herbstspaziergang über den Stoffmarkt Holland sein (hach …) – nur: die Stoffe wandern dann leider direkt wieder ins Vorratsregal. Zum Nähen komme ich nur, wenn ich mir freie Tage nehme (und die wollen dann meistens auch noch für zehn andere Sachen genutzt werden.

Aber genug der Jammerei, irgendwie läuft das Hamsterrad dann ja doch. Und irgendwie habe ich in all den Wochen hier und da dann ja doch noch etwas fertiggestellt. Eine Zwergenmütze nach Schnitt von Schnabelina zum Beispiel, passend zur schon länger getragenen Elefantenhose.

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Sie lässt sich auch wenden und mit der schlichten Seite prima zum neuen Täschling (ein wahrlich großartiger und extrem wandelbarer Schnitt von Allerleikind!) kombinieren, für den ich nach über einem Jahr endlich mal ein bisschen von dem Sternen-Jersey vom Stoffmarkt vernäht habe, sowie den herrlichen grünen Cord, der im Frühjahr auch schon mal ein Geschenk abgeworfen hatte. (Ab damit zu Cord, Cord, Cord!).20151010_15245620151010_160041

Gerne kombiniert wird der Täschling übrigens mit den Geburtstags-Puschen nach Schnitt von Klimperklein, die eigentlich ein etwas schiefer und krummer Probeversuch sein sollten, letztlich aber die bislang einzigen Puschen für Sohnemann geblieben (und nun fast schon wieder zu klein …) sind:

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Mit einem zweiten Puschenversuch (ich kann dabei aus einem reichen Fundus an Lederresten schöpfen, die ich hier mal als Paket erstanden habe, Farbwünsche werden dabei auch weitestgehend berücksichtigt!) leider etwas schmal geworden, wurde der frischgeborene Sohn eines Kollegen beschert:

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Für einen zweiten Täschling habe ich den tollen, tollen Birch-Flanell mit Charley Harpers „Foxsimiles“ verwendet, den ich zusammen mit wunderbar schmeichelweichen Jerseys in der Eulenmeisterei bestellt hatte. Die Stoffe sind ein absoluter Traum – und der Schnitt (diesmal in der Version ohne Knickerbocker-Bündchen) wirkt noch mal ganz anders, finde ich (endlich mal eine Gelegenheit, sich Greenfietsens Fuchs-Linkparty anzuschließen!).

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So, damit beschließe ich diesen Rundumschlag für heute. Mal sehen, in wie vielen Tagen, Wochen, Monaten ihr wieder von mir hört … – ich verspreche liebe nichts, nehmt mir’s nicht krumm und erzählt in der Zwischenzeit fleißig, wie ihr so klarkommt im Job-Familie-DIY-Hamsterrad.

Weitere Verlinkungen: Made4Boys, Kiddikram.

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7 Gedanken zu „Work-Blog-Balance nach Ende der Elternzeit

  1. Ach, wie schade, dass Euer Alltag so stressig ist! Unsere kleine Zeitspielerin ist jetzt fast 16 Monate alt und ich arbeite seit ihrem ersten Geburtstag wieder Teilzeit. Ein freier Tag in der Woche – das ist schon mal Gold wert! Viel schaffe ich an diesem Tag aber nur, wenn nicht noch Termine oder Einkäufe anliegen. Bloggen – Blogposts schreiben und vorbereiten – geht eigentlich nur abends oder während des Mittagsschlafes des Kindeleins. Nähen geht zum Glück auch mit einem wachen Kind 🙂 Momentan seht der Nähtisch im Wohnzimmer und die kleine Zeitspielerin spielt oft schon lieb alleine. Vollzeitarbeiten ist wieder ab ihrem 2. Geburtstag geplant.
    Lieben Gruß
    Mara Zeitspieler

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    • oh, da sind unsere Kleinen ja quasi gleichalt, Sohnemann ist jetzt auch fast 16 Monate alt. Der zerlegt mir aber die halbe Wohnung, wenn ich nähe, daher tue ich das eigentlich nur, wenn er a.) schläft (am Wochenende und – aus genannten Gründen selten – Abends) oder b.) in der Kita ist und ich frei habe. Eigentlich bin ich auch nicht so dauergestresst, wie mein Blogpost vermuten lässt, nur habe ich halt wenig Zeit für mich selbst (aka. zum Nähen, Lesen, Bloggen, was auch immer…)

      Liebe Grüße und danke für deinen netten Kommentar!

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  2. Oh je, das kommt mir bekannt vor. Ich habe zwar gleich erst nach der Elternzeit mit dem Bloggen begonnen und auch deutlich familienfreundlichere Arbeitszeiten, aber schwupps sind die Tage dahin. Die Posts schimmeln auf der Festplatte vor sich hin und teilweise sind sogar die Fotos schon gemacht, aber noch auf der Kamera, oder noch zu groß oder… Hmmm. Und genäht werden wollen die Sachen ja auch, und hin und wieder ein Abend mit dem besten Mann der Welt und Freunden und und und.
    Wie es jemand mit einem Vollzeitjob und Kindern schafft (fast) jeden Tag einen sinnvollen Blogpost abzusetzten ist mir völlig schleierhaft. Aber hey, ist doch auch ein bischen egal. Ich jedenfalls schreibe auch zu einem guten Teil einfach nur für mich, zum sortieren, zum festhalten und als motivation.
    Ich finde die Sachen die du hier bislangen gezeigt hast wunderbar und werde weiterhin immer mal wieder reinschauen. Und wenn es dann was neues gibt freu ich mich. So wie heute 🙂

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    • Danke dir für deine lieben Worte! 🙂

      Na ja, jeden Tag ein Post war ohnehin nie (annähernd) mein Rhytmus. Und du hast Recht, es ist natürlich auch ein bisschen egal – wenn der Blog Priorität im Leben hätte, sähe er auch anders aus. Aber ich mach’s halt einfach gerne. Und hab so viele unbegonnene Projekte auf meiner inneren To-Do-List, die ich gerne anschieben würde …

      Nun ja, einige werden dann ja doch immer mal wieder vollendet.

      Schönen Abend noch und liebe Grüße!

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